Hernandez ist Leverkusens große Nummer

Javier Hernandez

Viele Tore, hohe Popularität

Hernandez ist Leverkusens große Nummer

Von Marcus Bark

Javier Hernandez, genannt Chicharito, ist in jeder Hinsicht die Attraktion von Bayer Leverkusen. Es reicht sogar für Disneyland.

Etwa 40 Millionen Chinesen sollen vor dem Fernsehen gesessen haben, als Xizhe Zhang vor etwa einem Jahr als neuer Spieler des VfL Wolfsburg vorgestellt wurde. Der Neuzugang sei nicht als "Werbegag" zu verstehen, versicherte Klaus Allofs, der Manager des von einem Weltunternehmen großzügig unterstützen Fußballvereins. Sportlich eine Verstärkung zu sein und gleichzeitig jemand, der die Popularitätswerte auf wichtigen Märkten und damit die Umsätze steigert, das ist der Optimalfall. Xizhe Zhang spielt inzwischen wieder in China, in seinem Steckbrief finden sich exakt null Einsatzsekunden in der Bundesliga.

Der Chinese ist damit das genaue Gegenteil von Javier Hernandez. Der Mexikaner ist vor gut einem halben Jahr als Neuzugang bei Bayer Leverkusen vorgestellt worden, einem von einem Weltunternehmen großzügig unterstützten Fußballverein. Niemand wäre auf die Idee gekommen, seine Verpflichtung als Werbegag anzusehen, schließlich stand er bei Manchester United unter Vertrag, war zwischendurch an Real Madrid ausgeliehen, ein gestandener Nationalspieler, WM-Teilnehmer und kostete etwa elf Millionen Euro Ablöse. In der Hinrunde kam er auf elf Tore in der Bundesliga, drei im DFB-Pokal und fünf in der Champions League bei 22 Einsätzen.

Höhere Einschaltquoten als der FC Bayern

Hernandez, der Chicharito genannt wird, ist sportlich die große Nummer bei den Leverkusenern. Hinzu kommt, dass er die Popularitätswerte und damit die Umsätze des Klubs auf einem wichtigen Markt steigert.

Fans von Javier Hernandez

Liebling der Fans auf wichtigem Markt

Hernandez hier, Hernandez da. In Mexiko und den Gebieten der USA, in denen viele mexikanische Auswanderer leben, ist Chicharito die ganz große Nummer. Davon überzeugen sich die Leverkusener gerade vor Ort. Noch bis zum 14. Januar 2016 trainieren sie in Orlando, um gut vorbereitet in die Rückrunde zu starten. Um den Florida-Cup streiten sie bei einem kleinen Turnier unter anderem mit dem FC Schalke 04. Mögen die Königsblauen in Deutschland deutlich höhere Popularitätswerte haben, gegen Chicharito können sie einpacken. In den USA haben die Leverkusener - auf bescheidenem Niveau - sogar höhere Einschaltquoten bei Bundesligaspielen als der FC Bayern. Der spanischsprachige Twitteraccount der Leverkusener, über das ein Foto mit dem Besuch von Hernandez' Familie beim Training verbreitet wurde, hat etwa 50.000 Follower (Stand: 08.01.16), der englischsprachige der Schalker nur mehr als 41.000. Hernandez selbst hat etwa sechs Millionen Follower, doppelt so viele wie Mario Götze.

Chicharito hier, Chicharito da. Er ist der gefragteste Interviewpartner, Trikots mit seinem Namen sind der Verkaufsschlager. Javier Hernandez ist unter allen Gesichtspunkten ein Gewinn für Bayer Leverkusen. Die Frage eines Twitter-Users, welchen Spieler der Klub zur Parade im nahe des Trainingscamps gelegenen Disneyland schicke (die Aktion war Tage zuvor bekanntgegeben worden), war mehr rhetorischer Natur. Es ist selbstverständlich Javier Hernandez.

Stand: 08.01.2016, 13:28

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