Wie die Bayern Guardiola nach München lotsten

Karl-Heinz Rummenigge

Pressekonferenz nach dem Coup

Wie die Bayern Guardiola nach München lotsten

Die Fußballwelt rätselt, wie und wann es dem FC Bayern gelungen ist, Star-Trainer Pep Guardiola nach München zu lotsen. Die Bayern-Bosse lüfteten nun das Geheimnis.

So hat der FC Bayern hat schon vor Weihnachten erste konkrete Verhandlungen mit dem neuen Trainer geführt. Das berichtete der Vorstandsvorsitzende der Bayern, Karl-Heinz Rummenigge. "Dann haben wir die Gespräche intensiviert und konnten nach Weihnachten Einigkeit erzielen", sagte Rummenigge.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister hatte am Mittwoch (16.01.12) die Verpflichtung Guardiolas bekanntgegeben, der bei den Münchnern einen Vertrag bis 2016 unterschrieb. Der Spanier löst im Sommer Jupp Heynckes ab. Heynckes will seine Karriere beenden.

Dass der 67-Jährige von Juli an nicht mehr auf der Trainerbank der Bayern sitzen werde, habe sich schon im alten Jahr abgezeichnet, als Heynckes der Klubführung "tendenziell zu verstehen gab", aufhören zu wollen. Von da sei man in Verhandlungen mit dem Management Guardiolas getreten. In einem rund zweistündigen Gespräch habe er Heynckes angeboten, ihn nach dem Ende seiner Trainertätigkeit weiter in den Verein einzubeziehen, berichtete Rummenigge. Die Entscheidung wurde vertagt, Heynckes wollte "ein paar Nächte darüber schlafen".

"Gesamtkonzept hat gestimmt"

Bei der Entscheidung des Spaniers für die Bayern habe "das Gesamtkonzept" die entscheidende Rolle gespielte, meinte der Vorstandsvorsitzende. "Wir haben ein gutes Image", sagte er und ergänzte in Bezug auf andere europäische Vereine wie Manchester City oder den FC Chelsea, die ebenfalls um Guardiola buhlten: "Wenn es exklusiv ums Geld gegangen wäre, hätten wir überhaupt keine Chance gehabt."

Guardiola wolle "wahrscheinlich" zwei Assistenten mit nach München nehmen, berichtete Rummenigge. Namen nannte er nicht. Details zum Trainerteam würden erst in den nächsten Wochen diskutiert.

Mannschaft soll Heynckes beschenken

Zugleich betonte Rummenigge, die Mannschaft nun besonders in die Pflicht zu nehmen. Er habe dem Team gesagt, dass es nun "eine große Verantwortung" habe, dem scheidenden Trainer Heynckes "jetzt erst recht" zum Abschied den deutschen Meistertitel zu bescheren. Heynckes habe laut Rummenigge die Verpflichtung von Guardiola ausdrücklich begrüßt und von einer "wunderbaren Wahl" gesprochen.

Ankunft wohl erst im Sommer - Guardiola lernt schon Deutsch

Guardiola wird während der Bundesliga-Rückrunde nicht auf dem Gelände von Bayern München auftauchen. "Er wird in New York bleiben und dort intensiv Deutsch lernen. Er möchte die laufende Saison und auch die Arbeit von Jupp Heynckes nicht in irgendeiner Weise stören", sagte Rummenigge. Er geht davon aus, Guardiola womöglich erst zu dessen Dienstantritt am 1. Juli in München präsentieren zu können.

sid/dpa | Stand: 17.01.2013, 12:35