Gladbach sauer - Punkte verschenkt

Granit Xhaka

Nach Niederlage in Hamburg

Gladbach sauer - Punkte verschenkt

Gut gestartet, geführt - am Ende dennoch verdient verloren. Die Gladbacher Borussia hatte allen Grund, angefressen auf die Niederlage in Hamburg zu reagieren.

Als die Mönchengladbacher Spieler am Sonntagnachmittag (14.02.16) nach der 2:3-Niederlage im Hamburger Volksparkstadion mit gesenkten Köpfen in die Kabinen schlichen, schauten viele auf Granit Xhaka. Auf den Kapitän der Borussia, der nach drei Spielen Sperre wegen einer Roten Karte erstmals wieder dabei gewesen war, hatte man im Borussen-Lager viele Hoffnungen gesetzt. Allein: Der 23-jährige Schweizer konnte sie nicht erfüllen.

Fataler "Das wird schon"-Modus

Xhaka hatte zwar mit 107 Ballkontakten die meisten auf dem Feld, war aber einer der ersten, die nach der 1:0-Führung der Borussia auf den Modus "Das wird schon" umschaltete. Halbherzig geführte Zweikämpfe, schlampige Pässe - nach spielerisch starker Anfangsphase stellte Gladbach das Kämpfen ein. Vor allem Xhaka. "Das muss er lernen, die Bundesliga ist eng. Wir müssen konzentriert sein, sonst kriegen wir ein Problem", meinte nach der Partie ein angesäuerter Coach André Schubert.

"Wir waren zu nachlässig und haben die Spannung verloren", meinte Schubert, der vor allem Xhaka in die Kritik nahm: "Er hat sich nicht mehr gezeigt wie vorher. Er hat die Bälle nicht mehr gefordert." Insgesamt fand Gladbachs Coach: "Man sah, dass Granit ein paar Spiele Pause hatte."

Den Gegner stark gemacht

Matthias Ostrzolek, Thorgan Hazard

Typisch: Matthias Ostrzolek (l.) vor Thorgan Hazard.

Tatsächlich war die Niederlage in Hamburg aus Borussen-Sicht höchst überflüssig. Nach gutem Start hatte man durch Johnsons Treffer (14.) völlig verdient die 1:0-Führung erzielt, die verunsicherten Hamburger liefen in der Anfangsphase eigentlich stets hinterher. Anstatt die seit sechs Spielen sieglosen Nordlichter in der Folge auch ergebnistechnisch zu distanzieren, ließen die Schubert-Schützlinge dann aber die Zügel schleifen. Und machten den Gegner unnötigerweise stark. Nach drei Gegentreffern kam Raffaels Anschluss (88.) zum 2:3 letztlich zu spät.

"Wir müssen uns richtig ärgern, dass wir die Punkte nicht mitgenommen haben", meinte Gladbachs Manager Max Eberl, er fand: "Wir haben das Spiel hergegeben nach dem Motto: Wir werden eh gewinnen. Aber man gewinnt eben nicht irgendwie." Größenwahn bei den Borussia-Spielern etwa? "Nein", fand Eberl, "wir haben nur die Konsequenz vermissen lassen. Hinten und vorne."

Folgenreiche Pleite

André Schubert

Gladbachs Coach André Schubert.

Die Niederlage in Hamburg war nicht nur ärgerlich sondern auch folgenreich: Nach der dritten Nullnummer im vierten Rückrundenspiel rutschte die Borussia trotz der Niederlagen der Konkurrenten Schalke und Hertha BSC auf Rang sieben und damit heraus aus den Europa-League-Plätzen. Die Euphorie um André Schubert, der das Team nach dem Favre-Rücktritt im Schnelldurchgang wieder in Champions-League-Nähe gepusht hatte, ist längst wieder verfolgen.

Bedenklich ist vor allem die anhaltende Defensivschwäche der Mannschaft, die nun schon 38 Gegentreffer kassiert hat - mehr hat einzig Werder Bremen. Alle drei Gegentreffer in Hamburg passierten nach haarsträubenden individuellen Fehlern der Abwehrspieler.

Jetzt gegen den 1. FC Köln

Die vom Manager angesprochene "Konsequenz" werden die Borussen schnellstmöglich wiederfinden müssen, sonst droht in Kürze noch viel schlechtere Stimmung. Nächster Gegner ist im heimischen Borussia-Park am kommenden Samstag der 1. FC Köln. Will man die eigenen Fans nicht ernsthaft gegen sich aufbringen, wird sich das Teanm gegen den derzeit stabil auftretenden rheinischen Rivalen keinen weiteren Ausrutscher leisten dürfen.

Stand: 15.02.2016, 11:45

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. 1. FC Köln 0 0
1. 1. FSV Mainz 05 0 0
1. 1899 Hoffenheim 0 0
1. Bayer Leverkusen 0 0
1. Bayern München 0 0
  ...    
1. SV Darmstadt 98 0 0
1. VfL Wolfsburg 0 0
1. Werder Bremen 0 0
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