Kurz soll Hoffenheim retten

Marco Kurz

Vertrag bis 2014

Kurz soll Hoffenheim retten

1899 Hoffenheim hat einen neuen Trainer gefunden. Marco Kurz übernimmt das Team.

Kurz soll die Kraichgauer nach der schlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte und zuletzt sechs Pleiten in Serie vor dem Bundesliga-Abstieg bewahren. Der 43-Jährige, der im März 2012 beim 1. FC Kaiserslautern entlassen worden war, hat sich mit 1899-Manager Andreas Müller auf einen leistungsbezogenen Vertrag bis 2014 geeinigt.

Am Mittwoch (19.12.12) wird Kurz offiziell als Hoffnungsträger vorgestellt. "Wir müssen in allen Bereichen maximal zulegen und haben keinen einzigen Zentimeter mehr zu verschenken", sagte Müller. Die Vorzeichen stehen gut: Mit seinem Wunschkandidaten und Kumpel Kurz verbinden Müller Gedanken an erfolgreiche Zeiten. Die beiden gebürtigen Stuttgarter holten 1997 mit Schalke 04 den UEFA-Cup und spielten drei Jahre lang gemeinsam für die Königsblauen.

Der sechste Trainer in knapp zwei Jahren

Am 3. Dezember war Cheftrainer Markus Babbel nach nur knapp zehn Monaten entlassen worden. Interimscoach Frank Kramer hatte den Tabellen-16. zuletzt in zwei Partien betreut und jeweils Niederlagen kassiert.

Müller ist sich aber bewusst, dass er voll in der Verantwortung steht, sollte sein Wunschkandidat Kurz im Kraichgau scheitern. "Ab jetzt geht das auf meine Rechnung", sagte der 50-Jährige. Der Klassenerhalt stehe über allem. Am 3. Januar 2013 beim Trainingsauftakt nach der Winterpause beginnt für Kurz, den sechsten 1899-Coach in knapp zwei Jahren, offiziell das Unternehmen Klassenerhalt.

"Schießbude" der Liga

Nur drei Punkte trennen Hoffenheim derzeit vom Tabellenschlusslicht SpVgg Greuther Fürth - sieben Zähler Rückstand sind es bereits zum rettenden Ufer. Vor allen Dingen die wacklige Defensive muss Kurz in den Griff bekommen: Mit 41 Gegentreffern in 17 Spielen ist der abgestürzte Herbstmeister von 2008 die "Schießbude" der Liga. Den letzten Sieg feierte die 1899-Elf, die soviele Niederlagen wie keine andere Mannschaft kassierte (11), am 3. November gegen Schalke (3:2). Es war der einzige Erfolg in den vergangenen zwölf Begegnungen.

Am Wochenende hatte Franz Beckenbauer, der mit Hoffenheims Mäzen Hopp befreundet ist, eine Lanze für den Ex-Trainer von Kaiserslautern und 1860 München gebrochen. "Marco Kurz hat sicher nachgewiesen, dass er es kann. Er hat oft einen sehr guten Job gemacht, wie in Kaiserslautern", hatte der "Kaiser" gesagt. Im ersten Jahr in der Pfalz gelang Kurz 2010 der Bundesliga-Aufstieg mit dem FCK. In der folgenden Saison führte er die Roten Teufel trotz bescheidener Mittel auf einen überraschenden siebten Rang. Am 20. März 2012 wurde der Coach dann aber nach 16 Spielen ohne Sieg in Folge und trotz einer vorherigen Vertragsverlängerung bis Juni 2013 entlassen.

Schwierige Aufgabe

Co-Trainer wird der Österreicher Günther Gorenzel, mit dem Kurz auch schon bei 1860 München sowie beim 1. FC Kaiserslautern zusammenarbeitete. Auf den neuen 1899-Trainer, der als äußerst konsequent gilt und 1995 mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurde, wartet allerdings eine schwierige Aufgabe. Das Hoffenheimer Team ist stark verunsichert und hat angesichts von schwachen Vorstellungen und nur zwölf Punkten auf dem Konto schon etliche Fans verprellt. In der Vorweihnachtszeit versuchten die Profis, das Verhältnis zu den Anhängern wieder ins Lot zu bringen. Zuletzt hatten sie ein Spruchband ("Aufholjagd! Wir zählen auf Euch!") über den Rasen getragen.

sid | Stand: 18.12.2012, 13:40