Mainzer trotz Überzahl harmlos

Mainz' Junior Diaz (r.) im Zweikampf mit Wolfsburgs Ivica Olic.

1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:1

Mainzer trotz Überzahl harmlos

Der Trainer von der Grippe gezeichnet, der Manager zu Hause im Bett – und die Mannschaft schluckt eine bittere Pille nach der anderen. Mit dem 1:1 (1:1) gegen lange Zeit in Unterzahl spielende Wolfsburger hält die Schwächephase von Mainz 05 an und könnte die Teilnahme am Europacup gefährden.

Der FSV, der mittlerweile seit vier Partien auf einen Sieg wartet, braucht vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstag (26.02.2013) gegen den SC Freiburg dringend die richtige Medizin. "Die Zuschauer sind nach so einem Spiel natürlich ziemlich enttäuscht. Man muss ganz klar sagen, dass wir es auch gegen zehn Mann nicht geschafft haben, unser Spiel aufzuziehen", sagte der ernüchtert wirkende Klubchef Harald Strutz, der am Samstag als einziger Verantwortlicher die Lage kommentierte.

Nicolai Müller gibt ein Interview nach dem Spiel gegen Wolfsburg Play-Icon

Stimmen zum Spiel Mainz - Wolfsburg (1:1) | 01:27 min | 23.02.2013 | Sportschau | Das Erste

Co-Trainer Michels: "Enttäuscht über die Art und Weise"

Der kranke Manager Christian Heidel war erst gar nicht ins Stadion gekommen, der nach wie vor angeschlagene Trainer Thomas Tuchel machte sich direkt nach Schlusspfiff wieder auf den Weg unter die heimische Decke. Kuschelig wird es für die Mainzer Profis in den nächsten Tagen sicher nicht. Das ließ Tuchels Assistent und Vertreter Arno Michels bereits durchblicken. "Wir sind enttäuscht über das Ergebnis und die Art und Weise unseres Spiels", sagte der Co-Trainer nach der Partie vor 27.175 Zuschauern: "Mit diesem Auftritt können wir nicht einverstanden sein." Dabei hatten die Wolfsburger eigentlich alles getan, um den Mainzern wieder zu einem Erfolgserlebnis zu verhelfen.

1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 1:1

Mainz und Wolfsburg trennen sich 1:1, wobei VfL-Verteidiger Alexander Madlung in der 30. Minute mit Rot vom Platz musste.

Kopfballduell zwischen Bas Dost (l.) und Julian Baumgartlinger.

Kopfballduell zwischen Bas Dost (l.) und Julian Baumgartlinger.

Kopfballduell zwischen Bas Dost (l.) und Julian Baumgartlinger.

Mainz' Niki Zimling (l.) erzielt gegen Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio das 1:0.

Mainzer Jubel nach dem Treffer zum 1:0.

Der Wolfsburger Naldo (M.) jubelt nach seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 zusammen mit Jan Polak (l.) und Makoto Hasebe.

Alexander Madlung (r.) bekommt von Schiedsrichter Peter Sippel die Rote Karte gezeigt.

Junior Diaz (r.) im Zweikampf mit Ivica Olic.

Rote Karte für Madlung

Erst bereitete Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio mit einem haarsträubenden Fehlpass das erste Bundesligator des dänischen Neuzugangs Niki Zimling (5.) vor. Danach verabschiedete sich Alexander Madlung frühzeitig: Der VfL-Innenverteidiger sah nach einer halben Stunde wegen einer Notbremse gegen Nicolai Müller die Rote Karte. Gegen zehn Mann hätten die Mainzer eigentlich genug Zeit gehabt, um trotz des Ausgleichs durch den überragenden Brasilianer Naldo (15.) als Sieger vom Platz zu gehen. Stattdessen war über weite Strecken nicht einmal zu merken, dass Mainz in Überzahl spielte. Erst in der Schlussphase konnten die Gastgeber, die mittlerweile 33 Punkte gesammelt haben, ein wenig Druck aufbauen und zwei Chancen herausspielen. Ein Sieg wäre aber nicht verdient gewesen.

Dieter Hecking spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei den Mainzern Play-Icon

Dieter Hecking und Arno Michels vor der Presse | 08:44 min | 23.02.2013 | Sportschau | Das Erste

Hecking: "So wollen wir Fußball spielen"

So sah es auch der zufriedene Wolfsburger Trainer Dieter Hecking, der am elften Spieltag bereits als Coach des 1. FC Nürnberg in Mainz zu Gast gewesen war (1:2). "Die Mannschaft hat sich nach dem Platzverweis hervorragend präsentiert. Dass sie so ein Spiel abliefert, hätte ich nicht erwartet", sagte der Coach: "Wir haben Mainz fast komplett von unserem Tor weggehalten. So wollen wir Fußball spielen. Das war ein großer Schritt nach vorne." Mit dem Selbstvertrauen des Punktgewinns im Rücken wollen die Wolfsburger ihre Pokalhürde am Dienstag bei Favoritenschreck Kickers Offenbach meistern. Für den VfL (27 Punkte) scheint der Pokal der einzige Weg nach Europa zu sein. Das weiß auch Manager Klaus Allofs: "In Offenbach müssen wir genauso spielen, nur ohne Fehler. Es geht nur mit diesem Aufwand und nicht mit weniger."

sid | Stand: 23.02.2013, 17:29