Bayer bleibt am BVB dran

Leverkusener Jubel um Siegtorschütze Lars Bender

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 2:1 (0:1)

Bayer bleibt am BVB dran

Bis zur 82. Minute war Stuttgart dicht dran an einem Sieg in Leverkusen, dann trafen Stefan Kießling und Lars Bender zum Sieg. Damit hat Bayer eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation.

Mit einer überraschenden Schlussoffensive ist Bayer Leverkusen dem direkten Einzug in die Champions League einen großen Schritt näher gekommen. Zwei späte Tore durch Stefan Kießling (82./Handelfmeter) und Lars Bender (86.) bescherten der Werkself einen 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart, nachdem Vedad Ibisevic (12./Foulelfmeter) die Gäste früh in Führung gebracht hatte. "Wenn man die Moral der Mannschaft sieht, dann ist das einfach geil. Wir haben das Spiel gedreht, und das ist haushoch verdient", sagte Kießling nach seinem achten Ligatreffer gegen den VfB.

Auch Teamchef Sami Hyypiä freute sich über den Last-Minute-Sieg: "Unser Spiel war in der ersten Halbzeit nicht schnell und nicht präzise genug. Aber wir haben bis zur 90. Minute das Tempo hochgehalten und alles versucht. Ich bin froh, dass wir Charakter gezeigt und das Spiel gewonnen haben."

Labbadia: "Hätten das Spiel auch gewinnen können"

Mit dem 13. Saisonsieg vergrößerte Bayer als Tabellendritter in der Bundesliga den Abstand zum Verfolger Eintracht Frankfurt auf sieben Punkte. Zugleich setzten die Leverkusener nach zuvor nur einem Sieg in fünf Liga-Partien und dem Aus in der Europa League gegen Benfica Lissabon wieder ein Zeichen. Die Hoffnungen der Stuttgarter, einem Europacup-Rang wieder näher zu kommen, erfüllten sich dagegen nicht.

VfB-Coach Bruno Labbadia zeigte sich dementsprechend enttäuscht: "Die Niederlage ist sehr bitter. Wir hätten das Spiel auch gewinnen können. Leider haben wir in der zweiten Halbzeit bei zwei richtig guten Möglichkeiten den Sack nicht zu gemacht." Ähnlich fiel die Analyse von Keeper Sven Ulreich aus: "Wir haben es 80 Minuten sehr gut gemacht, aber am Ende waren wir zu nachlässig. Wir müssen vor dem Tor entschlossener sein."

Frühe VfB-Führung

Nach dem Europacup-Aus in Lissabon und der trostlosen Nullnummer beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth hatten sich die Leverkusener viel vorgenommen. Zumal bei den Stuttgartern ihr Ex-Coach Bruno Labbadia auf der Bank saß, auf den sie bis heute nicht gut zu sprechen sind. Tatsächlich gingen die Gastgeber zunächst zielstrebig ans Werk, wurden in der 12. Minute aber schon ausgebremst: Bayer-Verteidiger Philipp Wollscheid brachte Ibisevic genau auf der Strafraumgrenze zu Fall - Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied auf Strafstoß, den der gefoulte Stuttgarter selbst verwandelte.

Bayer Levekusen - VfB Stuttgart 2:1

Bayer Leverkusen bleibt mit einem Arbeitssieg gegen Stuttgart dem BVB im Kampf um die Champions League-Teilnahme auf den Fersen.

Stuttgarts Antonio Rüdiger klärt oft gegen Stefan Kießling & Co.

Stuttgarts Antonio Rüdiger klärt gegen Stefan Kießling.

Stuttgarts Antonio Rüdiger klärt gegen Stefan Kießling.

Der Tscheche Michal Kadlec gibt nach viereinhalb Monaten sein Comeback für Bayer.

Das folgenschwere Foul von Philipp Wollscheid gegen Vedad Ibisevic im Strafraum.

Der Gefoulte tritt selbst an und trifft: Ibisevic verwandelt souverän.

Der Jubel der Gäste ob der frühen Führung in der 12. Minute.

Leverkusens Daniel Carvajal (li.) im Laufduell mit Raphael Holzhauser.

Kießling und seine Teamkollegen rennen 80 Minuten lang aufs VfB-Tor an - und haben am Ende Erfolg.

Leverkusener Jubel um Siegtorschütze Lars Bender nach dem späten Doppelschlag.

Langer Anlauf bei der Aufholjagd

Danach lief bei Bayer nicht mehr viel gegen die sich fast nur in der eigenen Hälfte aufhaltenden Gäste zusammen. Wie schon in den Partien zuvor fehlte den Leverkusener die Kreativität in der Offensive, um das Abwehrbollwerk des Gegners zu knacken. Chancen waren Mangelware. In der 17. Minute köpfte Kießling nach Ecke von Gonzalo Castro über das Tor. Fast eine Viertelstunde dauerte es, ehe Bayer-Kapitän Bender erstmals VfB-Torwart Ulreich prüfte. Drei Minuten später war Ulreich nach einem Heber von Kießling schon geschlagen, aber Serdar Tasci (42.) drosch den Ball Zentimeter vor der Torlinie noch weg.

Die Stuttgarter zeigten drei Tage nach dem Pokalerfolg gegen den VfL Bochum (0:2) kaum Ermüdungserscheinungen und bewiesen, dass sie nach München und Dortmund der auswärtsstärkste Klub der Liga sind. Nach der Pause wagten sie sich sogar öfter aus der eigenen Hälfte und waren dem zweiten Treffer zunächst näher. Bei zwei Schüssen von Christian Gentner (50./56.) und gegen den allein auf ihn zulaufenden Gotoku Sakai (62.) bewahrte jedoch Torwart Bernd Leno den Werksclub gegen seinen ehemaligen Verein mehrfach vor einem weiteren Treffer.

Die Leverkusener mühten sich lange vergeblich um den Ausgleich und brauchten die Hilfe von Cristian Molinaro, der mit seinem Handspiel das 1:1 durch Kießling ermöglichte. Zuvor hatte Bayer kaum eine zündende Idee gehabt, um eine Lücke in der VfB-Abwehr zu finden. Vier Minuten vor dem regulären Ende köpfte Bender das etwas glückliche Siegtor gegen kämpferisch überzeugende Stuttgarter.

dpa/sid | Stand: 02.03.2013, 20:20