Auch Schalke kann Leipzig nicht stoppen

Jubel bei RB Leipzig

RB Leipzig - FC Schalke 04 2:1

Auch Schalke kann Leipzig nicht stoppen

RB Leipzig bleibt auch nach dem 13. Spieltag weiter ungeschlagen und hat mit einem Sieg gegen Schalke 04 die Tabellenführung behauptet. Für die Gäste ist es die erste Pleite seit Ende September.

Der beste Aufsteiger der Ligageschichte setzte sich im Topspiel am Samstagabend (03.12.16) gegen die wiedererstarkte Mannschaft von Schalke mit 2:1 (1:1) durch und behauptete dank des achten Sieges in Serie seinen Drei-Punkte-Vorsprung vor Rekordmeister Bayern München.

Schalke kassierte die erste Niederlage seit dem fünften Spieltag und hat bereits 16 Punkte Rückstand auf die "Roten Bullen". Stürmer Timo Werner hatte die weiter ungeschlagenen Leipziger vor 42.558 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena in der 2. Minute mit einem verwandelten Elfmeter in Führung gebracht.

Fehlentscheidung führt zum Elfmeter

Der Strafstoß war allerdings eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock), da Gäste-Torhüter Ralf Fährmann beim vermeintlichen Foul Werner nicht berührt hatte und Werner den Referee mit einer Schwalbe täuschte. "Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es keinen Kontakt von Fährmann gegeben hat. Er hat das aber in der Hektik wohl überhört", sagte Werner. Der Ex-Stuttgarter erklärte, dass ihn Naldo umgerissen habe, deshalb sei der Elfmeter korrekt gewesen. Die Schalker waren außer sich.

"Es ist zum Kotzen. In den ersten Sekunden ist das so eine spielentscheidende Szene. Das kann doch nicht sein", sagte Schalkes Torwart Ralf Fährmann bei Sky: "So etwas geht nicht. Werner sagt, dass ich ihn nicht berührt habe. Und ich bekomm' die Gelbe Karte." Und auch Schalkes Trainer Markus Weinzierl war bitter enttäuscht. "Eine kapitale Fehlentscheidung. Ich frage mich immer wieder, jeder sieht es, nur der Schiedsrichter und die anderen Unparteiischen nicht."

Schalke teilweise überfordert

Die mit Leipzigs Powerfußball phasenweise überforderten Schalker kamen eine halbe Stunde später zwar zum 1:1 durch Sead Kolasinac (31.), doch der Bosnier brachte sein Team mit einem Eigentor kurz nach dem Seitenwechsel (47.) zurück auf die Verliererstraße. "Nach dem 1:1 haben wir uns von der Aggressivität beeindrucken lassen. Wir haben die Jungs in der Halbzeit nochmal heiß gemacht. Ich habe gehofft, dass sie das umsetzen. Sie haben es gut gemacht", lobte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl den Auftriff seiner Mannschaft.

RB legte wie gewohnt zu Beginn an ein Höllentempo vor. Nur 19 Sekunden nach dem Anpfiff wurde den Leipzigern der zwar unberechtigte, aber mit einem Klassekonter erzwungene Strafstoß zugesprochen.

Fast der Doppelschlag durch Poulsen

In der 4. Minute hatte Yussuf Poulsen eine Doppel-Chance zur 2:0-Führung, doch zuerst parierte S04-Torhüter Fährmann glänzend, dann stand der Pfosten im Weg. Schalke brauchte lange, um sich an den Überfall-Fußball des Gastgebers zu gewöhnen und etwas Ruhe ins Spiel zu bringen.

Nach vorne fiel den Gästen kaum etwas ein. Der Spielaufbau lief meistens über die drei Innenverteidiger, die vorne jedoch kaum Anspielstationen fanden.

Ausgleich durch Kolasinac

Erst als RB in der 23. Minute den verletzten Benno Schmitz gegen den ungelernten Rechtsverteidiger Dominik Kaiser auswechseln musste, geriet das Hasenhüttl-Team etwas mehr in Bedrängnis. Der Ausgleich durch Kolasinac aus spitzem Winkel war zwar unverdient, doch er gab den Schalkern nur kurzzeitig Rückenwind.

Kurz vor der Halbzeit vergab Alessandro Schöpf nach einem langen Sprint das mögliche 2:1. Die zweite Halbzeit begann jedoch wie die erste: mit einem Blitztor für RB. Nach einem Freistoß des erneut sehr agilen Emil Forsberg köpfte Kolasinac den Ball ins eigene Tor.

Leipzig seit 13 Spielen ungeschlagen

Danach hielt der Bundesliga-Neuling den Druck weiter hoch, die Schalker kamen oft einen Schritt zu spät. In der 88. Minute musste Schalkes Naldo auf der Linie klären.

Leipzig blieb durch den Erfolg das 13. Spiel in Folge ungeschlagen. In der nächsten Woche fährt der Aufsteiger zum Kellerkind nach Ingolstadt. Alles andere als ein Sieg dürfte als Überraschung gelten. Schalke spielt unter der Woche in seinem letzten Spiel in der Europa League gegen RB Salzburg, steht aber schon als Gruppensieger fest. Am kommenden Wochenende empfangen die Knappen dann in der Bundesliga den direkten Tabellennachbarn aus Leverkusen.

Fußball · Bundesliga · 13. Spieltag 2016/2017

Samstag, 03.12.2016 | 18.30 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Halstenberg, Ilsanker, Orban, Schmitz (23. Do. Kaiser) – Keïta, Demme – Forsberg (90. R. Khedira), Sabitzer – Ti. Werner (83. Burke), Y. Poulsen

2
Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Fährmann – Höwedes, Naldo, Nastasic – Schöpf (86. Caicara), Geis (86. Reese), Kolasinac – N. Bentaleb (81. Konopljanka), Goretzka – Meyer, Choupo-Moting

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Ti. Werner (2./Foulelfmeter)
  • 1:1 Kolasinac (32.)
  • 2:1 Kolasinac (47./Eigentor)

Strafen:

  • gelbe Karte Fährmann (2 )
  • gelbe Karte Nastasic (2 )
  • gelbe Karte Schöpf (1 )
  • gelbe Karte Höwedes (5 )
  • gelbe Karte Halstenberg (2 )
  • gelbe Karte N. Bentaleb (4 )

Zuschauer:

  • 42558

Schiedsrichter:

  • Bastian Dankert (Rostock)

Stand: Samstag, 03.12.2016, 20:24 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Tore 2 1
Schüsse aufs Tor 4 5
Ecken 8 5
Abseits 4 5
gewonnene Zweikämpfe 121 106
verlorene Zweikämpfe 106 121
gewonnene Zweikämpfe 53,3 % 46,7 %
Fouls 15 19
Ballkontakte 585 624
Ballbesitz 48,39 % 51,61 %
Laufdistanz 115,03 km 113,98 km
Sprints 186 207
Fehlpässe 93 109
Passquote 73,12 % 71,47 %
Flanken 12 9
Alter im Durchschnitt 23,9 Jahre 25,1 Jahre

red/sid/dpa | Stand: 03.12.2016, 20:22

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