Amin Younes könnte Gladbachs Lösung sein
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Der kleine Dribbelkünstler Amin Younes macht Gladbach Mut
Amin Younes könnte Gladbachs Lösung sein
Von Christian Hornung
0:1 in Hamburg, 0:2 bei Lazio Rom - die Gladbacher taten sich zuletzt enorm schwer damit, sich Torchancen aus dem Spiel heraus zu erarbeiten. Jetzt besteht Hoffnung auf Besserung.
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Die Tendenz zeigte zuletzt nach unten, die Stimmung war gedrückt - doch das 1:1 am Sonntag (24.02.13) gegen Dortmund könnte ein Wendepunkt sein. "Wir sind gerade in einer Phase, wo das Pendel nach oben oder nach unten ausschlagen kann", sagte Gladbachs Manager Max Eberl in der Nachbetrachtung des Borussen-Duells. "Für uns war dieser Punkt gegen den Deutschen Meister ein sehr wichtiger Schritt zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt. Er hat uns gezeigt, dass wir mit Aggressivität, Laufbereitschaft und Mut vieles erreichen können. Es gibt zwar keine drei Punkte dafür, aber für den Kopf war das wie ein Sieg."
"Spielerisch ging wenig"
Nicht nur aus diesem Statement war herauszuhören, dass den Gladbachern zuletzt große Zweifel an ihren Fähigkeiten gekommen waren. Die Tore in der Rückrunde resultierten in der überwiegenden Mehrzahl aus Standards, "spielerisch ging zuletzt nur noch wenig bei uns", gab Abwehrorganisator Martin Stranzl offen zu. Das lag auch daran, dass Lucien Favre vorne nicht wie gewünscht variieren konnte. Luuk de Jong, Mike Hanke und Igor Camargo seien sich "zu ähnlich", beschwerte sich der Trainer immer wieder. In der Winterpause zog der Verein die Konsequenz, gab de Camargo nach Hoffenheim ab.
Signal an die Nachwuchsspieler
Bewusst verzichteten Eberl und Favre darauf, die Lücke extern auszufüllen. "Es soll auch ein Signal an die jüngeren Spieler sein, dass wir mehr auf sie setzen wollten", sagt der Manager. Angesprochen davon durfte sich auch Amin Younes fühlen - der gegen Dortmund seinen Durchbruch schaffte. Zum ersten Mal durfte der 19-jährige Dribblerkünstler in einem Bundesligaspiel von Beginn an auflaufen. Nach 55 Minuten mit einem Ballbesitz von 40 Prozent und 0:9 Torschüssen aus der Sicht der Gastgeber gab ausgerechnet der jüngste Gladbacher das Signal an die Kollegen, dass mit Passivität und Angst gegen den Meister nichts zu holen ist: mit einem wuchtigen 20-Meter-Schuss, den Roman Weidenfeller aber noch abwehren konnte.
Zuspruch vom 20-Jährigen
Elf Minuten später war der Dortmunder Torwart dann bezwungen - nicht zufällig von Amin Younes. Der hatte bei seinem von Felipe Santana abgefälschten Treffer zwar auch etwas Glück, zumal die Dortmunder nicht zu Unrecht eine Abseitsstellung von Luuk de Jong monierten. Doch genau diese Entschlossenheit, mit der Younes auch in dieser Szene den Abschluss suchte, war den Gladbachern in der jüngeren Vergangenheit abhanden gekommen.
"Mit Mut kann man eben viel erreichen", kommentierte Torhüter Marc-André ter Stegen den Treffer des jungen Kollegen, der er mit seinen 20 Jahren kurz vor dem Anpfiff noch väterlich in den Arm genommen hatte: "Ich habe ihm gesagt, dass er auch an die Defensive denken soll - aber dass er vor allem Spaß haben und so unbekümmert spielen soll, wie er das schon seit langem im Training tut."
"Froh über jede Minute"
Seit anderthalb Jahren trainiert Amin Younes bereits bei den Profis mit, oft hörte er vom Trainer Lob für seine Leistungen - und musste sich doch sehr lange gedulden. "Das war oft schwer", gab der deutsche U-19-Nationalspieler zu. "Die Geduld zu bewahren, wenn du angeblich gut trainiert hast und trotzdem immer warten musst."
Doch mit Rückblicken wollte sich der gebürtige Düsseldorfer nicht allzu lange aufhalten: "Natürlich will ich der Mannschaft jetzt immer wieder helfen. Ich bin froh über jede Einsatzminute und denke, dass ich dem Trainer gezeigt habe, dass er auf mich zählen kann."
Mit vielen Qualitäten
Damit lag Younes vollkommen richtig. Lucien Favre erklärte später, er habe sein Talent "nicht zu früh verbrennen" wollen, aber jetzt sei er "eine Lösung für uns, und zwar eine gute mit vielen Qualitäten." Favre erwähnte die Dribblings, die Ballsicherheit, aber auch den Mut, die Eins-gegen-eins-Situationen und den Torabschluss zu suchen. "Er kann wie gegen Dortmund als hängende Spitze, aber auf der rechten und linken Außenbahn spielen. Es ist gut für Gladbach, so einen Jungen in der Pipeline zu haben."
6:15 Torschüsse
Gut für allem auch in Spielen wie diesem, in dem die Gladbacher am Ende 39 Prozent Ballbesitz, ein Torschussverhältnis von 6:15 und 3:7 Ecken hatten. Sogar Favre, der perspektische Aussagen nicht ausstehen kann und normalerweise immer nur über das nächste Spiel redet, scheint plötzlich wieder Gedanken an den Anschluss nach Europa zu verschwenden: "Es geht sehr schnell in dieser Liga. Mit zwei Siegen bist du wieder auf den Plätzen acht oder sieben." Was so ein mutiger Auftritt eines unbekümmerten 19-Jährigen doch alles bewirken kann.
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Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 1:1
Gladbachs Youngster Amin Younes verdirbt Borussia Dortmund die Generalprobe für den Pokalhit gegen Bayern München.
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Stand: 24.02.2013, 19:59