Der HSV besiegt erneut schwache Hoffenheimer

Artjoms Rudnevs

Hamburger SV - TSG Hoffenheim 2:0

Der HSV besiegt erneut schwache Hoffenheimer

Hoffenheim kann auch mit neuem Trainer den freien Fall nicht bremsen. Beim Hamburger SV kassierte 1899 die fünfte Niederlage in Serie.

Matchwinner war beim 0:2 (0:1) am Freitagabend (07.12.2012) der Lette Artjoms Rudnevs mit seinen Saisontreffern fünf und sechs (27./74. Minute). Nach dem Schlusspfiff eilten die Hamburger Profis aus der Kältekammer Volkspark zum Flughafen, von wo es zum lukrativen Testspiel nach Porto Alegre in Brasilien ging.

"Die Mannschaft hat in der Defensive sehr ordentlich gearbeitet. Da waren wir präsent und haben wenig zugelassen. Das ist zumindest ein Aspekt, wo wir vielleicht nach vorne gekommen sind", sagte Hoffenheims Frank Kramer: "Jetzt müssen wir unsere Offensivaktionen noch besser in Chancen umwandeln."

Zhi Gin Lam und Kevin Volland Play-Icon Audio-Icon

HSV gegen Hoffenheim - die Schlussphase | 03:30 min | 07.12.2012 | WDR 2 Liga Live

Dritter Heimsieg nacheinander

"Wir haben auch ein paar Probleme gehabt, aber es war sicher kein schlechtes Spiel von uns", meinte HSV-Coach Thorsten Fink. Die schwache Leistung der Gäste analysierte er schmunzelnd mit den Worten: "Man spielt immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt." Rudnevs sei "schnell, willig und er steht dort, wo ein Torjäger stehen muss."

Dank des dritten Heimsiegs nacheinander kletterte der HSV zum Auftakt des 16. Spieltags in der Fußball-Bundesliga zumindest vorübergehend auf Platz sechs. Vor 48.121 Zuschauern reichte eine allenfalls solide Leistung gegen harmlose Gäste für drei Punkte.

Hamburger SV - 1899 Hoffenheim 2:0

In der Bundesliga ist 1899 Hoffenheim zum Gast beim Hamburger SV.

Frank Kramer

Alles hört auf mein Kommando. Frank Kramer dirigiert bei seinem ersten Einsatz als Chef-Trainer von 1899 Hoffenheimer seine Spieler.

Alles hört auf mein Kommando. Frank Kramer dirigiert bei seinem ersten Einsatz als Chef-Trainer von 1899 Hoffenheimer seine Spieler.

Doch bei der Abwehr scheinen die Signale von Frank Kramer in der 28. Minute nicht angekommen zu sein und der Hamburger Artjoms Rudnevs trifft zum 1:0.

Jubelstimmung beim HSV. Der Torschütze Rudnevs lässt sich von seinen Kollegen feiern.

Hoffenheims Sebastian Rudy (l.) und Tolgay Arslan kämpfen um den Ball.

Artjoms Rudnevs (oben) und der Hoffenheimer Andreas Beck heben ab.

Ein eher seltenes Bild am 16. Spieltag: Rene Adler im Einsatz. Der Hamburger Keeper ist eher mit Aufwärmübungen als mit dem Ball beschäftigt.

Sejad Salihovic (l.) von Hoffenheim im Zweikampf mit Heung Min Son. Das Engagement der Hoffenheimer in der Anfangsphase lässt im Verlauf des Spiels immer weiter nach.

Der Hoffenheimer Sebastian Rudy (l.) und Dennis Aogo schauen dem Ball fasziniert hinterher. Auch der Kampfgeist der Hamburger lässt nach dem ersten Tor etwas zu wünschen übrig.

Dritte Chance, zweites Tor. Wieder trifft Artjoms Rudnevs für den HSV. Ein Wiederauferstehen der Hoffenheimer rückt weiter in die Ferne.

Guter Start der Hoffenheimer

Hoffenheims bisheriger U-23-Coach Kramer, der am Montag vorläufig auf den entlassenen Markus Babbel gefolgt war, überraschte mit vier Umstellungen in der Startelf: Matthieu Delpierre, Sebastian Rudy nach Gelb-Sperre, Roberto Firmino und Eren Derdiyok rückten für Denis Streker, Stephan Schröck, Joselu und Sven Schipplock in die Mannschaft. Nach 36 Gegentoren agierten die Kraichgauer zunächst aus einer guten Abwehr heraus und hatten anfangs sogar mehr vom Spiel.

HSV-Trainer Thorsten Fink brachte für den zuletzt enttäuschenden Jeffrey Bruma Youngster Zhi-Gin Lam auf der Linksverteidigerposition. Tolgay Arslan kehrte nach seiner Gelb-Sperre zurück und vertrat erneut den verletzten Rafael van der Vaart als Regisseur. Die erste Möglichkeit nach fünf Minuten hatte Dennis Aogo nach Vorlage von Heung-Min Son, doch Keeper Koen Casteels war zur Stelle. Wie aus dem Nichts traf Rudnevs mit einem gekonnten Kopfball-Lupfer nach Vorlage von Dennis Diekmeier.

HSV immer mutiger

Im Gegenzug prüfte Firmino (29.) den gut aufgelegten René Adler. Dann wurde der HSV immer mutiger, hätte durch Son (32.) und einen Lattentreffer von Arslan (38.) erhöhen können. Danach lief bei den defensiven Hoffenheimern, die in Hamburg noch nie gewinnen konnten, nur noch wenig zusammen.

Auch die Statistik machte wenig Hoffnung: Seit mehr als einem Jahr konnte Hoffenheim kein Spiel mehr drehen. Selbst nach dem Rückstand blieben die Kraichgauer passiv, der HSV musste nicht mehr tun als unbedingt nötig. Erneut Rudnevs sorgte für die Entscheidung: Rudy wehrte die Freistoß-Flanke von Dennis Aogo zu kurz ab, der Lette war zur Stelle und traf vom Elfmeterpunkt aus der Drehung zum 2:0.

Abreise nach Brasilien

Die eigentliche Hatz begann für den HSV nach dem Spiel. Keine Stunde nach dem Abpfiff mussten die Akteure im Charterflugzeug sitzen, um 16 Stunden ins 11.000 Kilometer entfernte Brasilien zu jetten. Dort trägt die Mannschaft neun Stunden nach Ankunft bei 30 Grad Celsius ein Einladungsspiel beim Erstligisten Gremio Porto Alegre zur Einweihung des neuen Stadions aus. Geschlafen wird im Flieger, am Montag geht es zurück. Lohn der halben Weltreise in dreieinhalb Tagen sind 825.000 Euro.

Stand: 07.12.2012, 22:22