Hannover kämpft Leverkusen nieder

Mame Diouf

Hannover 96 - Bayer 04 Leverkusen 3:2

Hannover kämpft Leverkusen nieder

Jetzt schwächelt auch Bayern-Verfolger Bayer Leverkusen. Der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga hat nach der Niederlage bei Hannover 96 elf Punkte Rückstand auf den enteilenden Spitzenreiter aus München.

Hannover 96 siegte letztlich mit 3:2 (1:1) gegen die Werkself, die die Patzer der Champions-League-Konkurrenten Borussia Dortmund und FC Schalke 04 nicht nutzen konnten. Der Werkself genügten vor 45.800 Zuschauern am Sonntagabend (09.12.2012) das schnelle Tor von Gonzalo Castro nach 117 Sekunden und der zehnte Saisontreffer von Stefan Kießling (58. Minute) nicht.

Konstantin Rausch gibt ein Interview nach dem Spiel gegen Leverkusen Play-Icon

Stimmen zum Spiel Hannover - Leverkusen (3:2) | 11:57 min | 09.12.2012 | Bundesliga am Sonntag | WDR

Szabolcs Huszti mit zwei Strafstoßtoren (20./69.) und Mame Diouf (57.) versüßten Hannovers Trainer Mirko Slomka sein 100. Bundesliga-Spiel. Die Niedersachsen beendeten damit die Serie der Leverkusener von vier Liga-Siegen nacheinander und haben als Zehnter nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Europa-League-Plätze.

"Wir wussten, dass Leverkusen offensiv sehr stark ist. Wir wollten defensiv wenig zulassen. Am Ende muss man sagen, dass wir nicht unverdient gewonnen haben", meinte Hannovers Jan Schlaudraff. "Hier musste man nicht als Verlierer vom Platz gehen. Wir waren in der ein oder anderen Situation nicht clever genug, aber die beiden Elfmeter waren wohl berechtigt", befand Lars Bender.

Bilder vom Spiel Hannover gegen Leverkusen

Nach einer intensiven Partie gewinnt Hannover 96 gegen Bayer 04 leverkuen mit 3:2 (1:1).

Christian Schulz

Christian Schulz reckt nach dem Schluspfiff zufrieden die Arme in die Höhe.

Christian Schulz reckt nach dem Schluspfiff zufrieden die Arme in die Höhe.

Szabolcs Huszti trifft zweimal für Hannover per Elfmeter.

Stefan Reinartz (l.) bringt Szabolcs Huszti elfmeterreif zu Fall.

Auch Angreifer Mame Diouf erzielt einen Treffer per Kopf für die Niedersachsen.

Dabei jubeln die Leverkusener zunächst. Erst trifft Castro, später dann Kießling.

Schulz rückt in die Innenverteidigung

Vor seiner Jubiläumspartie hatte Slomka die monatelange Ungewissheit um seine Zukunft beendet und seinen Vertrag bis 2016 verlängert. Nach der Qualifikation für die Europacup-Zwischenrunde wollte der Coach nun auch in der Liga wieder den Vorwärtsgang einlegen, musste aber seine Abwehr umbauen. Für den gelb-gesperrten Karim Haggui rückte Christian Schulz in die Innenverteidigung. "Der Sieg hat uns richtig gut getan. Es war eine kämpferische Einstellung zu sehen, die wir brauchten gegen die starken Leverkusener", sagte Slomka. "Es war ein Sieg der Kraft, ein Sieg der Leidenschaft", meinte Christian Schulz.

Leverkusen konnte dagegen mit seiner Erfolgself der vergangenen Wochen antreten. Acht Stammkräfte, die zuletzt beim 1:0 gegen Rosenborg Trondheim im Europapokal geschont wurden, rückten wieder ins Team. Prompt erwischten die Gäste den besseren Start. André Schürrle spielte Lars Bender schön frei, dessen Rückgabe drückte Castro unbedrängt ins Tor.

Intensive Partie

Danach entwickelte sich trotz des schwer bespielbaren Rasens eine intensive Partie. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, die Werkself setzte wie gewohnt auf Konter. Sergio Pinto prüfte mit einem satten Freistoß in der 6. Minute Bayer-Keeper Bernd Leno. Auf der Gegenseite strich ein Volleyschuss von Schürrle haarscharf über das Tor (17.).

Als Philipp Wollscheid dann den Ball leichtfertig am eigenen Strafraum verlor, konnte Abwehrkollege Manuel Friedrich 96-Profi Huszti nur mit unfairen Mitteln stoppen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Huszti gleich selbst zum Ausgleich. Im Anschluss verflachte die Partie etwas, bis zur Pause wurde es nur bei zwei Versuchen von Schürrle (28./45.) nochmal gefährlich.

Schlaudraff flankt maßgenau

Auch nach dem Seitenwechsel dauerte es eine Weile bis zum ersten offensiven Geistesblitz. Jan Schlaudraffs maßgenaue Flanke aus dem Halbfeld köpfte der frei stehende Diouf mühelos zur Führung für Hannover ein. Aber die Freude währte nur 90 Sekunden. Wiederum Bender leistete die Vorarbeit bei Leverkusen, Kießling stieg hoch und traf mit einem wuchtigen Kopfball zum 2:2.

Die Hausherren reagierten wütend. Didier Ya Konan (61.) und Schulz (62.) scheiterten noch. Dann wurde erneut Huszti im Strafraum gefoult, diesmal von Stefan Reinartz. Wieder trat der Ungar selbst an, wieder traf er sicher - 3:2. Bayer war geschockt und fand keine passende Antwort mehr. Die verzweifelten Offensivbemühungen in der Schlussphase brachten keinen Erfolg mehr.

Mame Diouf bejubelt seinen Treffer zum 2:1 Play-Icon Audio-Icon

Hannover schlägt Leverkusen - die Schlussphase | 01:55 min | 09.12.2012 | WDR 2 am Sonntag mit Liga Live

dpa/sid | Stand: 09.12.2012, 19:26