Teil zwei: Meier-Comeback ist nicht absehbar

Enttäuscht: Frankfurts Alex Meier nach dem verlorenen DFB-Pokal-Finale gegen Dortmund

Pechvogel der Fußball-Bundesliga

Teil zwei: Meier-Comeback ist nicht absehbar

Von Frank Hellmann

Sein Comeback ist nicht wirklich absehbar. Es gehe ihm schon viel besser, erzählt er, das Gefühl sei deutlich besser als bei der OP zuvor. Die Krücken sind weg, auch einen Spezialschuh muss er nicht mehr tragen.

Krafttraining ist möglich, vielleicht dauert es gar nicht mehr so lang, bis er mit leichtem Joggen beginnen kann. Aber die Rückkehr auf den Fußballplatz? Liegt für den Mann, der am 17. Januar seinen 35. Geburtstag feiert, in weiter Ferne. Der Verein hatte mal vom Frühjahr gesprochen, der Spieler selbst gibt lieber keine Prognose mehr ab. Schmerzfrei zu laufen, wäre ein Anfang.

Wenn der Eintracht-Tross am 2. Januar zu seinem Trainingslager im spanischen Alicante aufbricht, weilt er wieder in der Reha in Neu-Isenburg vor den Toren Frankfurts. Bei seinem guten Freund Björn Reindl, der früher Physiotherapeut bei der Eintracht war und seit geraumer Zeit selbstständig ist mit einem eigenen Rehazentrum. Als Meier seine Wohnung in Frankfurt-Sachsenhausen nicht verlassen konnte, weil er den operierten Fuß gar nicht belasten durfte, "hatte ich den Physio sogar täglich bei mir zuhause."

"Das war es noch nicht"

Natürlich sehnt er sich danach, an der frischen Luft auf dem Trainingsplatz bei der Mannschaft zu sein. Das macht ihn traurig - aber er kennt das ja schon. "Der Mensch gewöhnt sich an alles. Ich habe mich sogar daran gewöhnt, zwei Wochen auf der Couch zu liegen." Was er sich wünscht für 2018, liegt auf der Hand. "Eigentlich nur Gesundheit." Nichts könnte bei ihm verständlicher sein.

"Wenn ich Fußball spielen und gesund durchs Leben gehen kann, dann bin ich zu 100 Prozent zufrieden." Aufgeben ist kein Ausweg. "Ich will weiterspielen. Warum sollte ich auch nicht?" Natürlich ertappe er sich bei Gedanken, was wäre, wenn alles nicht mehr hilft. Aber eines könne er sagen: "Das war es noch nicht." Offiziell ist die Nummer 14 immer noch Kapitän der Eintracht.

Meier blieb auch nach dem Abstieg

Obwohl es auch ohne ihn mittlerweile mehr als passabel bei den Hessen läuft. Die Hinrunde mit 26 Punkten und Platz acht abgeschlossen, den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale geschafft – das ist mehr, als viele den wieder mal runderneuerten Adlerträgern vor Saisonbeginn zugetraut hatten. Der Zopfträger Meier war vor nicht allzulanger Zeit das Gesicht dieser Mannschaft. An seinem (Tore-)Tun hing jahrelang das Wohl und Wehe eines ganzen Klubs, zu dem er 2004 gekommen war.

Stand: 27.12.2017, 08:54

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