Schalke-Manager trifft vermeintlichen Nachfolger

Horst Heldt (l.) im Gespräch mit Christian Heidel

Das Ende des Schwebezustands um Horst Heldt?

Schalke-Manager trifft vermeintlichen Nachfolger

Von Jörg Strohschein

Schalkes Manager Horst Heldt wird morgen Abend auf seinen vermeintlichen Nachfolger Christian Heidel von Mainz 05 treffen. Heldt scheint bereits Frieden mit seiner kuriosen beruflichen Situation geschlossen zu haben.

Es gab selten Zeitpunkte, zu denen Horst Heldt während seiner Tätigkeit beim FC Schalke 04 entspannter wirkte. Damals, im Frühjahr 2011, als er die Verantwortung für die sportlichen Belange des Ruhrgebietsklubs übertragen bekam und daraufhin Trainer Ralf Rangnick verpflichtete, wirkte Heldt ähnlich gelöst wie derzeit.

Doch das war wahrlich kein Dauerzustand des Managers während seiner Zeit am Schalker Markt. Die Anspannung und der Erfolgsdruck, die sich während der insgesamt sechs Jahre in Gelsenkirchen und gerade nach Niederlagen häufig im Heldts Gesicht abzeichneten, sind dort aber nicht mehr zu finden. "Mir geht es momentan sehr gut", sagt Heldt und ihm ist abzunehmen, dass dies keine daher gesagte Standard-Antwort auf die Frage nach seinem Gemüts- und Gesundheitszustand ist.

Auf der Zielgeraden

Der Manager befindet sich auf der Zielgeraden seiner Tätigkeit bei den Schalkern. Und er scheint diese auch ohne weitere Komplikationen im Sommer beenden zu können. Dies hatten ihm vor wenigen Wochen die wenigsten Beobachter des Klubs zugetraut.

Als im vergangenen Herbst bekannt wurde, dass Heldts Vertrag nicht über den Sommer hinaus verlängert werden würde und der Name von Christian Heidel, Noch-Manager von Mainz 05, als möglicher Nachfolger durchsickerte, schien das vorzeitige Ende Heldts nur eine Frage von Tagen oder zumindest sehr wenigen Wochen zu sein.

Doch dieser Schwebezustand Heldts, der immer noch die volle Verantwortung für Ein- und Verkäufe von Spielern trägt und den Verein als Kommunikationsvorstand weiterhin nach Außen vertritt, schien in den vergangenen Wochen beinahe in Vergessenheit geraten zu sein.

Treffen mit dem Nachfolger?

Nicht zuletzt die jüngste Vertragsverlängerung mit Kapitän und Weltmeister Benedikt Höwedes bis 2020 dürfte bei den Zweiflern die letzten Bedenken vertrieben haben, dass sich Heldt nur noch halbherzig um seine Aufgabenfelder kümmern könnte.

Allerdings dürfte der Manager spätestens am Freitagabend (11.02.2016) wieder mit aller Vehemenz daran erinnert werden, dass seine Zeit bei den Schalkern endlich ist - wenn der Ruhrgebietsklub zum Bundesligaspiel in Mainz antritt. Dort wird Heldt auf seinen vermeintlichen Nachfolger treffen, auch wenn dieser seinen nächsten beruflichen Schritt noch nicht bestätigt hat. Es wird damit gerechnet, dass im Rahmen des Spiels eine Verpflichtung Heidels ab Sommer in Schalke offiziell erklärt wird.

Inneren Frieden gefunden

Der 46 Jahre alte Heldt scheint mittlerweile seinen Frieden mit der speziellen Situation geschlossen zu haben - nachdem er anfangs noch überaus erzürnt gewirkt hatte, auch weil Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, zu dem er eine enge Beziehung pflegt, den Personalwechsel ohne das Wissen des Managers forciert hatte. Noch vor Weihnachten verkündete Heldt auf Heidel gemünzt, dass es "Menschen gebe, mit denen ich nicht unbedingt Essen gehen würde".

Mittlerweile steht Heldt den Umständen - zumindest in der Öffentlichkeit - milder gegenüber. "Ich freue mich immer, wenn ich alte Bekannte sehe, und ich freue mich auch, Christian Heidel zu treffen. Ich finde, dass er in Mainz einen großartigen Job macht. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass der FSV so gut da steht", sagt Heldt nun unmittelbar vor dem Aufeinandertreffen.

Heldt lässt in seiner Haltung auch ein wenig Trotz erkennen. An dem Tag, als er davon erfuhr, dass sein Vertrag nicht verlängert wird, sprach er davon, dass er "bei Schalke aufrecht rausgehen" wolle. Sollten die Emotionen bei allen Beteiligten das normale Maß nicht überschreiten, sollte Heldt dies auch gelingen. Dann hätte Horst Heldt eines seiner wichtigsten Ziele erreicht.

Stand: 11.02.2016, 11:17

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