Fürth gleicht in Hoffenheim dreimal aus

Gerald Asamoah gegen Matthieu Delpierre

In der Nachspielzeit verschenkt die TSG den Sieg

Fürth gleicht in Hoffenheim dreimal aus

Rückstände aufholen ist in Mode: Gegen Greuther Fürth gab Hoffenheim gleich dreimal eine Führung aus der Hand.

Mit einem Last-Minute-Treffer hat die SpVgg Greuther Fürth den Sieg der TSG 1899 Hoffenheim verhindert. Lasse Sobiech (90.+3 Minute) sorgte beim spektakulären 3:3 (1:1) für den späten Ausgleich. Roberto Firmino (8.) und Joselu (67./89.) schossen vor 22.150 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena das Heimteam jeweils in Führung, Zoltan Stieber (39.) und Edgar Prib (84.) trafen zudem für Fürth.

"Ich glaube, meine letzte Aktion war gesundheitsgefährdend", meinte Fürths Trainer Mike Büskens zu seinem Jubelsprint zum Torschützen des 3:3. "Die Moral war fantastisch, wir haben auch guten Fußball gespielt. Dass wir uns belohnt haben, ist perfekt." Hoffenheims Manager Andreas Müller war hingegen sichtlich bedient: "Ich bin wahnsinnig enttäuscht, wenn man kurz vor Schluss das 3:3 bekommt. Wir müssen einfach konsequenter sein."

Edu vergibt die Gäste-Führung

Die Fürther legten temporeich los und setzten das Heimteam früh unter Druck. Nach einem feinen Pass von Sercan Sararer drosch Edu den Ball aus 13 Metern unbedrängt über das Tor (5.). Einen zu schwachen Versuch des Brasilianers zwei Minuten später hielt Hoffenheims Torwart Tim Wiese, der nach einmonatiger Pause wegen einer Adduktorenverletzung zurückkehrte, ohne Mühe.

Bilder vom Spiel

Im Freitagsspiel des 8. Bundesliga-Spieltages hat 1899 Hoffenheim die SpVgg Greuther Fürth emfangen. Hier sind die Bilder des Spiels.

Joselu und Sercan Sararer

Fürths Sercan Sararer schirmt den Ball vor Hoffenheims Joselu ab.

Fürths Sercan Sararer schirmt den Ball vor Hoffenheims Joselu ab.

Tor für Hoffenheim. In der 8. Minute verwandelt Roberto Firmino eine Flanke von Rudy mit dem Kopf.

Hoffenheims Verteidiger Matthieu Delpierre und Fürths Angreifer Gerald Asamoah kämpfen um den Ball.

Ausgleich in der 39. Minute. Zoltan Stieber überwindet im Nachschuss Hoffenheims Keeper Tim Wiese, der zuvor den Schuss von Edgar Prib pariert hatte.

Edgar Pribs Grätsche zwingt Hoffenheims Sebastian Rudy zum Sprung in den Scheidersitz.

Jubel bei Hoffenheim. José Luis Joselu erzielt in der 67. Minute die erneute Führung für 1899 und feiert seinen Treffer mit Roberto Firmino.

Erneuter Jubel in Hoffenheim. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch erzielt Joselu seinen zweiten Treffer.

Riesenfreude bei den Fürthern. In der 93. Minute erzielt Sobiech nach einer Ecke den erneuten Ausgleich.

Seine Vorderleute präsentierten sich ohne die gesperrten Sejad Salihovic und Daniel Wiliams im Anschluss an die erste Fürther Drangphase zunächst konzentriert und setzten die Gäste früh unter Druck. Aus halblinker Position zirkelte Sebastian Rudy einen Freistoß in den Strafraum des Aufsteigers, wo Firmino völlig freistehend aus sechs Metern den Ball durch die Beine von Max Grün köpfen durfte. Ansonsten prägten lange viel Leerlauf, reichlich Ballverluste und nur ganz wenig Höhepunkte das Geschehen.

Fürther Jubeltrauber in Hoffenheim Play-Icon Audio-Icon

Die dramatische Schlussphase | 04:27 min | 19.10.2012 | WDR 2 Liga Live

Engagiert, aber zu hektisch

Beide Teams waren sehr engagiert, agierten aber meist zu hektisch. Erst Prib riss die Partie aus der Lethargie. Den satten Schuss des Fürthers wehrte Wiese noch zur Seite ab, aus kurzer Distanz ließ Stieber dem früheren Nationaltorwart keine Chance und beendete die Fürther Torflaute nach 583 Minuten. "Wir haben verpasst, den Druck aufrechtzuerhalten und deshalb wurden wir bestraft", bemängelte 1899-Verteidiger Williams. Nach einer Stunde hallten die ersten lauteren Pfiffe durch die halbleere Arena.

Auch im zweiten Abschnitt blieb das Niveau mäßig, die Franken übernahmen das Kommando. Doch der Gäste-Keeper besorgte den Weckruf für die Kraichgauer. Grün rutschte nach 63 Minuten beim Abschlag weg und spielte den Ball direkt zu Kevin Volland, der das Geschenk allerdings nicht annahm und an Grün scheiterte.

Joselu eiskalt

Wenig später machte es der U-21-Nationalspieler besser. Energisch ergrätschte sich Volland den Ball im Mittelfeld, passte den Ball maßgenau in den Lauf von Joselu, der eiskalt abschloss. Der eingewechselte Vincenzo Grifo (77.) verpasste mit einem Lattenkracher die Entscheidung, stattdessen zirkelte Prib sieben Minuten später den Ball zum 2:2 genau ins Eck. Joselu ließ Hoffenheim dann wieder jubeln, doch erst Sobiech sorgte per Kopf nach einer Ecke Sekunden vor dem Ende für den Schlusspunkt. "Das ist einfach deprimierend, bitter", meinte Tim Wiese.

sid/dpa | Stand: 19.10.2012, 21:46