Leverkusen auf dem Tiefpunkt angekommen

 Javier Hernandez

Leverkusen auf dem Tiefpunkt angekommen

Nach dem Debakel gegen Werder Bremen herrscht schlechte Stimmung unter dem Bayerkreuz. Kein Trainer, keine Leistung, viele Verletzte. Und Zeit zum Regenerieren gibt es auch nicht.

Bayer Leverkusen ist nach dem 1:4 (0:1)-Debakel gegen Abstiegskandidat Werder Bremen ratlos. "Das Gesamtpaket ist schwierig, es herrscht Verunsicherung und wir haben so viele Verletzte, wie ich es noch nicht erlebt habe. Es besteht die Gefahr, alles zu verspielen", sagte Sportchef Rudi Völler nach der Partie sichtlich angeschlagen.

Es war in vielerlei Hinsicht ein Tag zum Vergessen für die Werkself. Die Vorführung durch die Hanseaten ließ die Leverkusener auf den siebten Rang und damit aus den Europacuprängen rutschen. Drei Spieltage zuvor war Bayer noch Tabellendritter und Anwärter auf die Champions League. Dann folgten drei Pleiten - und zudem die sportliche Bankrotterklärung gegen Werder.

Schmidt muss weiterhin tatenlos zusehen

Ein "Totalversagen" hatte Mittelfeldspieler Christoph Kramer nach der Partie ausgemacht. Völler versuchte es mit Durchhalteparolen: "Selbstmitleid wäre das Schlimmste. Wir müssen wieder aufstehen."

Das noch für ein weiteres Spiel andauernde Innenraumverbot für Cheftrainer Roger Schmidt erschwert die Situation zusätzlich. In einer Loge der Leverkusener Arena musste der 48-Jährige - wie schon bei der vorangegangenen Pleite in Mainz - erneut tatenlos mit ansehen, wie seine Spieler von den Hanseaten nahezu auseinandergenommen wurden. Dabei strotzen die Bremer nach zuvor fünf sieglosen Spielen auch nicht gerade vor Selbstbewusstsein.

Nächste Niederlage gegen Werder

Doch die Hanseaten nahmen all ihren Mut zusammen und wollten erneut die große Überraschung schaffen: Allen voran der dreifache Torschützen Claudio Pizarro (37), der in der 55., 65., Foulelfmeter und 83. Minute fast im Alleingang das Bayer-Debakel perfekt machte.

Drei Wochen zuvor war die Schmidt-Elf im DFB-Pokal-Viertelfinale ebenfalls von den Bremern schon einmal in der in Leverkusen (1:3) düpiert worden. "Es war ein schlimmer Tag, wir machen eine schwere Zeit durch", räumte Nationalspieler Karim Bellarabi nach der neuerlichen Pleite ein.

Chicharito wird ausfallen

Hoffnung auf Besserung gibt es kaum. Das ohnehin schon große Lazarett, sieben Spieler fielen gegen die Hanseaten bereits aus, wurde durch Roberto Hilberts schwere Verletzung (Schlüsselbeinbruch) noch erweitert. Hilbert wird voraussichtlich sechs Wochen fehlen.

Am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg dürfte Innenverteidiger Jonathan Tah zwar wieder spielen können, doch dafür handelte sich Torjäger Javier Chicharito Hernandez gegen Bremen wegen Meckerns die fünfte Gelbe Karte ein und ist gegen die Schwaben gesperrt.

Grundlegende Defizite

Drei-Spiele-Trainer Markus Krösche, der den gesperrten Schmidt vertritt, muss mit dem letzten Aufgebot antreten. Und in der kommenden Woche (10. März) wartet dann auch schon das Achtelfinalhinspiel in der Europa League beim FC Villarreal.

"Wir müssen kleinere Brötchen backen", betonte Völler. Viele Bayer-Akteure gehen zurzeit auf dem Zahnfleisch, wirken ausgelaugt und ohne Esprit. "Einigen täte eine Pause gut, aber es geht nicht", sinnierte Völler: "Jetzt müssen es die Jungen richten."

Schmidt wird in den kommenden Tagen im Training vor allem an grundlegenden Defiziten dringend arbeiten müssen. Gegen Bremen erhöhte sich die Gegentorquote durch drei weitere Treffer aus ruhenden Bällen auf 18 - von 30 insgesamt. Ein Defizit, dass die Leverkusener seit Saisonbeginn einfach nicht in den Griff bekommen.

jst/sid | Stand: 03.03.2016, 11:51

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