Bayern feiern auch ohne Flügelstars

Die Münchner Javi Martinez (vorne) und Bastian Schweinsteiger (dahinter)

Bayern München - 1. FSV Mainz 05 3:1

Bayern feiern auch ohne Flügelstars

Dritter Liga-Spieltag, dritter Sieg für den FC Bayern: Gegen den 1. FSV Mainz 05 hatte das Münchner Millionen-Ensemble vier Tage vor dem Auftakt in der Champions League gegen den FC Valencia weitgehend leichtes Spiel - und das ohne Arjen Robben und Franck Ribéry.

40-Millionen-Mann Javi Martínez kam erst in der 75. Minute, Robben und Ribéry waren mit Oberschenkelproblemen ebenso wie die verletzten Mario Gomez und David Alaba erst gar nicht dabei. Dennoch ist Bayern München in der Fußball-Bundesliga auch ohne seine Stars nicht zu bremsen. Das 3:1 (2:0) gegen Angstgegner 1. FSV Mainz 05 wurde mit einem Blitzstart früh eingetütet.

Den ersten Erfolg gegen Mainz seit eineinhalb Jahren stellten Mario Mandzukic (2. Minute), Bastian Schweinsteiger (13.) und Toni Kroos (90./+2) sicher. Für etwas Spannung sorgte immerhin Adam Szalai mit seinem Elfmetertreffer (59.). Danach allerdings kamen die Mainzer zu keinen ernsthaften Ausgleichschancen. "Unsere Situation war ein Punkt aus drei Spielen. Ich habe keinen Gedanken an eine Sensation in München verschwendet. Das ehrt uns, dass uns das zugetraut wurde", meinte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel ernüchtert.

Jupp Heynckes Play-Icon

Jupp Heynckes und Thomas Tuchel vor der Presse | 08:42 min | 15.09.2012 | Sportschau | Das Erste

Neuer: "Können ganz ordentlich Fußball spielen"

Richtig rund lief es bei der Heynckes-Elf vor allem in der Anfangsviertelstunde, danach ließen es die Münchner vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena lockerer angehen. Dass die drei Punkte trotzdem nie in Gefahr gerieten, war vor allem der weitgehenden Mainzer Ungefährlichkeit zu verdanken.

Noch in der vergangenen Saison hatten die Rheinhessen vier Zähler gegen die Bayern geholt, diesmal hatten sie kaum etwas entgegenzusetzen. "Nach der ersten halben Stunde haben wir es leider ein bisschen schleifen lassen. Am Ende haben wir dann aber wieder gezeigt, dass wir ganz ordentlich Fußball spielen können", urteilte Torwart Manuel Neuer.

Mandzukic' sechster Treffer

Bestens eingelebt hat sich vor allem die kroatische Stürmer-Neuerwerbung Mandzukic. Der frühere Wolfsburger traf im fünften Saisonpflichtspiel seines neuen Clubs bereits zum sechsten Mal, wenn man auch das Supercup-Duell mit Double-Sieger Borussia Dortmund aus dem August dazurechnet. Schon nach 90 Sekunden brauchte er allein vor dem FSV-Tor nur noch seinen linken Fuß für die Führung hinzuhalten, nachdem ihn Thomas Müller mit einem exzellenten Querpass vorher in Szene gesetzt hatte.

Kurz darauf legte Nationalspieler Schweinsteiger per Kopf das zweite Tor nach - da blinzelte kurz sogar die Sonne durch den bis dato ziemlich bedeckten Münchner Nachmittagshimmel.

Martínez als Vorbereiter

Den Mainzern gefiel das freilich gar nicht - am wenigsten Trainer Tuchel, der die erste knappe Viertelstunde fast ständig direkt an der Seitenlinie anzutreffen war und seine Unzufriedenheit mit wilden Armbewegungen zum Ausdruck brachte. Selbst beim 1:2 profitierten die Gäste ausschließlich vom ungestümen Einsatz Dantes, der Julian Baumgartlinger im Strafraum umgrätschte. Den Strafstoß verwandelte Szalai sicher. Auf der Gegenseite verpassten die Münchner allerdings gleich mehrmals den dritten Treffer. Erst kurz vor dem Abpfiff gelang der dann noch Kroos nach feiner Vorlage des Spaniers Martínez.

Bayern München - 1. FSV Mainz 05 3:1

Vor dem Start in die Champions League feiert Bayern München eine gelungene Generalprobe gegen den 1. FSV Mainz 05.

Die Münchner Xherdan Shaqiri (l.) und Mario Mandzukic

Blitzstart des FC Bayern: Schon nach zwei Minuten bejubelt Stürmer Mario Mandzukic (r.) mit Xherdan Shaqiri seinen Treffer zum 1:0. Es ist der sechste Treffer des Kroaten im fünften Pflichtspiel für die Münchner.

Blitzstart des FC Bayern: Schon nach zwei Minuten bejubelt Stürmer Mario Mandzukic (r.) mit Xherdan Shaqiri seinen Treffer zum 1:0. Es ist der sechste Treffer des Kroaten im fünften Pflichtspiel für die Münchner.

In die Torschützenliste trägt sich auch Bastian Schweinsteiger (r.), hier im Zweikampf mit dem Mainzer Elkin Soto, ein. Ihm gelingt in der 13. Minute das 2:0 für die Münchner.

Nach dem 0:2 schwer frustriert: der Mainzer Torhüter Christian Wetklo.

Hat trotz der Niederlage noch eine ausgeglichene Bilanz gegen den FC Bayern: der Mainzer Trainer Thomas Tuchel (l.), hier Arm in Arm mit Bayern-Coach Jupp Heynckes. Drei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen stehen auf seinem Konto.

Wartet weiter auf sein Startelf-Debüt: Javi Martinez. Der 40-Millionen-Euro-Einkauf wird in der 75. Minute eingewechselt und bereitet das 3:1 für den FC Bayern durch Toni Kroos vor.

Deprimiert nach einem viel zu ängstlichen Auftritt an der Isar: die Spieler des 1. FSV Mainz 05 nach Spielende.

Tuchel: "Das stinknormalste Ergebnis"

Bayerns Trainer Heynckes analysierte die Partie so: "Wir haben eine halbe Stunde exzellenten Fußball gezeigt. Die Tore waren überragend gemacht, über außen nach Spielverlagerung. In den 15 Minuten vor der Pause waren wir etwas zu passiv. Nach dem Gegentreffer haben wir aber die Kontrolle wieder übernommen und hatten viele Torchancen." Sein Mainzer Kollege Tuchel sagte: "Wir sind extrem schnell und unglücklich in Rückstand geraten. Wir waren sehr passiv und haben uns sehr weit zurückgezogen. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht und etwas mehr Mut gefasst. Man muss aber in aller Bescheidenheit damit zufrieden sein. Auch wenn ich mich über die Niederlage ärgere, muss man klar anerkennen, dass es das stinknormalste Ergebnis ist."

Die Einstellung eines Rekords durfte noch Münchens Stürmer Claudio Pizarro feiern: Durch seinen Kurzeinsatz hat er zu den ausländischen Fußball-Profis mit den meisten Bundesliga-Spielen aufgeschlossen. Wie Zé Roberto und Lewan Kobiaschwili hat der Peruaner in der deutschen Eliteklasse nun ebenfalls 336 Einsätze auf dem Konto.

dpa/sid/red | Stand: 15.09.2012, 19:10