Club ohne Sieg bei Wiesingers Debüt

Der Nürnberger Robert Mak

1. FC Nürnberg - Hamburger SV 1:1

Club ohne Sieg bei Wiesingers Debüt

In der ersten Halbzeit war der 1. FC Nürnberg dem HSV klar überlegen. Am Ende musste der Club froh sein, nicht verloren zu haben.

Gegen den Hamburger SV, bei dem Spielmacher Rafael van der Vaart sein Comeback nach rund zwei Monaten gab, kamen die Franken nur zu einem 1:1 (0:0). Während der HSV trotz einer Steigerung in der zweiten Halbzeit zwei Punkte Rückstand auf einen Europa-League-Platz hat, behält der Club weiterhin acht Zähler Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz.

Son trifft Pfosten in der Nachspielzeit

In einem lange sehr mäßigen Spiel sorgte der Lette Artjoms Rudnevs nach einer Flanke von Dennis Aogo in der 70. Minute für das Hamburger Führungstor. Der Tscheche Tomas Pekhart (75.) glich vor rund 44.000 Zuschauern jedoch nur kurze Zeit später aus. In der Nachspielzeit vergab Heung-Min Son mit einem Kopfball an den Pfosten den möglichen HSV-Sieg. Zuvor hatten sowohl der FCN als auch die Elf von Thorsten Fink nur wenige gefährliche Szenen. Die beste Gelegenheit für den Club ließ der Slowake Robert Mak (44.) aus, als er freistehend vor HSV-Torwart René Adler verzog. Hamburg wachte erst in der zweiten Halbzeit auf. Rudnevs (57.) mit einem Kopfball und Club-Verteidiger Javier Pinola (66.) mit einem Beinahe-Eigentor sorgten vor dem HSV-Treffer für die größte Aufregung bei den Franken.

Das Club-Trainerduo Wiesinger und Armin Reutershahn, das überraschend zunächst auf den japanischen Spielgestalter Hiroshi Kiyotake und Mittelfeldakteur Markus Feulner verzichtet hatte, sah einen schwungvollen Beginn seiner Mannschaft. Bereits in der ersten Minute hatte Mak, unter Ex-Trainer Dieter Hecking auf dem Abstellgleis, nach einem energischen Solo eine Möglichkeit. Der 21-Jährige, der mit dem blassen Alexander Esswein den Vorzug vor Kiyotake und Feulner bekommen hatte, zielte jedoch knapp daneben.

HSV lange viel zu passiv

Der HSV fand dagegen überhaupt nicht ins Spiel. Nicht einmal van der Vaart vermochte zunächst Akzente zu setzen, obwohl der niederländische Topstar durchaus versuchte, das Spiel an sich zu reißen. Doch van der Vaart, der unter der Woche an einer Zerrung laborierte und seit November aus Verletzungsgründen nicht in der Bundesliga gespielt hatte, war die mangelnde Spielpraxis anzumerken. Früh verlor Trainer Fink zudem Innenverteidiger Michael Mancienne mit Verdacht auf Bänderriss im linken Sprunggelenk.

1. FC Nürnberg - Hamburger SV 1:1

Der 1. FC Nürnberg lässt beim Debüt des neuen Trainers Michael Wiesinger gegen den HSV Punkte liegen.

Nürnbergs neuer Trainer Michael Wiesinger

Michael Wiesinger, neuer Trainer beim 1. FC Nürnberg, feiert gegen den Hamburger SV sein Liga-Debüt auf der Bank der Franken. Im ersten Durchgang muss er miterleben, wie sein Team die Überlegenheit nicht in Torerfolge ummünzen kann.

Michael Wiesinger, neuer Trainer beim 1. FC Nürnberg, feiert gegen den Hamburger SV sein Liga-Debüt auf der Bank der Franken. Im ersten Durchgang muss er miterleben, wie sein Team die Überlegenheit nicht in Torerfolge ummünzen kann.

Die Quittung für den Club: Der Hamburger Artjoms Rudnevs bringt die Hanseaten per Kopf in Führung.

Anschließend bejubelt der Lette ausgiebig seinen Treffer.

Und dann darf auch Wiesinger jubeln: Thomas Pekhart hat soeben den Ausgleich für die Nürnberger erzielt.

Pech hat Hamburgs Michael Mancienne. Er muss schon im ersten Durchgang verletzt ausgewechselt werden. Erste Diagnose: Verdacht auf Bänderriss im linken Sprunggelenk.

Kommt diesmal nur im Disput mit Schiedsrichter Tobias Welz richtig zur Geltung: Hamburgs Spielmacher Rafael van der Vaart (M.). Ihm sind die Verletzungen der jüngsten Vergangenheit noch deutlich anzumerken.

Wiesinger meinte nach dem Abpfiff zu seinem ersten Auftritt als Chef-Coach: "Das war ein leichtes Wechselbad. In der ersten Halbzeit waren wir couragiert, aber vielleicht nicht entschlossen genug. Wenn wir da in Führung gegangen wären, wäre es vielleicht ein anderes Spiel geworden. Nach der zweiten Halbzeit war es dann ein glücklicher Punkt." HSV-Trainer Thorsten Fink sah die Partie so: "Wir haben eine ganz schlechte erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir das geändert. Da haben wir dann fantastisch gespielt, viel besser geht es nicht. Aber wir hätten unsere Chancen nutzen müssen und das Gegentor haben wir zu leicht hergeschenkt, darüber müssen wir reden."

Club sechs Heimspiele in Folge ungeschlagen

Nürnberg, das in der Abwehr kurzfristig auf den erkrankten Schweden Per Nilsson verzichten musste, hatte auch in der Folge optische Vorteile, ohne sich jedoch weitere Torchancen zu erarbeiten. Den nun seit sechs Heimspielen ungeschlagenen Franken fehlte im Angriff doch etwas die Durchschlagskraft. Hanno Balitsch (37.) und Mak kamen einem Treffer noch am nächsten.

Dennis Aogo Play-Icon Audio-Icon

Die Schlussphase der Partie 1. FC Nürnberg - Hamburger SV | 02:34 min | 20.01.2013 | am Sonntag mit Liga live

Allerdings war der HSV, der seit fünf Partien auswärts nicht gewonnen hat, noch harmloser: Die Spitzen Son, der in der 77. Minute eine Großchance ausließ, und Rudnevs waren zunächst kaum zu sehen. Das änderte sich aber nach dem Wechsel. Die Rothosen waren wesentlich aktiver, gleichzeitig ließ Nürnberg deutlich nach. HSV-Mittelfeldstar van der Vaart war ingesamt zurecht unzufrieden: "Die erste Halbzeit war ganz schlecht. So gewinnt man kein Bundesliga-Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, das war deutlich besser. Komischerweise haben wir nach unserem Tor wieder nachgelassen."

Bei den Hausherren überzeugten Timmy Simons und Torwart Raphael Schäfer. Der HSV hatte in Aogo und Marcell Jansen seine besten Akteure.

Tomas Pekhart gibt ein Interview nach dem Spiel gegen den Hamburger SV. Play-Icon

Stimmen zum Spiel Nürnberg - HSV (1:1) | 20:30 min | 20.01.2013 | Bundesliga am Sonntag | WDR

sid/dpa/red | Stand: 20.01.2013, 17:39