Die Bayern scheitern an zehn Nürnbergern
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1. FC Nürnberg - FC Bayern München 1:1
Die Bayern scheitern an zehn Nürnbergern
Der FC Bayern hat trotz Überzahl nicht in Nürnberg gewonnen. Der FCN kämpfte aufopferungsvoll und holte den Punkt verdient.
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Mit dem 1:1 (1:0) im 185. fränkisch-bayerischen Derby beim 1. FC Nürnberg waren die weitgehend enttäuschenden Münchner am Ende sogar noch gut bedient. Denn Nürnberg, das ab der 76. Minute nach Gelb-Rot gegen Timo Gebhart in Unterzahl spielte, hatte durchaus Chancen, das Spiel zu drehen. Damit riss die Serie der Bayern, die zuvor alle fünf Auswärtsspiele bei 15:0 Toren gewonnen hatten.
Bayerns Trainer Jupp Heynckes nahm das erste sieglose Auswärtsspiel der Saison zumindest äußerlich gelassen hin. "Das ist kein Beinbruch. Wir können mit dem Unentschieden leben. Man kann einfach nicht alle Spiele gewinnen", sagte Heynckes. Bei seinen Spielern klang da schon deutlich mehr Frust durch. "Nürnberg kann ja nicht anders", beklagte Bastian Schweinsteiger den bissigen Auftritt der Franken. "Es war nicht einfach, wenn man immer wieder einen Tritt bekommt. Das hat keinen Spaß gemacht." Nürnbergs Trainer Dieter Hecking verbuchte Schweinsteigers Groll als Kompliment: "Da haben wir wohl vieles richtig gemacht."
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1. FC Nürnberg - Bayern München 1:1
Der 1. FC Nürnberg holt zu zehnt einen Punkt gegen die Bayern.
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Perfekter Start für die Bayern
Heynckes hatte neben den verletzten Franck Ribéry und Arjen Robben, die bei ihren Länderspiel-Einsätzen unter der Woche Blessuren erlitten hatten, freiwillig auch auf seinen Kapitän Philipp Lahm verzichtet. Insgesamt wechselte er im Vergleich zum 2:0 gegen Eintracht Frankfurt die Mannschaft auf sechs Positionen aus. Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos liefen von Beginn an auf - und letzter fügte sich gleich bestens ein. Nach einem Stellungsfehler von Nürnbergs Javier Pinola hatte Kroos auf der rechten Seite freie Bahn, flankte nach innen, wo der heranlaufende Mandzukic schon in der dritten Minute zu seinem neunten Saisontreffer einnetzte. "Ich habe nach dem frühen Rückstand Bedenken gehabt, ob wir wieder so ins Spiel zurückkommen, wie wir das dann geschafft haben", sagte Nürnbergs Trainer Hecking. "Wenn die Bayern das zweite Tor nachlegen, dann wären wir nicht zurückgekommen."
Zu früh gefreut: Die Bayern bejubeln das Tor von Mario Mandzukic
Einem frühen Rückstand hinterherzulaufen war das Erste, was der Club hatte vermeiden wollen, nun sah er sich gezwungen, selbst mehr als zunächst geplant für das Spiel zu tun. Einen schnellen Ausgleich verhinderte Dante, der Polters Schussversuch blockte (6.), weitere Chancen hatten Seltenheitswert, erst in der 20. Minute schoss Gebhart auf das Tor von Neuer. Nürnberg war sehr engagiert, leistete sich im Spielaufbau aber viele Ballverluste. Ein solcher hätte beinahe zum zweiten Treffer für den FC Bayern geführt: Der genesene Nürnberger Torwart und Kapitän Raphael Schäfer verhinderte diesen allerdings bei einem schnellen Münchner Konter gegen den freistehenden Rafinha mit einer Parade vom Feinsten (35.). Insgesamt aber agierten die Münchner schon zu diesem Zeitpunkt etwas zu lässig.
Bayern verschlafen den Start in die zweite Hälfte
Torschütze Markus Feulner (r.) feiert nach dem Spiel mit Timothy Chandler
Den Start in die zweite Hälfte verschliefen die Münchner dann komplett. Nur 50 Sekunden nach der Pause erzielte der frühere Bayern-Spieler Markus Feulner mit einem Schuss aus 20 Metern den Ausgleich (46.), Nationaltorhüter Manuel Neuer sah dabei nicht besonders gut aus. Danach hatte der Rekordmeister Glück, dass gleich darauf Gebhart freistehend ein "Luftloch" schlug und auch Polter den Ball nicht aufs Tor brachte. "Wir hätten auch ein zweites Tor machen können", stellte Hecking fest. Jupp Heynckes reagierte auf der anderen Seite danach, brachte Javi Martínez für Anatolij Timoschtschuk und Philipp Lahm für Rafinha. Der Club blieb trotzdem am Drücker. Polters Kopfball (67.) klärte Neuer zu Ecke, Per Nilssons Kopfball flog ans Außennetz (68.). Nach dem Platzverweis für Gebhart durch den souveränen Berliner Schiedsrichter Manuel Gräfe mussten sich dann aber auch die Gastgeber wieder zurückziehen - und lieferten eine mitreißende Abwehrschlacht. "Nach hinten raus haben wir mit zehn gegen elf nur noch verteidigen können. Es war ein verdientes Unentschieden, ein verdienter Punkt", sagte Hecking. Der Club kämpfte um jeden Meter, die euphorischen Fans feierten in der Schlussphase jeden gewonnenen Zweikampf wie ein Tor.
Die Bayern kamen daher auch gegen zehn Nürnberger in der Schlussphase kaum noch zu Torchancen. "In der zweiten Halbzeit haben wir dann eine ganz andere Nürnberger Mannschaft erlebt, die engagiert nach vorne gespielt hat", sagte Heynckes. "Aufgrund der zweiten Halbzeit müssen wir akzeptieren, dass wir nur einen Punkt geholt haben."
sid/dpa | Stand: 17.11.2012, 18:36