Hannover bleibt daheim eine Macht

96-Jubel um Matchwinner Szabolcs Huszti

Hannover 96 - Werder Bremen 3:2 (2:1)

Hannover bleibt daheim eine Macht

Hannover 96 bleibt in der Fußball-Bundesliga die Nummer eins im Norden. Dank eines Geniestreichs des überragenden Szabolcs Huszti (90.+3) besiegte 96 Werder Bremen in einem turbulenten Derby 3:2.

Szabolcs Huszti sprang in die Luft, traf den Ball volley - und rettete Hannover 96 mit seinem Traumtor in der Nachspielzeit den knappen Sieg im Nordduell gegen Werder Bremen. Der ungarische Nationalspieler war der Held der Hannoveraner, nicht nur wegen des tollen Last-Minute-Treffers. Huszti hatte bereits in der 7. Minute die Führung erzielt und das Tor von Leon Andreasen (10.) vorbereitet.

"Wir haben eine irre Partie gesehen, ein typisches Derby zwischen Hannover und Bremen", schwärmte 96-Coach Mirko Slomka. Bremen hatte zwischenzeitlich durch Aaron Hunt (26./Handelfmeter) und Kevin de Bruyne (74.) ausgeglichen, doch es reichte nicht. Es war daher nicht nur aus Slomkas Sicht "ein ziemliches Spektakel mit einem glücklichen Sieger".

Hannover 96 - Werder Bremen 3:2

Bilder vom Spiel

96-Fans in der Hannoveraner Arena

Tolle Kulisse beim Nordderby: 96-Fans in der Hannoveraner Arena.

Tolle Kulisse beim Nordderby: 96-Fans in der Hannoveraner Arena.

Der Bremer Marko Arnautovic (li.) im Laufduell mit Konstantin Rausch.

96-Rückkehrer Leon Andreasen bejubelt die schnelle 2:0-Führung.

Bremens Aaron Hunt trifft per Elfmeter zum 1:2-Anschluss.

Werders neue Nummer 1, Sebastian Mielitz, klärt gegen Artur Sobiech.

Artur Sobiech (li.) müht sich gegen Werders Philipp Bargfrede.

96-Jubel um Matchwinner Szabolcs Huszti.

Huszti bärenstark

Dass Huszti Gelb-Rot nach seinem Siegtor sah, weil er im Jubel sein Trikot ausgezogen hatte und auf den Zaun geklettert war, konnten die Hannoveraner verkraften. Verwundert hat es dennoch die meisten. Die Szene sei "regelgerecht interpretiert worden", sagte Slomka. "Ich denke, dass Szabi die Regel gar nicht kennt." Schiedsrichter Deniz Aytekin kannte sie, ihm blieb keine andere Wahl: "Das tut einem selbst fast schon weh", sagte der Referee. "Ich musste das als Exekutive durchziehen."

Huszti muss nun in der nächsten Bundesliga-Partie aussetzen, was für Hannover bitter ist. Schließlich hatte der aus St. Petersburg zurückgekehrte Ungar schon mit vier Vorlagen beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg geglänzt und seinen Wert unterstrichen. Die kuriose Partie hielt, was die Statistik versprochen hatte, und bot wieder beste Unterhaltung mit mehreren Toren. Seit dem Wiederaufstieg der Niedersachsen 2002 gab es in der Arena gegen Werder immer ein Spektakel mit durchschnittlich fünf Treffern pro Spiel. Beide Teams suchten auch dieses Mal den Weg nach vorne.

Sogar Bremens Trainer Thomas Schaaf war nicht niedergeschlagen. "Was für ein klasse Spiel", schwärmte er: "Es war alles drin, was den Fußball ausmacht." Dass sein Team auch Fehler gemacht hatte, nahm er in Kauf. "Wenn diese Leidenschaft bleibt, dann wird es gut", prognostizierte er angesichts des über weite Strecken gelungenen Auftritts seiner Mannschaft.

Bremen mit zweiter Luft, 96 mit dritter

Die kurz geschockt wirkenden Bremer hatten sich nach dem frühen Rückstand wieder ins Spiel gekämpft. Werder dominierte die Partie vor allem in der zweiten Halbzeit, drückte die Gastgeber in deren Hälfte. Spielerisch war wie schon in den beiden vorherigen Ligapartien eine deutliche Steigerung zur Vorsaison zu erkennen. Doch den Schlusspunkt setzte wieder Hannover: Huszti traf mit einem herrlichen Seitfallzieher zum umjubelten 96-Sieg.

Mirko Slomka Play-Icon

Die Pressekonferenz mit Mirko Slomka und Thomas Schaaf | 10:55 min | 15.09.2012 | Sportschau | Das Erste

"Das ist ein Traum, das ist Fußball pur", schwärmte 96-Kapitän Steve Cherundolo angesichts des furiosen Finales einer temporeichen Partie mit fünf Treffern: "Deshalb kommen die Fans ins Stadion, um so etwas zu sehen."

dpa/sid | Stand: 15.09.2012, 17:21