Der HSV lebt wieder
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Hamburger SV - Borussia Dortmund 3:2
Der HSV lebt wieder
Als Rafael van der Vaart seinem Torhüter René Adler wie ein kleiner Junge mit rotglühenden Wangen in die Arme sprang und ausgelassen jubelte, war bei Borussia Dortmund die Superserie endgültig gerissen und die Enttäuschung grenzenlos. "Gefühlt hatten wir 14:3 Torchancen - und dann so etwas", murmelte BVB-Nationalspieler Mats Hummels, das Gesicht kreidebleich, die Stimme zittrig.
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So etwas - das war die überhaupt nicht einkalkulierte 2:3 (0:1)-Niederlage beim Hamburger SV, die nicht nur nach einem Jahr die Superserie von 31 Spielen ohne Niederlage enden ließ, sondern die Westfalen auch auf dem Weg zur Titelverteidigung übel zurückwarf. Nach nur vier Spielen liegt der deutsche Pokalsieger bereits fünf Punkte hinter Rekordmeister Bayern München zurück.
Sichtlich niedergeschlagen war auch Mannschaftskapitän Sebastian Kehl, und dennoch war der Mittelfeldspieler zu einer so klugen wie prägnanten Spielanalyse fähig: "Wir haben dieses Spiel selbst entschieden - in beide Richtungen."
Hinten des Öfteren zu lässig, vorne zu nachlässig - dirigiert von einem soliden, aber nicht überragenden van der Vaart nutzten die Platzherren die Gelegenheiten, die ihnen geboten wurden, mit lange vermisster hanseatischer Gründlichkeit. Gleich zweimal (2. und 59.) entwischte der kleine Südkoreaner Heung-Min Son den Dortmunder Abwehrspielern, Ivo Ilicevic (55.) überraschte Keeper Roman Weidenfeller mit einem Schuss in die Torwartecke.
HSV landet ersten Sieg seit fünf Monaten
"Wir müssen wieder dazu kommen, weniger Fehler zu machen", forderte ein konsternierter Sportdirektor Michael Zorc. Die beiden Tore von Ivan Perisic (46. und 60.) hielten die Gäste zwar im Spiel, doch zur Wende reichte es nicht mehr. Pech und Unvermögen im Abschluss beim BVB sowie ein gut disponierter Adler ließen die Partie in den ersten HSV-Sieg seit mehr als fünf Monaten münden.
Eine Woche vor den aufwändig geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125. Geburtstag für die Norddeutschen eine wahre Erlösung. "Wenn das kein Brustlöser war, dann weiß ich auch nicht", sagte ein höchst erleichterter HSV-Kapitän Heiko Westermann. Van der Vaart stellte den Teamgeist in den Vordergrund: "Wir haben gezeigt, was eine Mannschaft leisten kann."
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Mit Glück und Leidenschaft zum Sieg
Der Hamburger SV hat sich im vierten Spiel der Saison die ersten drei Punkte gesichert. Bei Borussia Dortmund riss die Serie nach 31 Spielen ohne Niederlage.
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Genau das taten die Westfalen in der mit 57.000 Zuschauern ausverkauften WM-Arena am Volkspark nicht, zu oft wurde den zweifellos individuell stärkeren BVB-Solisten vertraut - letztlich ohne Erfolg. Trainer Jürgen Klopp: "Das Spiel war ein Spektakel, aber uns hat die Leichtigkeit gefehlt. Und wenn ein Gegner wie der HSV dann seine wenigen Möglichkeiten nutzt, wird es eben schwer."
Ein anderer Dortmunder hingegen freute sich über das Resultat. Der in der schwarz-gelben Metropole geborene und aufgewachsene HSV-Coach Thorsten Fink möchte nun selbst eine Erfolgsserie im Stile des Double-Gewinners starten: "Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass es schon am Mittwoch in Mönchengladbach weitergeht. Wir brauchen unser Selbstvertrauen dorthin einfach nur mitzunehmen."
dpa