Enttäuschende 96-Pleite in Mainz

Hannovers Christian Pander zeigt seine Enttäuschung nach dem Schlusspfiff.

1. FSV Mainz 05 - Hannover 96 2:1

Enttäuschende 96-Pleite in Mainz

Der Frust über die Niederlage in Mainz musste einfach raus. "Wie würden Sie es denn angehen", blaffte Hannovers Trainer Mirko Slomka einen Fragesteller an, der einen Ausblick auf den Rest der Hinrunde haben wollte: "Wie wäre es denn mit besser spielen und gewinnen? Das wäre doch immer gut."

Der Ärger bei Mirko Slomka saß tief. Schließlich verpassten seine Schützlinge trotz einer 41-minütigen Überzahl nicht nur den Sieg, sie kassierten kurz vor Schluss auch noch den Treffer zum Endstand von 1:2 (1:1). Das konnte neben Slomka auch Manager Jörg Schmadtke kaum fassen. "Ich habe während unserer Überzahl keine klaren Torchancen gesehen. Die Mainzer Abwehr ist nicht einmal richtig ins Schwimmen gekommen. Das ist natürlich einfach schlecht", kommentierte Schmadtke die Vorstellung der Niedersachsen ab der 49. Minute.

Schmadtke kritisiert "Fahrlässigkeit"

"Wenn man den Sieg will, muss man mehr Druck auf den Gegner machen. Das ist uns nicht gelungen. Und in der Rückwärtsbewegung waren wir nachlässig und zum Teil sogar fahrlässig", sagte Schmadtke. Diese Fahrlässigkeit nutzte der Mainzer Torjäger Adam Szalai, der in der 89. Minute per Kopf sein neuntes Saisontor erzielte.

Mirko Slomka spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Mainz Play-Icon

Pressekonferenz mit Mirko Slomka und Thomas Tuchel | 05:27 min | 01.12.2012 | Sportschau | Das Erste

Rote Karte für Keeper Wetklo

Die eigentlich entscheidende Szene sahen die 28.277 Zuschauer aber bereits in der 49. Minute. Nachdem sich beide Mannschaften zuvor eine weitgehend ausgeglichene Partie geliefert hatten, die durch die Treffer von Nicolai Müller (10.) und Christian Schulz (28.) ein gerechtes Zwischenergebnis aufwies, kippte das Spiel im Anschluss an den Platzverweis für FSV-Torwart Christian Wetklo zu Gunsten der Gastgeber.

Thomas Tuchel gibt nach dem Spiel gegen Hannover ein Interview Play-Icon

Stimmen zum Spiel Mainz - Hannover (2:1) | 01:29 min | 01.12.2012 | Sportschau | Das Erste

Tuchel: "Sind total über uns hinausgewachsen"

"Die Rote Karte hat uns früh in eine Außenseiterrolle gebracht, in der wir total über uns hinaus gewachsen sind. Das haben wir diesmal wohl gebraucht. Davor hat uns die Emotion gefehlt", kommentierte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel die Leistungssteigerung seiner Profis nach der berechtigten Roten Karte gegen Wetklo, der mit einem Handspiel außerhalb des Strafraums eine Großchance der Gäste vereitelte. Dass der Wetklo-Ersatz Loris Karius anschließend bei seinem Bundesliga-Debüt kaum etwas halten musste, brachte Tuchels Kollegen Slomka aber nicht einmal so sehr auf die Palme.

1. FSV Mainz 05 - Hannover 96 2:1

Durch einen späten Treffer von Adam Szalai siegt Mainz 05 in Unterzahl gegen Hannover 96.

Kopfballduell zwischen Adam Szalai (vorne) und Mario Eggimann.

Kopfballduell zwischen Adam Szalai (vorne) und Mario Eggimann.

Kopfballduell zwischen Adam Szalai (vorne) und Mario Eggimann.

Mainzer Jubel nach dem Führungstreffer zum 1:0 durch Nicolai Müller.

Bo Sevensson und Christian Wetklo (Mitte) im Duell mit Lars Stindl (l.).

Hannovers Spieler bejubeln das 1:1 durch Christian Schulz.

Der Mainzer Towart Christian Wetklo (Mitte) bekommt von Schiedsrichter Günter Perl (Mitte r.) die rote Karte gezeigt.

Radoslav Zabavnik (Mitte) und Andreas Ivanschitz (l.) kämpfen mit Mame Diouf um den Ball.

Mainz zieht an Hannover vorbei

Hannovers Trainer, um dessen Vertragsverlängerung über das Saisonende hinaus weiter gepokert wird, verzweifelte viel mehr am mangelnden Spielverständnis seiner Schützlinge, die bereits vor dem abschließenden Vorrunden-Spiel am Donnerstag (06.12.2012) bei UD Levante für die Zwischenrunde der Europa League qualifiziert sind. "Irgendwann merkt man, dass ein Sieg glücklich wäre. Das muss man aber auch auf dem Platz erkennen, damit man wenigstens einen Punkt mitnimmt. Stattdessen machen wir fahrlässige Fehler. Jetzt ist Mainz an uns vorbeigezogen – und das verdient", sagte der Coach, dessen Team vor der Partie dieselbe Punktzahl und die gleiche Tordifferenz wie die Mainzer vorweisen konnte. Nun hat der FSV mit 23 Punkten eine bessere Ausgangsposition für den Kampf um einen Europacup-Platz als Hannover (20).

Ziel bleibt wie immer der Klassenerhalt

Vom Europapokal möchten die Mainzer allerdings nichts hören. "Die Fans dürfen träumen, aber wir bleiben auf dem Boden. Unser Ziel ist dasselbe wie vor der Saison, wir wollen die Bundesliga sichern", sagte Torschütze Szalai. In dieselbe Kerbe schlug auch FSV-Präsident Harald Strutz: "Die Tabelle können wir genießen, und die Punktzahl ist eine großartige Leistung. Aber beim Blick auf die Tabelle sieht man auch, dass nur zwei Mannschaften abgeschlagen sind."

Adam Szalai Play-Icon Audio-Icon

Adam Szalai köpft Mainz zum Sieg | 00:33 min | 01.12.2012 | WDR 2 Liga Live

sid | Stand: 01.12.2012, 17:30