BVB-Zauberer können auch malochen

Robert Lewandowski (M.) bejubelt seinen Siegtreffer mit Marco Reus (l.) und Mario Götze

1. FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 1:2

BVB-Zauberer können auch malochen

Aus den Zauberern von Amsterdam wurden die Malocher: Borussia Dortmund hat beim 2:1 (2:1) beim 1. FSV Mainz 05 die Mentalitätsprüfung bestanden. Was blieb, war ein "Tor-Streit".

Nach dem Arbeitssieg zum Abschluss einer Traumwoche begann für Robert Lewandowski der härteste Kampf - der um seinen vierten Doppelpack in Serie. "Es war mein Tor", sagte der Stürmerstar von Borussia Dortmund im Brustton der Überzeugung und verschwand nach dem 2:1 (2:1)-Erfolg des Deutschen Meisters beim 1. FSV Mainz 05 völlig siegessicher in der Kabine. Die Diskussion über den Schützen des Ausgleichstreffers der Gäste (11.) beschäftigte Matchwinner Lewandowski weitaus mehr als den offiziellen Torschützen Marco Reus. "Ich habe keine Ahnung, und es ist mir auch scheißegal", sagte der zuletzt überragende Nationalspieler zum "Tor-Streit".

Thomas Tuchel gibt ein Interview nach dem Spiel gegen den BVB Play-Icon

Stimmen zum Spiel Mainz - Dortmund (1:2) | 01:45 min | 24.11.2012 | Sportschau | Das Erste

Klopp: "Prüfung bestanden"

Ob Lewandowski bei der scharfen Hereingabe von Reus noch am Ball war, ließ sich letztlich auch mit Hilfe der TV-Bilder nicht klären. Trösten dürfte den Polen Lewandowski die Tatsache, dass er mit einem sehenswerten Lupfer zum Endstand (43.) seine Qualitäten eindrucksvoll unterstrich. Egal, ob mit nun acht oder neun Bundesliga-Saisontreffern auf dem Konto. Keinen Zweifel gab es indes an der Bewertung des Dortmunder Auftritts drei Tage nach der Gala in der Champions League bei Ajax Amsterdam (4:1). "Es war ein Mentalitätsspiel, und wir haben die Prüfung bestanden", meinte BVB-Trainer Jürgen Klopp mit Blick auf die Tatsache, dass sein Team nach dem atemberaubenden Auftritt in der Königsklasse "von ganz Europa" abgefeiert worden sei. "Es ist extrem schwierig, dann nicht wegzuknicken. Das ist Mentalität, das fand ich heute brutal stark", lobte der 45-jährige Erfolgscoach.

Watzke: "Man kann gar nicht so viele Hüte ziehen"

Nach zuletzt vier Siegen in fünf Ligapartien hat sich der Pokalsieger still und leise auf Platz zwei der Tabelle geschlichen und unter anderem den Erzrivalen Schalke 04 überflügelt. Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war beeindruckt, wie aus den Zauberern von Amsterdam die Malocher von Mainz wurden. "Man kann gar nicht so viele Hüte haben, wie man vor dieser Mannschaft ziehen müsste. Das war eine unglaubliche Energieleistung", sagte Watzke über die zwei Erfolgsgesichter der Schwarz-Gelben, die sich vom frühen Rückstand durch ein Traumtor von Marco Caligiuri (4.) nicht schocken ließen.

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Klopp: "Wir haben ein fantastisches Spiel gemacht" | 03:02 min | 24.11.2012 | WDR 2 Liga Live

Bender: "Solche Arbeitssiege machen richtig Spaß"

Bestes Beispiel für die Borussen-Moral war vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw der überzeugende Sven Bender. Der Nationalspieler lief trotz eines Nasenbeinbruchs auf - ohne Maske. "Solche Arbeitssiege machen richtig Spaß", erklärte Bender und meinte es ernst. Abwehrspieler Neven Subotic glaubte sogar, sich trotz schwerer Beine für die Art und Weise des Sieges entschuldigen zu müssen. "Wir können", sagte Subotic, "ja nicht immer die Sterne vom Himmel spielen."

Einziger Wermutsstropfen für Klopp an seiner alten Wirkungsstätte: Die Kritik von Lutz Michael Fröhlich, dem Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), am emotionalen Verhalten des Coaches an der Seitenlinie. "Das hat mich schon getroffen. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen und hatte meine Vorfälle in der Vergangenheit. Aber ob man sowas öffentlich machen muss? Es ist jedenfalls nie schön, in einem solchen Zusammenhang genannt zu werden", meinte "Kloppo".

1. FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 1:2

Borussia Dortmund bleibt auch in der Liga auf Erfolgskurs und dreht beim 1. FSV Mainz 05 das Spiel.

Robert Lewandowski (l.) überwindet Christian Wetklo zum 1:2

Da hat der Mainzer Torhüter Christian Wetklo keine Chance: Mit einem sehenswerten Heber überlistet ihn Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski und erzielt den Siegtreffer zum 1:2 für den BVB.

Da hat der Mainzer Torhüter Christian Wetklo keine Chance: Mit einem sehenswerten Heber überlistet ihn Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski und erzielt den Siegtreffer zum 1:2 für den BVB.

Dabei fängt die Partie für Mainz so gut an: Marco Caligiuri besorgt die frühe Führung für den 1. FSV Mainz 05.

Doch die Dortmunder Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Marco Reus (l.), der auch immer wieder in der Defensive mit aushilft, lässt sich für seinen Treffer zum 1:1 feiern.

Der Mainzer Andreas Ivanschitz (l.) ärgert sich nicht nur in dieser Szene schwarz. Er alleine hätte bei drei Großchancen das Spiel zugunsten der Rheinhessen entscheiden können.

Bundestrainer Joachim Löw (r.) sieht ein temporeiches Bundesligaspiel mit viel Klasse.

Wermutstropfen im Dortmunder Siegesrausch: Ilkay Gündogan muss schon in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. Er hat sich eine Knöchelverletzung zugezogen, fällt womöglich am kommenden Dienstag gegen Fortuna Düsseldorf aus.

Fröhlich hatte dem Meistertrainer vorgeworfen, ein schlechtes Vorbild abzugeben und Respektlosigkeiten gegen Schiedsrichter im Amateurbereich zu fördern. Am Samstag allerdings verstand sich Klopp nach eigener Aussage "gut" mit der vierten Offiziellen Bibiana Steinhaus.

Tuchel: "Bin mit unserer Leistung einverstanden"

Ebenso wie sein Mainzer Kollege Thomas Tuchel, der auch immer mal wieder mit den Unparteiischen hadert. Auf harsche Kritik verzichtete er nach der ersten Heimpleite seit dem 2. Spieltag aber auch in Bezug auf seine Mannschaft. "Wir wollten mutig spielen, und es hat zu vielen Torchancen gereicht. Aber leider hat es nur zu einem Tor gereicht. Wir wollten die Zweikampfstatistik gewinnen, das haben wir nicht geschafft. Wir haben es in der zweiten Halbzeit versäumt, die Konter sauber zu Ende zu spielen. Mit unserer Leistung bin ich aber einverstanden.", sagte Tuchel. Während Dortmunds Mats Hummels in den Katakomben den "Tor-Streit" auf seine Weise löste: "Dann schreibt mir doch den Treffer zu."

Jürgen Klopp spricht auf der Pressekonferenz nach der Partie in Mainz. Play-Icon

Jürgen Klopp und Thomas Tuchel vor der Presse | 07:44 min | 24.11.2012 | Sportschau | Das Erste

sid | Stand: 24.11.2012, 19:37