Leipzig lässt Frankfurt keine Chance

Leipzigs Davie Selke, Timo Werner, Marcel Halstenberg und Naby Keita (v.l.) jubeln

RB Leipzig - Eintracht Frankfurt 3:0 (2:0)

Leipzig lässt Frankfurt keine Chance

Auch im neuen Jahr ist RB Leipzig nur schwer zu stoppen. Der Aufsteiger besiegte Eintracht Frankfurt deutlich - profitierte dabei aber von einem eklatanten Patzer des Frankfurter Torhüters Lukas Hradecky.

Ein Blitz-Rot für Hradecky und eine erneut starke eigene Leistung bescherten dem Überraschungsteam aus Leipzig einen perfekten Start aus der Winterpause. Die Mannschaft aus Sachsen bezwang im Spitzenspiel die Hessen völlig verdient mit 3:0 (2:0) und ist mit drei Punkten Rückstand einziger ernsthafter Verfolger von Hinrundenmeister Bayern München. Das Team von Ralph Hasenhüttl profitierte dabei massiv von der zweitschnellsten Roten Karte der Bundesliga-Geschichte. Hradecky musste nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums bereits nach 131 Sekunden vom Platz.

Marvin Compper (6.), Timo Werner (45.+2) und ein Eigentor von Jesus Vallejo (67.) sorgten dafür, dass die Leipziger vor eigenem Publikum ungeschlagen bleiben. Die Frankfurter (29) bleiben trotz der Niederlage erst einmal weiter auf einem Europapokalplatz.

Leipzig ist nach dem Ende der Hinrunde der beste Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte. 1997/98 hatte der 1. FC Kaiserslautern zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 39 Zähler auf dem Konto, allerdings die schlechtere Tordifferenz - am Ende der Saison wurden die Pfälzer Meister.

"Spiel war sehr früh gegessen"

Ralph Hasenhüttl sah bei seinem Team nach der Partie nicht nur Positives: "Wichtig war, dass wir nach dem Platzverweis sofort das Tor gemacht haben. Die halbe Stunde vor der Halbzeit haben wir nicht mehr gut gespielt, aber das Tor gemacht." Sein Gegenüber Niko Kovac gab sich gelassen: "Nach der Roten Karte und dem Freistoß, der zum 1:0 führte, war nichts mehr zu machen. Das Spiel war sehr früh gegessen, deshalb will ich es nicht überbewerten."

Leipzig mit Keita, Meier bei Frankfurt nur Ersatz

Vor 42.558 Zuschauer in der ausverkauften Leipziger WM-Arena konnte Hasenhüttl wieder auf Naby Keita zählen. Der Mittelfeldspieler plagte sich zuletzt mit Rückenbeschwerden. Neuzugang Dayot Upamecano stand nicht in der Startelf, Emil Forsberg fehlte nach seiner Roten Karte gegen Bayern München gesperrt. Die Hessen mussten auf Szabolcs Huszti (Achillessehnenprobleme) und Marco Fabian (Hüftprobleme) verzichten. Sturm-Idol Alexander Meier musste auf der Bank Platz nehmen.

Und es dauerte gerade einmal 131 Sekunden, da hatte das Spiel schon seinen ersten Aufreger. Hradecky war nach einem weiten Pass der Gastgeber aus dem Tor geeilt, strauchelte, fiel hin und hielt den Ball dann außerhalb des Strafraums mit Hand auf. Rot. Damit allerdings nicht genug: Den anschließenden Freistoß hielt Ersatzmann Heinz Lindner zwar noch, gegen den Nachschuss von Compper war er allerdings machtlos.

Rebic vergibt Chance zum Ausgleich

Die Frankfurter konnten sich im weiteren Spielverlauf bei Lindner bedanken, dass die Leipziger nicht schon früh alles klar machten. Sowohl Yussuf Poulsen (10.) als auch Werner (13.) scheiterten aus kurzer Distanz am Eintracht-Keeper. Leipzig dominierte in Überzahl fast nach Belieben, erst Mitte der zweiten Halbzeit drosselten die Sachsen etwas das Tempo. Die beste Chance der Gäste hatte der ehemalige Leipziger Ante Rebic (25.), der nach einem sehenswerten Solo allerdings an Peter Gulacsi scheiterte.

Kurz vor der Pause schlugen die Leipziger erneut zu. Nach einem Freistoß von Keita traf Werner per Kopf.

Leipzig mit seltenen Chancen nach der Halbzeit

Nach der Pause machte RB weiter das Spiel, konnte die Überlegenheit aber zunächst nur selten in Chancen ummünzen. Die erste war dann aber gleich ein Tor. Zunächst vergab Keita freistehend vor Lindner, im Anschluss schoss Marcel Halstenberg, Vallejo fälschte ins eigene Tor ab.

Am nächsten Samstag empfangen die Leipziger mit 1899 Hoffenheim das nächste Überraschungsteam. Gegen den Tabellendritten kommt es zu einer weiteren Spitzenpartie. Die Frankfurter müssen schon am Tag zuvor beim FC Schalke 04 antreten.

Fußball · Bundesliga · 17. Spieltag 2016/2017

Samstag, 21.01.2017 | 18.30 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Bernardo, Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Ilsanker (70. Burke) – Keïta, Sabitzer – Ti. Werner (80. Do. Kaiser), Y. Poulsen (62. Selke)

3
Wappen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Hradecky – M. Hector, Abraham, Vallejo – Chandler, Hasebe, Mascarell, Oczipka – Rebic (72. Seferovic), Gacinovic (72. Barkok) – Hrgota (6. H. Lindner)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Compper (6.)
  • 2:0 Ti. Werner (45.+4)
  • 3:0 Halstenberg (67.)

Strafen:

  • gelbe Karte Rebic (5 )
  • rote Karte Hradecky (3./Handspiel)
  • gelbe Karte Mascarell (9 )
  • gelbe Karte Selke (2 )

Zuschauer:

  • 42558

Schiedsrichter:

  • Deniz Aytekin (Oberasbach)

Stand: Samstag, 21.01.2017, 20:22 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Wappen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Tore 3 0
Schüsse aufs Tor 7 3
Ecken 3 3
Abseits 5 0
gewonnene Zweikämpfe 100 74
verlorene Zweikämpfe 74 100
gewonnene Zweikämpfe 57,47 % 42,53 %
Fouls 8 14
Ballkontakte 744 387
Ballbesitz 65,78 % 34,22 %
Laufdistanz 110,45 km 99,55 km
Sprints 202 199
Fehlpässe 106 95
Passquote 81,24 % 52,5 %
Flanken 7 6
Alter im Durchschnitt 24,3 Jahre 25,2 Jahre

red/sid/dpa | Stand: 21.01.2017, 20:42

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. Dortmund920
2.Bayern München920
3.RB Leipzig919
4.FC Schalke 04916
5.1899 Hoffenheim815
 ...  
16.SC Freiburg87
17.Werder Bremen84
18.1. FC Köln81
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