Nach der Winterpause abgestürzt

Uli Hoeneß wusste es schon immer: "Die Nikolaus war noch nie ein Osterhase!" Für manche Klubs gilt das ganz besonders – sportschau.de zeigt die größten Abstürze nach der Winterpause in der Geschichte der Bundesliga.

Jubel bei Bayern München

Die Bayern sind als Herbstmeister weit enteilt. Mit Frankfurt, Mainz und Freiburg haben sich drei Überraschungsmannschaften auf den Europapokalplätzen breit gemacht. Gut gelaufen - bis hierhin. Doch nicht jede starke Hinrunde führt am Ende zu einer erfolgreichen Saison. sportschau.de zeigt einige üble Abstürze nach der Winterpause.

Die Bayern sind als Herbstmeister weit enteilt. Mit Frankfurt, Mainz und Freiburg haben sich drei Überraschungsmannschaften auf den Europapokalplätzen breit gemacht. Gut gelaufen - bis hierhin. Doch nicht jede starke Hinrunde führt am Ende zu einer erfolgreichen Saison. sportschau.de zeigt einige üble Abstürze nach der Winterpause.

Der am übelsten verunglückte Herbstmeister der Geschichte heißt 1899 Hoffenheim, der als Aufsteiger die Herbstmeisterschaft der Saison 2008/09 feiert. Doch in der Rückrunde ist vom vielzitierten "flotten Fußball" nicht mehr viel zu sehen, Platz sieben ist die Folge.

"Bye bye, Bayern" – der in dieser Zeit als Großmaul verschriene Trainer Klaus Toppmöller hat im Winter 1993/94 eine großartige Mannschaft um Yeboah, Bein, Stein und Okacha zusammengestellt. Doch schon die beiden 0:3-Pleiten gegen Hamburg und Köln zum Ende der Hinrunde deuten an, wohin die Reise geht. Nur mit Ach und Krach rettet sich Frankfurt am Ende auf einen Platz im UEFA-Pokal. Und Meister wird am Ende: Bayern München. Frankfurt hat nach Hoffenheim die zweitschlechteste Bilanz eines Herbstmeisters. 17 Mal in 49 Spielzeiten Bundesliga hielt der Herbstmeister übrigens am Saisonende die Schale nicht in der Hand.

Bei Waldhof Mannheim herrscht in der Saison 1989/90 nach dem überraschenden Klassenverbleib im Vorjahr große Euphorie. Der Waldhof erreicht Platz neun am Ende der Hinrunde, feiert dabei gar einen 1:0-Sieg gegen die Bayern durch ein Tor von Günter Güttler (links im Bild) – und stürzt dann auf Platz 17 ab.

Acht Plätze runter, das gelingt noch drei weiteren Klubs: Schalke fällt in der Saison 1978/79 von Platz sieben auf 15. Im März holt der Klub inmitten des Formverfalls Gyula Lorant (Foto) als neuen Trainer für Ivica Horvat. Doch der macht es kaum besser, nur zwei Punkte nach alter Zwei-Punkte-Regel retten die Königsblauen vor dem Abstieg.

Fortuna Düsseldorf tauscht in der Saison 1983/84 Platz sechs nach der Hinrunde gegen Platz 14 zum Saisonende ein. Daran ändern auch elf Tore von Rudi Bommer - im Foto links mit dem Bochumer Martin Kree - nichts.

Der VfB Stuttgart, drei Jahre zuvor noch Deutscher Meister, befindet sich im Winter der Saison 1986/87 noch auf Platz vier. Das Saisonende erleben die Schwaben auf dem zwölften Platz. Der Absturz kommt plötzlich und rekordverdächtig spät. Am 27. Spieltag ist der VfB noch Tabellendritter, verliert dann aber die letzten acht Saisonspiele allesamt - so auch das in Bremen, im Bild sind Stuttgarts Guido Buchwald und der Bremer Rudi Völler zu sehen.

Rot-Weiss Essen, der Heimatverein von Helmut Rahn, bricht in der Saison 1970/71 übel ein. Nach Platz acht in der Hinrunde stürzt RWE zehn Ränge hinunter ans Tabellenende, die Mannschaft tritt enttäuscht den Gang in die 2. Liga an. Später kommt heraus, dass daran nicht nur eigene Unzulänglichkeiten schuld sind. Essen ist ein Opfer des wenige Monate später aufgedeckten Bundesligaskandals, bei dem im Abstiegskampf Spiele verschoben werden – zu Ungunsten der Essener.

Zehn Plätze runter inklusive Abstieg schaffte auch Eintracht Frankfurt. In der Saison 2010/11 belegt die Eintracht Platz sieben zur Winterpause, der Europapokal ist in Sichtweite. Doch in der Rückrunde gelingt Frankfurt nur noch ein einziger Sieg – der kurioserweise die Entlassung Michael Skibbes als Trainer zur Folge hat. Sein Nachfolger Christoph Daum ("Ich bin gescheiter geworden, nicht gescheitert") holt in sieben Spielen drei Punkte – Platz 17 und Abstieg.

Klarer Sieger in der Kategorie "desolate Rückrunde" ist jedoch der Hamburger SV in der Saison 1966/67. Am 17. Spieltag steht die Mannschaft noch auf Platz zwei, punktgleich mit Spitzenreiter Eintracht Braunschweig – am Ende der Saison wird der "Dino" unfassbare zwölf Plätze tiefer stehen. Uwe Seeler trifft in der zweiten Saisonhälfte nur zwei Mal, fehlt zudem einige Spiele. Immerhin ist das Polster so groß, dass auch die unheimliche Serie von 14 Spielen ohne Sieg nicht zum Abstieg führt. Platz 14 ist das Ergebnis.