Wintertransfers in der Bundesliga - besser als ihr Ruf

Matija Nastasic

VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln schon recht aktiv

Wintertransfers in der Bundesliga - besser als ihr Ruf

Von Marcus Bark

Wintertransfers gelten zurecht als schwierig und sind bei vielen Fußballmanagern wenig beliebt. Tatsächlich sie sind aber besser als ihr Ruf.

Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass der teuerste Wechsel schon bekanntgegeben worden ist, bevor die Transferperiode mit dem neuen Jahr in Deutschland begonnen hat. Paris Saint-Germain wird etwa 40 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg überweisen, um Julian Draxler anstellen zu können. Vielleicht werden die Wolfsburger auch die höchste Summe für einen Neuzugang bezahlt haben, wenn die Transferperiode am 31. Januar 2017 um 18 Uhr endet. Immerhin soll Riechedly Bazoer etwa zwölf Millionen Euro kosten, die an Ajax Amsterdam fließen.

Von den Summen her sieht das beim 1. FC Köln bislang viel bescheidener aus. Aber Manager Jörg Schmadtke ist recht aktiv geworden. Christian Clemens kommt vom 1. FSV Mainz 05 zurück, Filip Mladenovic und Mergim Mavraj verlassen den Verein.

Versäumtes nachholen

Mavrajs neuer Klub wird der Hamburger SV sein, der schon vor der Winterpause angekündigt hatte, dass er einige Neuzugänge verpflichten werde. Der Klub will für die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld nachholen, was im Sommer versäumt wurde.

Es ist ein ambitionierter Plan, denn die Wintertransfers gelten als schwierig. "Der Markt gibt nicht viel her", ist häufig von Managern zu hören, was einen simplen Grund hat. Arbeitsverträge mit Berufsfußballern sind in den großen Fußballnationen in der Regel bis zum 30. Juni gültig. Sind sie ausgelaufen, entfallen nicht nur Ablösesummen, sondern für den aufnehmenden Verein auch ein Verhandlungspartner. Er muss sich nur noch mit einer Partei einigen.

Image der Notlösung

Der engere Markt lässt den Preis im Normalfall steigen. Auch das hängt dem Wintertransfer etwas Negatives an. Dabei hat er schon mit dem Image der Notlösung zu kämpfen. Serdar Tasci galt als solche. Der ehemalige deutsche Nationalspieler wechselte am letzten Tag der Wintertransferperiode 2016 zum FC Bayern, weil gleich drei Innenverteidiger länger wegen einer Verletzung zu Beginn der Rückrunde fehlten.

Riechedly Bazoer

Riechedly Bazoer wechselt von Ajax Amsterdam zum VfL Wolfsburg.

Viele Verletzungen sind häufig der Grund, warum Vereine im Winter suchen. Daher könnte auch beim FC Schalke 04 im Januar etwas passieren. Dessen Manager Christian Heidel ist aber zurückhaltend. "Wenn die Verletzten dann zurück sind, hast du plötzlich 30 Mann im Kader", sagte er etwas überspitzt nach dem letzten Heimspiel des Jahres, "das muss immer sehr genau abgewägt werden."

Heidels Kollege Michael Zorc hält wenig bis gar nichts von Wintereinkäufen. Schon deshalb ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass Borussia Dortmund im Januar einen Spieler verpflichten wird. Auch beim FC Bayern ist damit zu rechnen.

Die vergangenen Jahre zeigen aber auch, dass der Ruf von Wintertransfers schlechter ist als ihr tatsächlicher Wert. Matija Nastasic (Foto, oben) und Alessandro Schöpf beim FC Schalke 04, Andrej Kramarić bei der TSG Hoffenheim, Marco Fabián und Szabolcs Huszti bei Eintracht Frankfurt, Papy Djilobodji bei Werder Bremen, Alfred Finnbogason beim FC Augsburg - all das sind Neuzugänge der vergangegen beiden Winterperioden, die ihren Vereinen entscheidend weiterhelfen konnten.

Stand: 30.12.2016, 11:30

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