Mönchengladbach: Borussia sucht die Balance

André Schubert im Test gegen Bochum mit seinen Spielern

Mönchengladbach: Borussia sucht die Balance

Von Chaled Nahar

Borussia Mönchengladbach hat eine wechselhafte Winterpause hinter sich: Die Transfers waren viel versprechend, die Testspiele waren es nicht. Dafür macht das Verletzungspech Pause und gibt der Mannschaft die Chance, eine alte Schwäche abzustellen.

Wie war das Trainingslager?

Der Start war mäßig, die Anreise ging nur mit Verspätung über die Bühne, viele Verletzte konnten nicht mit in die Vorbereitung. Dennoch wird die Stimmung aus dem Trainingslager als außergewöhnlich gut beschrieben - wohl auch eine Folge der am Ende doch außergewöhnlich guten Hinrunde.

Wie liefen die Testpiele?

Nicht so gut. Beim Zweitligisten Bochum fiel Borussia trotz einer 2:1-Führung beim 2:5 regelrecht auseinander. Gegen Sivasspor gab es ein 2:1, gegen Hertha BSC ein 2:2. "Wir haben gegen Bochum gesehen, was passiert, wenn wir nicht komplett fokussiert sind. Dann unterlaufen uns Fehler - vorne wie hinten", sagte Trainer André Schubert. "Wichtig ist, welche Schlüsse man daraus zieht. Es ist deshalb gar nicht so verkehrt, dass wir das Spiel verloren haben. Wir haben viele wichtige Erkenntnisse gewonnen."

Wie ist die Form?

In den Spielen zeigte sich, dass es noch in der Defensive hapert. Schon 2015 fehlte der Mannschaft ein wenig die Balance zwischen offensivem Spektakel und stabiler Defensive, das Spiel gegen Bochum deutet daraufhin, dass diese Schwäche weiter Bestand hat. Doch Gladbach wird auch mit seinen alten Stärken in die Rückrunde gehen: Bei der Borussia strahlt fast jeder Spieler Gefahr nach vorne aus.

Was war der größte Aufreger?

Für den sorgte ein Spiel mit Beteiligung der eigenen U23 im Trainingslager im türkischen Belek. Die Mannschaft verlor den Test gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden mit 1:3 - in Asien sollen hohe Wetten auf die Gesamtzahl der Tore in dem Spiel gesetzt worden sein, einige sehr fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen untermauerten den Verdacht. Ein Ermittlungsergebnis wurde bislang nicht veröffentlicht.

Wer hat überrascht?

Das Gladbacher Verletzungspech, das offenbar Pause macht. In der Hinrunde schlug es mit voller Wucht zu, bei Tony Jantschke (Kreuzbandriss), Alvaro Dominguez (Rücken-Operation), André Hahn (Meniskusriss), Patrick Herrmann (Kreuzbandriss) und Nico Schulz (Kreuzbandriss) ist bis jetzt nicht abzusehen, wann sie ins Team zurückkehren. Im Winter ist Borussia verschont geblieben.

Aktivitäten auf dem Transfermarkt

Abgegeben hat Gladbach keinen Spieler, dafür aber zwei geholt. In der Defensive soll Martin Hinteregger für Stabilität sorgen. Der Innenverteidiger kommt von Red Bull Salzburg und ist Teil der österreichischen Nationalmannschaft, die sich souverän für die Euro 2016 qualifiziert hat. Jonas Hofmann wechselt von Borussia Dortmund nach Mönchengladbach und hat nach Medienberichten sieben Millionen Euro gekostet. Er ist auf Rechtsaußen beheimatet, auf dieser Position fühle er sich am wohlsten, sagte er bei seiner Vorstellung. Unklar ist, wie lange Granit Xhaka noch ein Borusse bleibt. Einen Transfer im Winter hat Manager Max Eberl ausgeschlossen, einer im Sommer jedoch nicht.

Was sind die Ziele für die Rückrunde?

Eberl spricht defensiv von einem "einstelligen Tabellenplatz". Kein Wunder angesichts einer größtmöglich wechselhaften Hinrunde, die der Klub erlebt hat. Doch mit den vielversprechenden Zugängen könnte auch mehr drin sein, wenn das Verletzungspech nachlässt, sich die Defensive stabilisiert und André Schubert den Schwung aus seinem Teil der Hinrunde in die ersten Spiele überträgt. Los geht es mit einem Heimspiel gegen Dortmund.

Stand: 20.01.2016, 08:00

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