Nächste Heimpleite für Fürth

Gerald Asamoah gegen Wolfsburgs Alex Madlung.

Greuther Fürth - VfL Wolfsburg 0:1 (0:1)

Nächste Heimpleite für Fürth

Auch im elften Anlauf wurde es nichts mit dem ersten Fürther Heimsieg der Saison. Die Franken verloren gegen den VfL Wolfsburg - und das trotz bester Tormöglichkeiten. Die Chancenverwertung steht dem angepeilten Klassenverbleib am meisten im Weg.

Die Freude über den Prestigesieg auf Schalke ist bei Greuther Fürth schnell wieder der gewohnten Enttäuschung gewichen. Das Bundesliga-Schlusslicht kassierte mit dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg im elften Heimspiel der Saison schon die achte Niederlage und manifestierte den letzten Platz in der deutschen Fußball-Beletage. "Das ist sehr bitter. Wir haben mal wieder unsere Chancen nicht genutzt", so der sportliche Leiter Rouven Schröder.

Engagiert und leidenschaftlich stemmten sich die Fürther der Wolfsburger Millionentruppe entgegen - wie schon so oft ließen sie in den entscheidenden Momenten aber Cleverness und Abgeklärtheit völlig vermissen. "Die Mannschaft hat ihr Herz in beide Hände genommen, um der Tabelle ein anderes Gesicht zu geben", urteilte Trainer Mike Büskens beinahe philosophisch. Allein: Im Gegensatz zur Vorwoche, als die Spielvereinigung mit einem 2:1 auf Schalke überraschte, blieb der Erfolg aus.

Franken ohne Durchschlagskraft

Ein halbes Dutzend bester Chancen ließen Büskens' Mannen liegen. Und so genügten dem auswärtsstarken VfL eine abgezockte Vorstellung und ein Tor des Niederländers Bas Dost (23. Minute), um mit drei zusätzlichen Punkten den Heimweg antreten zu können.

Greuther Fürth - VfL Wolfsburg 0:1

Bilder vom Spiel zwischen Greuther Fürth und dem VfL Wolfsburg am 21. Bundesliga-Spieltag.

Mike Büskens und Dieter Hecking  (re.)

Trainer-Dialog vor dem Anpfiff: Mike Büskens und Dieter Hecking (re.).

Trainer-Dialog vor dem Anpfiff: Mike Büskens und Dieter Hecking (re.).

Gerald Asamoah gegen Wolfsburgs Alexander Madlung.

Der Fürther Mergim Mavraj (li.) gegen Wolfsburgs Vieirinha.

VfL-Keeper Diego Benaglio bei der Wolfsburger Strafraumbeherrschung.

Lasse Sobiech (li.) im Luftkampf mit dem Wolfsburger Bas Dost.

Jan Polak kämpft mit harten Bandagen gegen Gerald Asamoah (re.).

Wolfsburger Jubel um Spielmacher Diego & Co.

"Wir hätten uns die Effektivität der Wolfsburger gewünscht", erklärte Büskens anerkennend in Richtung "Wölfe"-Coach Dieter Hecking, der mit seinem Team einen Sprung ins gesicherte Tabellenmittelfeld machte. "Das war wichtig, weil es sonst nach unten noch mal hätte eng werden können. Wir sollten aber jetzt bloß nicht gleich wieder anfangen, von Europa zu träumen. Soweit sind wir noch nicht", mahnte der langjährige Nürnberger bei seiner Rückkehr ins Frankenland.

Dost effektiv, Diego nicht

Schon unter der Woche hatte sich Wolfsburg im Test gegen den ambitionierten Viertligaclub Hessen Kassel munter für die Partie beim Aufsteiger eingeschossen. Den Südwest-Regionalligisten fertigte Heckings Team während der Länderspielpause im Vorbeigehen mit 7:0 ab - und auch in Fürth beschwor die namhafte VfL-Offensive um den Brasilianer Diego rasch Gefahr herauf. Der 27-Jährige war vor allem im ersten Abschnitt omnipräsent und immer elegant am Ball. Allerdings verzettelte sich Diego zu oft in den Zweikämpfen, zu selten kamen seine filigranen Pässe auch bei den Teamkollegen an. Als es einmal in vorbildlicher Manier klappte, durften sich die Gäste prompt über die Führung freuen: Diegos Steilpass nahm der Portugiese Vieirinha auf und spielte weiter zu Dost, der aus Nahdistanz traf.

Mergim Mavraj gibt nach dem Spiel ein Interview Play-Icon

Stimmen zum Spiel Fürth - Wolfsburg (0:1) | 01:47 min | 09.02.2013 | Sportschau | Das Erste

Pech hatte Diego mit einem Freistoß auf die Oberkante der Latte (11.) und unmittelbar vor der Pause, als er an Fürths Keeper Wolfgang Hesl scheiterte (43.). Die fränkischen Offensivbemühungen waren zwar mit einem enormen Aufwand und lautstarker Unterstützung der 15.045 Anhänger auf den Tribünen verbunden - aber völlig erfolglos. Früh vergab die kampfstarke Defensiv-Neuerwerbung Jozsef Varga (6.) eine Top-Möglichkeit, im Anschluss konnten auch Lasse Sobiech (25.), Gerald Asamoah (31.), Felix Klaus (35.) und gleich dreimal der Serbe Nikola Djurdjic (40./47./53.) keine Torjäger-Qualitäten nachweisen.

Asamoah erleidet Allergie-Schock

Nach dem Spiel geriet die Fürther Niederlage schnell zur Nebensache. Kurz nach dem 0:1 brach Gerald Asamoah in der Kabine mit einem allergischen Schock zusammen und konnte kaum noch atmen. Der Stürmer bekam von einem ärztlichen Betreuer Cortison gespritzt, dann ging es wieder. Es sei nicht der erste Allergie-Schock seiner Karriere gewesen, so Asamoah später.

Dieter Hecking spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Fürth. Play-Icon

Dieter Hecking und Mike Büskens vor der Presse | 07:16 min | 09.02.2013 | Sportschau | Das Erste

dpa/sid | Stand: 09.02.2013, 20:21