Fußballfest in Leverkusen
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Bayer 04 Leverkusen - 1. FSV Mainz 05 2:2
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Nach dem dritten "Billardtor" innerhalb von 16 Tagen schüttelte Stefan Kießling nur noch ungläubig den Kopf. "Brust, Knie, Schienbein. So langsam krieg ich meine eigene Kategorie", meinte der 28-jährige nach dem 2:2 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 schmunzelnd.
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Normale Tore sind Kießling scheinbar zu langweilig. Dafür trifft er in nahezu jedem Spiel. Mit dem ganzen Körper, und vor allem: Mit großem Willen.
Im Europa-League-Spiel bei Rosenborg Trondheim hatte er den Ball zum 1:0-Siegtor mit der Brust ins Tor gelenkt, beim 2:2 in Stuttgart bekam er ihn ans Knie geschossen, diesmal lenkte der Mainzer Schlussmann Christian Wetklo Kießlings Kopfball mit dem Schienbein über die eigene Linie.
Kießling war unzufrieden
Dass der Führungstreffer (43.) wie in Stuttgart nur zu einem Punkt reichte, verdarb aber selbst dem mit 18 Toren erfolgreichsten Bundesliga-Stürmer im Kalenderjahr 2012 die Laune. "Es kann nicht sein, dass wir so viele Punkte liegenlassen", sagte Kießling. Wie wichtig Kießling für Bayer ist, zeigte auch die Schlussphase, als der Stürmer die am Boden liegende Mannschaft und die pfeifenden Zuschauer mit seinem Willen mitriss und vor dem 2:2 von Gonzalo Castro (87.) den Ball gefährlich machte. "Das hat Stefan in den letzten Wochen schon gemacht", meinte Trainer Sascha Lewandowski. Doch ihm und Bayer ist ein Kießling zu wenig: "Wir können uns nicht immer nur auf Stefan verlassen. Da sind auch mal andere Spieler aus anderen Positionen gefragt, Tore zu schießen."
Ein Spieler mit großem Willen stand auch bei den Mainzern nach dem Spiel im Mittelpunkt der Diskussionen. "Bei 'Wetti' muss man generell immer Angst haben, dass er vom Platz fliegt", meinte Mitspieler Marcel Risse über seinen Schlussmann Wetklo: "Aber das ist halt Wetti, da müssen wir alle mit leben. Und wenn er die entscheidenden Bälle hält, soll es uns recht sein."
Bereits in der 27. Minute hatte Wetklo wegen Zeitspiels die Gelbe Karte gesehen, nach einer vermeintlichen Abseitsposition war er bereits fuchsteufelswild auf Schiedsrichter Peter Sippel zugelaufen. Und als er nach seinem Missgeschick beim 0:1 eine erneute Fehlentscheidung witterte, schien der 32-Jährige kaum noch zu bändigen. Weder Sippel noch die Mitspieler schienen beim Gang in die Kabine vor Wetklos Zorn sicher, Teammanager Axel Schuster eilte auf den Platz und hielt den Hitzkopf zurück.
Tuchel fand es gar nicht schlimm
"Aus meiner Sicht war es heute gar nicht so schlimm", meinte FSV-Coach Thomas Tuchel - und ergänzte schmunzelnd: "Da sehen sie mal, wie wild der normalerweise ist." Wetklo sei "nicht der einzige Torwart, der im gegnerischen Stadion polarisiert. Er kann es eben kaum ertragen, wenn wir unter unseren Möglichkeiten spielen. Aber das Recht hat er, vor allem, wenn er sich nicht von seiner eigenen Emotionalität ablenken lässt."
Emotional war auch die Rückkehr für das Bayer-Eigengewächs Marcel Risse, das beim Comeback als Joker beinahe zum Matchwinner geworden wäre. "Ich war froh, nach zehn Wochen wieder spielen zu können und gleich ein Tor gemacht zu haben Da muss man sich beim Jubel auch nicht zurückhalten, wie es vielleicht andere nach einem Tor beim Ex-Klub machen", erklärte der 22-Jährige, der 1997 im Alter von sieben Jahren Bayer Leverkusen beitrat. Bis 2011 spielte er mit einer kurzen Unterbrechung beim Werksklub, nun verhinderte einzig Castros später Treffer, dass sein 2:1 (76.) nach dem Ausgleich von Adam Szalai (58.) das goldene Tor war.
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Bayer 04 Leverkusen - 1. FSV Mainz 05 2:2
Bayer Leverkusen und der FSV Mainz 05 haben sich in einem guten Spiel remis getrennt.
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sid | Stand: 20.10.2012, 19:06