Hoffenheim schlägt schwache 96er

Hoffenheims Fabian Johnson feiert sein Tor, Konstantin Rausch ist bedröppelt

TSG 1899 Hoffenheim - Hannover 96 3:1 (1:1)

Hoffenheim schlägt schwache 96er

Große Erleichterung in Hoffenheim: Dank später Tore von Sejad Salihovic und Daniel Williams hat die TSG 3:1 (1:1) gegen Hannover 96 gewonnen und ihre Niederlagenserie in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Der neue Manager Andreas Müller auf der Bank brachte offensichtlich Glück.

Als Innenverteidiger Matthieu Delpierre in der 26. Minute ins eigene Tor köpfte, sah es zunächst so aus, als würde die Hoffenheimer Pannensaison weitergehen. Doch US-Nationalspieler Fabian Johnson glich postwendend aus (27.), bevor Salihovic (82.) und Williams (90.+2) den Sieg herausschossen. Der Tabellendritte Hannover blieb vor 23.575 Zuschauern blass und kassierte im zehnten Pflichtspiel dieser Runde die erste Niederlage. Babbel kann nun immerhin den fünften Sieg in 19 Pflichtspielen aufweisen und hat sich Luft im Kampf um seinen Job verschafft.

"Dass die Jungs Charakter haben, wusste ich schon vorher", sagte Trainer Markus Babbel. "Kompliment an sie, dass sie nie aufgegeben haben. Diesmal haben wir zugepackt." Müller verteilte ein "Kompliment an das Team und den Trainerstab. Alle haben unter der Woche hochkonzentriert gearbeitet, das habe ich genau verfolgt." Der Ex-Schalker hatte "heute große Leidenschaft gesehen, der Sieg war aufgrund der zweiten Halbzeit hochverdient."

1899 Hoffenheim - Hannover 96 3:1

Am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga empfing die TSG 1899 Hoffenheim Hannover 96. Hier gibt es die besten Bilder.

Hoffenheims Torwart Koen Casteels bei einer Faustabwehr

Koen Casteels bei einer Faustabwehr: Der 20-jährige Hoffenheimer feiert gegen Hannover 96 sein Bundesligadebüt, weil Tim Wiese verletzt fehlt.

Koen Casteels bei einer Faustabwehr: Der 20-jährige Hoffenheimer feiert gegen Hannover 96 sein Bundesligadebüt, weil Tim Wiese verletzt fehlt.

In der 26. Minute ist Casteels machtlos, Matthieu Delpierre köpft eine Flanke ins eigene Netz.

Da ist die Hannoveraner Welt noch in Ordnung: Jan Schlaudraff und Co. freuen sich über das 1:0.

Hannovers Adrian Nikci kommt zu spät, Andreas Beck klärt die Situation.

Hoffenheims Sejad Salihovic taucht ab, köpft in die kurze Ecke. Hannovers Felipe kommt zu spät, Hoffenheim geht 2:1 in Führung.

Daniel Williams legt noch einen nach, schiebt nach toller Vorarbeit von Kevin Volland zum 3:1 ein. Steven Cherundolo kann nicht mehr eingreifen.

Zuletzt ein seltendes Bild: ein lachender Hoffenheimer. Daniel Williams freut sich über seinen Treffer.

Auch Trainer Markus Babbel ist bester Laune, er sammelt mit Hoffenheim die ersten Punkte der Saison.

Huszti und Andreasen schmerzlich vermisst

Bei Hoffenheim gab Koen Casteels ein unauffälliges Bundesliga-Debüt, gespickt mit einigen kleineren Unsicherheiten. Der 20-jährige Belgier stand für den verletzten und zuletzt schwachen Ex-Nationalkeeper Tim Wiese zwischen den Pfosten. Babbel überraschte mit der Aufstellung des früheren Kapitäns Andreas Beck, der bei ihm in zuletzt Ungnade gefallen war. Anstelle des Ex-Leverkuseners Eren Derdiyok stürmte Joselu. Der Sechs-Millionen-Euro-Mann von Real Madrid II konnte jedoch keine Glanzpunkte setzen.

Bei den Gästen stand Artur Sobiech anstelle von Mohammed Abdellaoue in der Startelf, der Pole musste jedoch noch vor der Halbzeit verletzt raus. Topscorer Szabolcs Huszti fehlte gesperrt, Leon Andreasen musste verletzt passen. Routinier Jan Schlaudraff lief zwar trotz einer Blessur am Sprunggelenk auf, aber das Fehlen von Huszti und Andreasen war dem Hannoveraner Offensivspiel stark anzumerken.

Daniel Williams gibt nach dem Sieg gegen Hannover ein Interview Play-Icon

Stimmen nach dem Spiel Hoffenheim - Hannover (3:1) | 09:10 min | 23.09.2012 | Bundesliga am Sonntag | WDR

Slomka: "Ohne Biss und Engagement"

Fast eine halbe Stunde lang gab es auf dem Platz keine torgefährliche Aktionen - bis Delpierre ins eigene Tor köpfte. Der Franzose konnte sein Missgeschick aber direkt zumindest teilweise wettmachen: Er schlug einen langen Ball auf Johnson, der sich elegant und energisch durchsetzte und aus spitzem Winkel zum Ausgleich traf. Danach belauerten sich beide Teams wie zuvor, in der Offensive fiel ihnen jedoch wenig bis gar nichts ein. "In der ersten Hälfte hatten die Spieler einen Rucksack auf, die vergangenen Wochen sind nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen", sagte Babbel. "In der zweiten Halbzeit haben wir Druck aufgebaut und uns Torchancen erarbeitet."

Bei Hannover bemühte sich vor allem Schlaudraff, eine Linie im Spiel der 96er zu finden, aber auch ihm fehlten Finesse und Durchschlagskraft. "Wir haben ohne Biss und Engagement gespielt", sagte Trainer Mirko Slomka. "Hoffenheim war uns in der zweiten Hälfte in allen Belangen überlegen. Wir haben nicht verdient, etwas mitzunehmen."

sid/dpa | Stand: 23.09.2012, 20:35