Bayer Leverkusen liebt seine "Erbse"

Chicharito

Bayer Leverkusen liebt seine "Erbse"

Von Michael Ostermann

Das Trainingslager war gut, die Mannschaft ist in Form und Chicharito hält die sozialen Netzwerke bei Laune - Bayer Leverkusen ist auf den Rückrundenstart gut vorbereitet. Und das muss die Mannschaft auch sein, denn es soll besser werden als in den ersten 17 Spielen.

Wie war das Trainingslager?

"Besser hätte es nicht laufen können", sagt Leverkusens Trainer Roger Schmidt. Atmosphäre, Trainingsinensität, Testspiele - war alles super, findet der Bayer-Coach. Die Frage bleibt, ob man dafür nun unbedingt zwölf Stunden Flug in Kauf nehmen muss. Die Leverkusener haben ihre Rückrundenvorbereitung in Orlando, Florida, absolviert. Aus sportlicher Sicht ist so eine Reise nicht zwingend notwendig, aber weil die Bundesliga nach neuen Märkten strebt, spielte der Marketingaspekt eine entscheidende Rolle. Auch in dieser Beziehung hätte es nicht besser laufen können, glaubt man in Leverkusen.

Wie liefen die Testpiele?

Zwei Partien bestritt Bayer 04 während des Trainingslagers. Gegen Independiente Santa Fé aus Kolumbien gelang ein 1:0-Erfolg. Gegen SC International Porto Alegre geriet Schmidts Team schnell 0:2 in Rückstand, schaffte am Ende aber noch ein 3:3.

Wie ist die Form?

Konditionell und mannschaftstaktisch sieht Schmidt sein Team auf einem guten Weg. Wo man stehe, werde man aber erst nach dem Rückrunden-Auftakt beim Tabellenletzten 1899 Hoffenheim wissen, glaubt er. Die Testpiele haben nur bedingt Aufschluss darüber gegeben, ob die Leverkusener sich im Vergleich zu Hinrunde werden steigern können.

Wer war der Selfie-König der Vorbereitung?

Fans von Chicharito

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Fans von Chicharito im Trainingslager

Chiichariiiito! Der Mexikaner Javier Hernandez war der gefeierte Spieler in Florida. Jeden Tag pilgerten zahlreiche Fans des Leverkusener Angreifers an den Trainingsplatz, um ihn zu sehen, zu bejubeln und Selfies mit ihm zu schießen. Im Test gegen Porto Alegre durften die Anhänger der "Erbse" auch noch zwei Treffer ihres Helden feiern. Die Marketingstrategen der Werkself (siehe oben), waren ebenfalls begeistert. Sie brachten in Orlando dank des Mexikaners mehr als 5.000 Trikots an den Mann und an die Frau.

Was war der größte Aufreger?

Chiichariiiito! Dass der Stürmer mit 19 Treffern in 22 Spielen der Hinrunde derzeit der wichtigste Spieler in Leverkusen ist, blieb auch außerhalb des Rheinlandes nicht unbemerkt. Und weil Chicharito, der erst im Sommer für elf Millionen Euro von Manchester United nach Leverkusen wechselte, weiß, wie das Geschäft läuft, hat er sich zu seiner Zukunft bei Bayer recht vage geäußert. Man wisse nie, was passiert, erklärte er. Ausgestattet ist der 27-Jährige in Leverkusen mit einem Vertrag bis 2018. Weshalb Bayers Manager Jonas Boldt die Aufregung zu bändigen versuchte, in dem er Chicharito als "unverkäuflich" bezeichnete.

Wer hat überrascht?

Youngster Benjamin Henrichs, 18, wurde in Florida erstmals als Linksverteidiger eingesetzt und machte seine Sache sehr ordentlich. Sogar ein Platz in der Startelf zum Rückrundenauftakt in Hoffenheim ist nicht ausgeschlossen.

Aktivitäten auf dem Transfermarkt

Bisher keine. Handlungsbedarf gibt es allenfalls in der Defensive. Aber da die verletzten Sebastian Boenisch, Roberto Hilbert, Lars Bender und Charles Aranguiz vor der Rückkehr ins Training stehen, Außenverteidiger Tin Jedvaj in Orlando schon wieder dabei war und Benjamin Henrichs (siehe oben) einen guten Eindruck hinterlassen hat, besteht kein Grund für Aktionismus. Man können den Markt in Ruhe beobachten, sagt Chefcoach Schmidt. Auf ein angebliches 15-Millionen-Euro-Angebot des SSC Neapel für Christoph Kramer will Bayer nicht eingehen.

Was sind die Ziele für die Rückrunde?

In Leverkusen sehnen sie sich nach einem Titel: Da die Meisterschale schon auf dem Weg nach München ist und der Gewinn der Europa League eine (zu) hohe Hürde darstellt, soll es im DFB-Pokal klappen. Im Viertelfinale geht es gegen Werder Bremen. In der Bundesliga sind die Leverkusener in der Hinrunde als Fünfter hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. "Im Großen und Ganzen können wir's besser", sagt Sportchef Rudi Völler. Der Beweis soll nun in der Rückrunde angetreten werden. Am Ende will man sich wieder für die Champions League qualifizieren.

Stand: 18.01.2016, 11:19

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