Hannovers Johan Djourou - Sicherheit zuerst
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Die Innenverteidigung der Niedersachsen in der Analyse
Hannovers Johan Djourou - Sicherheit zuerst
Von Frank Hellmann
Johan Djourou steht bei Mirko Slomka hoch im Kurs. Die Leihgabe vom FC Arsenal ist bei Hannover 96 gesetzt. Dabei sind Anpassungsprobleme noch unübersehbar. Eine Analyse.
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Es gibt so Arbeitstage, die machen wirklich keinen Spaß. Als "eklig" geißelte etwa Nationaltorwart Ron-Robert Zieler den plötzlichen Wintereinbruch in der norddeutschen Tiefebene, der am Sonntagnachmittag zwei Anwärtern auf einen Europapokalplatz arg zu schaffen gemacht hat. "Der Boden ist rutschig, alles ist nass und die Finger spürt man kaum", klagte der Keeper von Hannover 96, obwohl er dem 0:0 gegen Eintracht Frankfurt noch am meisten abgewinnen konnte. "Wir haben zu Null gespielt, das ist diese Saison ja noch nicht so oft vorgekommen." In der Bundesliga in 25 Partien erst das fünfte Mal, in DFB-Pokal und Europa League in insgesamt 15 Spielen nur noch dreimal.
Vor diesem Hintergrund nur verständlich, dass sich mit Schlusspfiff im Schneetreiben am Maschsee die beiden Innenverteidiger umarmten: Kapitän Christian Schulz und Neuzugang Johan Djourou gratulierten sich freudestrahlend. Und Trainer Mirko Slomka lobte speziell seine Nummer 17, den immerhin für 200.000 Euro vom FC Arsenal entliehenen Djourou. "Joe hat die Abwehr stabilisiert, er findet sich immer besser zurecht. Ich möchte diesen Spieler gerne behalten."
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Hannover 96 - Eintracht Frankfurt 0:0
Eindrücke von der Bundesligapartie zwischen Hannover 96 und Eintracht Frankfurt.
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Routine genügte gegen harmlose Hessen
Der 26-Jährige befindet sich allenfalls auf dem Wege zum Stabilisator. Dafür muss er weiter so stellungssicher und entschlossen auftreten, wie gegen die harmlosen Hessen, die dem Innenverteidiger-Gespann die Arbeit einfach machten. Das belegte auch die Statistik: Djourou musste nur sieben Zweikämpfe gewinnen und zehn Sprints anziehen, um gut auszusehen. Seine Laufleistung fiel mit 9,47 Kilometern unterdurchschnittlich aus.
Frankfurts Not-Stürmer hießen Karim Matmour (1,81 Meter) und Stefan Aigner (1,85); sie waren allein wegen ihrer Körpergröße gegen den 1,91-Meter-Mann Djourou in der Luft hoffnungslos unterlegen. Und am Boden spielten die Gäste zu umständlich. Ergo: Dem 39-fachen Schweizer Nationalspieler genügte Routine. Nur wenn es unbedingt nötig erschien, fuhr er grätschend dazwischen.
Immer Blickkontakt mit Nebenmann Christian Schulz
Positiv: Winter-Verpflichtung Djourou und Publikumsliebling Schulz suchten oft den Blickkontakt, munterten sich ständig auf. Dabei ist das Duett eher aus der Not geboren, weil Djourous Landsmann Mario Eggimann sich im ersten Rückrundenspiel den Knöchel brach.
"Joe ist ein cooler Typ, hat das Auge für den Nebenmann. Bei Aktionen gucken wir uns nur kurz an und wissen, was der andere vor hat", sagt Schulz. "Ich denke, wir haben uns inzwischen ganz gut gefunden." Djourou hat bislang acht Bundesligaspiele und zwei Europa-League-Partien bestritten - im Schnitt haben die Niedersachsen mit ihm 1,8 Gegentore kassiert. Fast exakt der Wert wie aus allen 40 Pflichtspielen (68 Gegentore/pro Spiel 1,7).
Anfangs selten souverän
Die Stabilität, die die 96-Deckung in der Vorsaison ausstrahlte, als meist Karim Haggui und Emanuel Pogatetz zentral verteidigten, ist allerdings dahin. Die Abwehrproblematik erschien bisweilen so beängstigend, dass Klubchef Martin Kind die Thematik zu Jahresbeginn beim obligatorischen Medienlunch aufgriff.
Djourou wirkte nach seinem Wechsel anfangs merkwürdig fehlerhaft, selten souverän, auch nicht selbstbewusst. Slomka hält aus Überzeugung zu einem Fußballer, der in Abidjan in der Elfenbeinküste geboren wurde.
In Hannover soll der Spieler, der bei Arsenal unter Arsene Wenger auch wegen der Verpflichtung von Per Mertesacker ins zweite Glied gerutscht war, eine Dauerbaustelle schließen. Neueinkauf Felipe, mit großen Hoffnungen aus Lüttich geholt, leidet an einer schwierigen Hüftverletzung. Haggui sitzt schmollend auf der Bank.
Er spielt kaum einen Fehlpass
Sein Vertreter steuert zum Aufbau nur ganz wenig bei. Meist zieht er den Sicherheitspass vor, mit Vorliebe schiebt er den Ball einfach wenige Meter quer. Gegen Frankfurt standen am Ende: 51 Ballkontakte, 35 angekommene Pässe, nur zwei Fehlpässe. Seine Vorstöße waren an einer Hand abzuzählen: Sein Kopfball leitete immerhin die Szene ein, in deren Anschluss nicht zu klären war, ob Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler den Ball vor oder hinter der Linie klärte (49.).