Teil drei - Meiers Nachfolger ist schon gefunden

Frankfurt Alex Meier kämpft für sein Comeback

Pechvogel der Fußball-Bundesliga

Teil drei - Meiers Nachfolger ist schon gefunden

Von Frank Hellmann

Keine zwei zusammenhängenden Sätze brachte der schüchterne Schlaks damals über die Lippen, aber seine größten Stärken - der präzise Innenspann-Schuss, der untrügliche Torinstinkt - stachen früh heraus.

Meier avancierte zum Schleicher hinter den Spitzen; kein klassischer Torjäger, kein gelernter Spielmacher - Mittelfeldstürmer nannte ihn irgendwann mal die "Frankfurter Rundschau". Dass er 2015 sogar noch die Torjägerkanone gewann, gönnte ihm die ganze Liga. Und es war gewiss kein Zufall, dass der Abstieg 2011 und der Umweg über die Relegation 2016 mit seinen Zwangspausen korrespondierten.

Offiziell immer noch Kapitän

Meier ist auch in Krisenzeiten nie davongelaufen, sondern hat mit seinen Treffern geholfen, dass irgendwann wieder Besserung einkehrte. Sein Standing stieg mit seinen Sympathiewerten. Sein ehemaliger Vorstandschef Heribert Bruchhagen sagte einmal, wegen solch eines Spielers lohne es sich, jeden Tag ins Büro zu kommen.

Bruchhagens Nachfolger Fredi Bobic und Cheftrainer Niko Kovac wollten die Abhängigkeit von Meier abfedern. Beide versuchten ihrem populärsten Profi zu vermitteln, dass er auch noch wichtig sei, wenn er nicht jedes Spiel von Anfang an machen würde. Zeitweise knirschte es in der Beziehung, doch auch sie äußern längst Mitgefühl mit einem, der sich bei der letzten Vertragsunterzeichnung nicht nur ein Abschiedsspiel, sondern auch eine Anstellung nach Karriereende hat zusichern lassen. Sein Arbeitspapier läuft im Sommer 2018 aus.

Kevin-Prince Boateng als Kopf

Auch wenn es kein Happy End mit der Rückkehr auf den Rasen gibt, wird er eine Identifikationsfigur für die Adlerträger bleiben. Fast jeder zweite Anhänger, der mit einem SGE-Trikot ins Stadion kommt, trägt seinen Allerweltsnamen auf dem Rücken. Lange war kein legitimer Nachfolger in Sicht, doch mittlerweile hat sich Kevin-Prince Boateng als Kopf des aktuellen Multikulti-Kaders herausgeschält.

Meier hat sich mit ihm ausgetauscht, und er ist ein Stück weit stolz auf das Erreichte in diesem Jahr, auch wenn er so wenig beitragen konnte. "Für die Eintracht insgesamt war es ein gutes Jahr. Man hat gesehen, dass wir gegen jeden mithalten können. Von Platz fünf bis 13 ist für uns alles möglich." Ungewiss bleibt, ob er den Ausgang noch irgendwie mitbeeinflussen kann.

Stand: 27.12.2017, 08:54

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