Der Club nervt Meister Dortmund

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (li.) diskutiert mit dem vierten Schiedsrichter Frederick Assmuth

Auch der Schiedsrichter fällt negativ auf

Der Club nervt Meister Dortmund

Die Serie hält, aber Borussia Dortmund erreicht beim 1. FC Nürnberg nur ein Unentschieden. Der Gegner und der Schiedsrichter nerven den deutschen Meister.

Eine gute Stunde nach einem nervtötenden Spiel hatte sich Jürgen Klopp wieder ganz gut im Griff. Da sagte er sehr diplomatisch, dass er mit dem Schiedsrichter "nicht zufrieden war", dass Tobias Welz aus Wiesbaden bei Situationen gepfiffen habe, "die pfeifst du halt nicht, wenn du mal Fußball gespielt hast". Und doch war dem Trainer von Borussia Dortmund noch immer anzusehen: Das 1:1 (1:1) beim 1. FC Nürnberg war ihm eigentlich zu wenig. Fast gequält sagte er: "Gut, wir haben einen Punkt mehr als vorher."

Kurz nach dem Schlusspfiff war Klopp noch ein bisschen härter mit Welz ins Gericht gegangen. Der Meistertrainer fand, dass der Schiedsrichter zu kleinlich und außerdem zumeist dann gepfiffen habe, wenn ein Nürnberger zu Fall gekommen war. Richtig "an die Nieren" sei ihm die Leistung des Unparteiischen gegangen, schimpfte Klopp, "es ist halt schwer, wenn alles weggepfiffen wird", Fußball sei ja eine "Zweikampfsportart", er könne 40 strittige Szenen nennen. Welz, das empfahl Klopp, solle sich das bitte noch mal "in Ruhe anschauen".

Probleme bei Standards

In der Tat erregte sich Klopp wohl deshalb so sehr, weil nach einem Pfiff des Schiedsrichters eine Standardsituation folgte: Und da sei seine Mannschaft dann "noch nicht hundertprozentig" auf der Höhe des Geschehens, "wir sollten das Thema mal angehen". Das 1:0 für den Club durch Tomas Pekhart fiel übrigens nach einem Eckball (31.). Und Klopp merkte auch an, dass es ein "taktisches Mittel" sei, Freistöße zu provozieren: "Wenn ich das Gefühl habe, der Gegner hat Probleme bei Standards, lege ich mich halt auch ab und zu mal hin."

Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg 1:1

Die beeindruckende Serie von Borussia Dortmund ohne Niederlage bleibt intakt. In Nürnberg musste sich der BVB aber mit einem Remis begnügen.

Harter Zweikampf: Dortmunds Ivan Perisic (li.) spitzelt den Ball vor Timothy Chandler weg.

Harter Zweikampf: Dortmunds Ivan Perisic (l.) spitzelt den Ball vor Timothy Chandler weg.

Harter Zweikampf: Dortmunds Ivan Perisic (l.) spitzelt den Ball vor Timothy Chandler weg.

Nürnbergs Tomas Pekhart (l.) köpft das 1:0 für den Club.

Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer und Dortmunds Robert Lewandowski behindern sich gegenseitig.

Es klingelt: Nachdem Lewandowski und Perisic das Tor nicht getroffen hatten, besorgt Jakub Blaszczykowski (l.) den Rest.

Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer ist bei einem Schussversuch auf dem Posten.

Kein Platz: Dortmunds Marco Reus muss sich gegen mehrere Nürnberger Gegenspieler behaupten.

Nicht immer Grund zu Freude hatten Nürnbergs Trainer Dieter Hecking (l.) und BVB-Coach Jürgen Klopp.

Die Dortmunder hatten aber auch Glück, dass Welz tatsächlich nicht immer pfiff, wenn ein Nürnberger am Boden lag. Zum Beispiel bei der Attacke von Lukasz Piszczek gegen Robert Mak im Strafraum (63). Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1 - Jakub Blaszczykowski hatte nach einem Lattentreffer von Ivan Perisic getroffen (40.). Und kurz vor Schluss traf Mak außerdem noch den Pfosten des Dortmunder Tores (86.). "Dann kann das Spiel kippen", erkannte Klopp, betonte aber, dass das nun wirklich nicht gerechtfertigt gewesen wäre.

Ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird

Es war allerdings auch so, dass der deutsche Meister, der nun seit 30 Bundesliga-Spielen ungeschlagen ist, einen Vorgeschmack auf das bekam, was ihm in dieser Saison blüht. "Wir haben sie genervt, das hat man gemerkt", sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking mit einem frechen Grinsen. "Fantastisch" habe seine Mannschaft die Räume zugelaufen, die Gegenspieler attackiert. "Die haben ja fast über den gesamten Platz Mann gegen Mann verteidigt", glaubte Dortmunds Verteidiger Neven Subotic erkannt zu haben.

Dieter Hecking Play-Icon

Stimmen zum Spiel Nürnberg - Dortmund | 02:08 min | 01.09.2012 | Sportschau | Das Erste

Dortmund war, wie es so schön heißt, optisch überlegen - aber auch Klopp hatte bemerkt, dass "der absolute und letzte Punch im letzten Drittel" gefehlt hat. Nürnberg lief viel, Nürnberg stand gut, "und wir haben uns mit vielen Fehlern selbst das Leben schwer gemacht", sagte Mats Hummels. Der Abwehrchef köpfte immerhin einmal zielgenau auf das Nürnberger Tor, auf der Linie aber köpfte Javier Pinola den Ball weg (63.). Es war eine der wenigen Chancen, die der Club vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften "Stadion Nürnberg" zuließ.

So blieb auch Marco Reus am Ende blass, er wurde vorzeitig ausgewechselt. Der eingewechselte Mario Götze riss auch nichts. Es war mühsam, sehr mühsam. Auch wegen des Schiedsrichters? Nein, sagte Hummels, "er hat keine großen Fehlentscheidungen getroffen".

Jürgen Klopp Play-Icon

Die Pressekonferenz nach der Partie Nürnberg gegen Dortmund | 06:57 min | 01.09.2012 | Sportschau | Das Erste

sid | Stand: 01.09.2012, 18:59