Bayers Ärger statt Millionen

André Schürrle (re.), Lars Bender

Angebote für Schürrle und Bender abgelehnt

Bayers Ärger statt Millionen

Bayer Leverkusen hat lukrative Angebote für André Schürrle und Lars Bender abgelehnt. Statt einer Millionenhöhe handelte sich der Fußball-Bundesligist Ärger ein.

Nun sind auch die letzten Nationalspieler zurück. André Schürrle und Lars Bender sind bei ihrem Verein ins Training eingestiegen. In St. Gallen bereiten sie sich mit dem Verein auf die Bundesligasaison vor. Das ist eine gute Nachricht für Bayer Leverkusen und eine schlechte für den FC Chelsea und den FC Bayern. Die Engländer wollten Schürrle, die Münchner wollten und wollen Bender - beide Klubs blitzten ab.

Nach dem geplatzten Wechsel zu Champions-League-Gewinner FC Chelsea kritisierte Schürrle die Verantwortlichen in Leverkusen. "Chelsea wäre für mich sehr interessant gewesen. So eine Chance bekommt man wahrscheinlich nicht oft im Leben", sagte der Nationalspieler im kicker. Bayer hatte ein Angebot des Premier-League-Klubs von angeblich 25 Millionen Euro abgelehnt. Die Absage könne er verstehen, sagte der 21-Jährige. Gestört habe ihn aber, dass "die ganze Sache so schnell und detailliert öffentlich kommuniziert wurde. Das bringt keinem etwas und tut insbesondere mir nicht gut."

Verhandlungen "schon sehr konkret"

Zwar könne er Leverkusen verstehen, ihn nicht abgeben zu wollen. Aber dennoch habe er sich mehr Rückendeckung erhofft. "Ich hätte mir jedenfalls gewünscht, als Spieler in dieser Situation besser geschützt zu werden", sagte Schürrle. Zudem seien Dinge interpretiert worden, die nicht stimmen würden. "Natürlich habe ich nie gesagt, dass ich unbedingt weg will. Aber jetzt kam es so rüber, als wäre ich gar nicht interessiert gewesen", sagte Schürrle. Dabei seien die Verhandlungen mit Chelsea "schon sehr konkret" gewesen. Auch dass eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro genannt wurde, störte den Nationalspieler. "Ich kann mir schon vorstellen, dass mich die Fans entsprechend mit anderen Augen sehen. Wenn dann zwei, drei schlechte Spiele kommen, kann es schwierig werden, damit umzugehen", sagte Schürrle.

Wolfgang Holzhäuser

Die Kritik des Nationalspielers richtet sich auch an Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der wiederum sauer auf den FC Bayern ist. Holzhäuser zeigte sich davon genervt, dass ausgerechnet Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes, bis 2011 noch auf der Gehaltsliste des Werksklubs, das offizielle Interesse des Vizemeisters an Lars Bender öffentlich gemacht hatte. "Ich will keinen Ärger mit den Bayern, aber ich bin verärgert und sehr verwundert, dass Jupp Heynckes das Thema Bender indirekt öffentlich gemacht hat", sagte Holzhäuser der Bild am Sonntag.

Heynckes hatte erklärt, dass Defensivspieler Bender eine Alternative für den vom FCB umworbenen spanischen Europameister Javi Martinez (Athletic Bilbao) sein könne, falls dieser dem Rekordchampion eine Absage erteilt: "Vorausschauend habe ich Lars Bender bei der EM schon eine SMS geschrieben, als er das Tor (beim 2:1 gegen Dänemark, Anm. d. Red.) gemacht hat: 'Prima Leistung. Guter Einstand. Glückwunsch.' Vielleicht trägt das ja Früchte." Bender hatte seinen Vertrag bei den Rheinländern am 21. März bis 2017 verlängert.

Rummenigge erteilt Ratschlag

Holzhäuser bestätigte, dass Bayern wegen Bender angefragt hat. "Wir haben letzte Woche eine Anfrage des FC Bayern bekommen. Aber ich habe direkt gesagt, dass wir ihn nicht abgeben werden. Wir haben mit den Bayern vereinbart, das Thema nicht öffentlich zu machen. Und dass der Spieler nicht angesprochen wird."

Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge lässt unterdessen im Werben um den Nationalspieler nicht nach. "Es gibt immer einen Preis, die Frage ist, ob der FC Bayern bereit ist, diesen zu bezahlen", sagte der 56-Jährige am Montag (23.07.12) zu kicker online. Er gab Holzhäuser zugleich noch einen Ratschlag: "Ich empfehle grundsätzlich mit diesem Thema entspannt umzugehen, auch in Leverkusen."

dpa/sid/bar | Stand: 23.07.2012, 13:18