FCA-Manager Reuter - Mehr als nur Weltmeister

Prominenz war beim FC Augsburg bisher schwer zu finden, doch nun kommt Glanz in die Hütte: Stefan Reuter, der Welt- und Europameister, wird neuer Manager. Als Spieler hat er gewonnen, was es zu gewinnen gibt - mit einer Ausnahme.

Stefan Reuter wird beim FC Augsburg als neuer Manager vorgestellt

Der FC Augsburg hat einen prominenten Sportdirektoren verpflichtet: Stefan Reuter. Weltmeister 1990, fällt einem da sofort ein. Doch das ist nur eines von vielen Kapiteln einer bemerkenswerten Karriere. Fleißig und zurückhaltend hatte Reuter erheblichen Anteil an zahlreichen großen Erfolgen - auch wenn ihm eine Trophäe fehlt.

Der FC Augsburg hat einen prominenten Sportdirektoren verpflichtet: Stefan Reuter. Weltmeister 1990, fällt einem da sofort ein. Doch das ist nur eines von vielen Kapiteln einer bemerkenswerten Karriere. Fleißig und zurückhaltend hatte Reuter erheblichen Anteil an zahlreichen großen Erfolgen - auch wenn ihm eine Trophäe fehlt.

Reuter wird am 16. Oktober 1966 im mittelfränkischen Dinkelsbühl geboren und zeigt früh sein sportliches Talent. Er ist ein hoffnungsvoller Leichtathlet - aber eben auch ein herausragender Fußballer. 1982 schnappt sich der 1. FC Nürnberg den damals 15 Jahre alten Rechtsfuß, zwei Jahre später wird Reuter Stammspieler in der 2. Bundesliga. Er feiert mit dem Club den Aufstieg und setzt sich auch in der Bundesliga auf Anhieb durch.

Mit seinen pfeilschnellen Antritten macht Reuter den großen FC Bayern auf sich aufmerksam. 1988 wechselt er an die Säbener Straße und meistert auch diesen Karriereschritt problemlos. In den Meisterjahren 1989 und 1990 verpasst er kaum eine Spielminute.

Längst ist Reuter auch in der Nationalmannschaft etabliert, spielt in den Gruppenspielen der WM 1990 jede Partie durch. Im Finale gegen Argentinien kommt er in der 74. Minute für Thomas Berthold aufs Feld. Dort erlebt er den Sieg-Elfmeter durch Andreas Brehme mit - und hält anschließend den WM-Pokal in den Händen.

Die Weltmeister von 1990 sind international heiß begehrt, besonders die italienischen Vereine werben um die deutschen Stars. Im Sommer 1991 folgt Reuter den Lockrufen aus Turin, wo auch sein Teamkollege Jürgen Kohler einen Vertrag unterschreibt. Kohler wird drei Jahre bei Juventus bleiben, Reuter dagegen nur eines.

1992 unterschreibt Reuter bei Borussia Dortmund, wo er eine erfolgreiche Ära prägen wird. 1995 feiert der BVB nach einer 32-jährigen Durststrecke wieder die Meisterschaft, weitere Titel folgen 1996 und 2002. Den Gipfel erreicht Reuter 1997 - beim Sieg im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin. Kurz darauf schnappt sich der BVB auch noch den Weltpokal.

In Reuters BVB-Zeit fällt ein weiterer wichtiger Triumph. 1996 reist der mittlerweile 29-Jährige zur Europameisterschaft nach England, er ist eine tragende Säule der Nationalmannschaft. Im Halbfinale hilft er mit, England niederzuringen, kassiert dabei aber seine zweite Gelbe Karte. Im Finale muss er deshalb aussetzen, aber er kann sich auf seine Kollegen verlassen. Oliver Bierhoff und Co. bezwingen Tschechien in der Verlängerung - und verhelfen Reuter zum EM-Titel.

Damit ist Reuters Trophäensammlung fast komplett. Nur den DFB-Pokal wird er nie gewinnen, auch wenn er noch bis 2004 für den BVB am Ball bleibt. Mit 37 Jahren ist "Turbo" Reuter zwar langsamer geworden, aber Trainer Matthias Sammer setzt den 37-Jährigen trotzdem noch in fast jedem Spiel ein, vorzugsweise als Libero. So sammelt Reuter insgesamt 502 Bundesligaspiele - das bedeutet Platz elf in der Bestenliste.

Der BVB verhilft seinem altgedienten Spieler 2004 zu einem fließenden Übergang ins Berufsleben. Ein halbes Jahr lang arbeitet Reuter im Bereich Sponsoring für die Borussen. Es ist der Grundstein für seine zweite Karriere.

Im Januar 2006 heuert Reuter beim Zweitligisten 1860 München an. Als Sportdirektor soll er helfen, die Löwen zurück in die Bundesliga zu führen. Doch die Zeiten sind schwierig, die 60er stehen kurz vor der Insolvenz und geraten sportlich in Abstiegsgefahr. Die Lage beruhigt sich zwar kurzfristig, aber im Frühjahr 2008 bricht erneut Chaos aus. Der Geschäftsführer wird entlassen, der Präsident tritt zurück - und im Februar 2009 muss schließlich auch Reuter gehen.

Anschließend wird es ruhig um den Welt- und Europameister. Zwischenzeitlich arbeitet Reuter als Vertreter einer Agentur, die Rasenplätze an Fußballvereine verkauft, auch beim Golfen wird er gesichtet. Doch nun greift Reuter wieder im Profifußball an, den FC Augsburg will er "zu einem stabilen Bundesligisten formen." Genügend Erfahrung bringt er jedenfalls mit.