Heynckes oder nichts

Bayern-Trainer Jupp Heynckes (l.) und Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.)

Trainerfrage beim FC Bayern

Heynckes oder nichts

Uli Hoeneß hat sich festgelegt. "Derzeit gibt es keinen Plan B", sagt er mit Blick auf die Trainerfrage. Jupp Heynckes will am Saisonende eigentlich aufhören, doch Hoeneß will ihn unbedingt behalten.

"Thiago oder nichts", sagte der damalige Bayern-Trainer Pep Guardiola als sich der Transfer von Thiago Alcántara anbahnte. Mit derselben ultimativen Argumentation geht Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß in die Debatte um die Trainerfrage, die sich in diesem Sommer bei den Bayern eigentlich stellt.

"Seine Mission ist noch nicht zu Ende"

Eigentlich. Denn Jupp Heynckes hatte zwar angekündigt, nach Carlo Ancelottis vorzeitiger Freistellung nur bis zum Saisonende aushelfen zu wollen. Aber Hoeneß hat andere Pläne und will die vierte Amtszeit Heynckes' bei den Bayern verlängern. "Wir versuchen ihm zu vermitteln, dass seine Mission bei den Bayern noch nicht zu Ende ist", sagte Hoeneß bei einer Podiumsdiskussion in Düsseldorf: "Jupp soll die Übergangsphase von den älteren zu den jungen Spielern schaffen."

Müller - "Haben den besten Mann an der Seitenlinie"

Sportschau | 30.01.2018 | 00:20 Min.

Der 72 Jahre alte Coach hält jedoch bislang an seinem Plan fest, am Ende der Saison wieder in den Ruhestand zurückzukehren. Hoeneß weiß das - dennoch nannte er Heynckes erneut einen "absoluten Glücksfall" und führte aus: "Ich hoffe, ihn davon überzeugen zu können, noch ein Jahr zu bleiben. Es gibt keinen Plan B." Am Tag darauf sagte er bei einem weiteren Termin in Düsseldorf allerdings: "Die Chancen, dass Jupp bleibt, liegen bei zehn Prozent."

Nagelsmann, Tuchel oder Kovac spielen zurzeit keine Rolle

Der Trainer des FC Bayern München, Jupp Heynckes, im Jahr 2013 nach dem Gewinn des Triples

Der Trainer des FC Bayern München, Jupp Heynckes, im Jahr 2013 nach dem Gewinn des Triples

Die Sehnsucht nach einer Fortsetzung der Zusammenarbeit liegt wohl im gemeinsamen Erfolg der Vergangenheit: Unter Heynckes holten die Bayern 2013 das Triple, unter Guardiola gelang danach in der Champions League der Titelgewinn nicht mehr. Die gehandelten Namen für die Nachfolge scheinen derzeit kaum eine Rolle zu spielen. Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel oder Niko Kovac dürften erst wieder Themen werden, wenn Heynckes sich dem Werben des Präsidenten endgültig widersetzt.

Allerdings scheint Heynckes wirklich aufhören zu wollen. Im "Kicker" sagte Heynckes Mitte Januar: "Wir brauchen dieses Thema nicht zu vertiefen. Ich werde im Sommer 73 Jahre alt. Da weiß man nicht, wieviel Zeit einem das Leben noch gibt." Heynckes hatte zuvor bereits gesagt, dass er nicht mehr in einem Hotelzimmer wohnen wolle. "Wenn ich spät nach Hause komme, ist da niemand. Für eine gewisse Zeit geht das, aber das ist nicht das Leben, das man sich wünscht." Die Wünsche von Uli Hoeneß bleiben trotzdem andere.

Stand: 30.01.2018, 11:06

Jupp Heynckes

Heynckes über seine Rückkehr auf die Trainerbank der Bayern

Sportschau | 14.10.2017 | 53 Sek.

Jupp Heynckes feiert sein Comeback auf der Trainerbank und verpasst dabei den tosenden Applaus des Münchener Publikums. Der Bayern-Trainer freut sich jedoch über die Anerkennung, die er in München erlebt, und sieht noch viel Arbeit vor sich.  |  video

Darstellung: