Nullnummer im Franken-Derby

Gerald Asamoah (l.) im Wortgefecht mit Raphael Schäfer.

SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Nürnberg 0:0

Nullnummer im Franken-Derby

Die SpVgg Greuther Fürth muss auch nach dem 255. Franken-Derby gegen den 1. FC Nürnberg weiter auf den ersten Heimsieg in der Bundesliga warten. Trotz phasenweise großer Überlegenheit kamen die Gastgeber gegen den Erzrivalen nicht über ein 0:0 hinaus.

Der Aufsteiger steht damit weiter auf einem Abstiegsplatz. Beide Mannschaften beendeten das Spiel mit einem Mann weniger: Erst sah beim Club Markus Feulner Rot (36.), später Sercan Sararer bei Fürth Gelb-Rot (61.). Feulner, umjubelter Torschütze des Treffers gegen den FC Bayern am Wochenende zuvor (1:1), wurde nach seinem robusten Einsteigen gegen Stephan Fürstner von Schiedsrichter Felix Brych vom Platz gestellt.

Hecking sah "kein gutes Fußballspiel"

Gäste-Trainer Dieter Hecking fand nach dem Spiel die passenden Worte: "Emotional, hektisch, wenig Fußball, zum Teil viel zu viel Provokation von beiden Seiten, kein gutes Fußballspiel, ein reines Kampfspiel, Rote Karte berechtigt, Punkt gewonnen – mehr kann ich aus diesem Spiel nicht mitnehmen. Der Punktgewinn ist verdient, weil wir auch wenig zugelassen haben." Fürths Trainer Mike Büskens denkt, dass für sein Team auch drei Punkte drin waren: "Wir haben die ein oder andere Torgelegenheit leider nicht mit der richtigen Konsequenz zu Ende gespielt. Wir müssen mit dem Punkt leben, hätten aber auch den Sieg verdient gehabt."

Gerald Asamoah gibt ein Interview nach dem Spiel gegen Nürnberg Play-Icon

Stimmen zum Spiel Fürth - Nürnberg (0:0) | 02:08 min | 24.11.2012 | Sportschau | Das Erste

Fürther Überlegenheit

Die SpVgg war nach der Roten Karte erst recht die dominierende Mannschaft im mit 18.000 Zuschauern ausverkauften Ronhof, kam aber kaum zu guten Torchancen. Nach dem Platzverweis für Sararer wegen wiederholten Foulspiels war die emotional aufgeladene, aber niveauarme Partie dann ausgeglichener. Die Fürther, in einem Ligaspiel seit Oktober 1996 ohne Heimsieg gegen den Club, hatten eine gute Stunde lang mehr vom Spiel. Die Gastgeber machten Druck, vor allem Gerald Asamoah war ein ständiger Unruheherd in der Nürnberger Abwehr.

SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Nürnberg 0:0

Viel Kampf, aber keine Tore gab's im 255. Derby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg.

Der Fürther Milorad Pekovic (l.) kämpft mit den Nürnbergern Alexander Esswein (Mitte) und Mike Frantz um den Ball.

Der Fürther Milorad Pekovic (l.) kämpft mit den Nürnbergern Alexander Esswein (Mitte) und Mike Frantz um den Ball.

Der Fürther Milorad Pekovic (l.) kämpft mit den Nürnbergern Alexander Esswein (Mitte) und Mike Frantz um den Ball.

Gerald Asamoah (l.) setzt sich gegen Mike Frantz (Mitte) und Timm Klose durch.

Stephan Fürstner (r.) im Duell mit Sebastian Polter.

Thomas Kleine (l.) im Zweikampf mit Alexander Esswein.

"Gewalt ist kein Spiel" ist das Motto zum Franken-Derby.

Markus Feulner verlässt nach seiner roten Karte den Platz.

Kein Elfmeterpfiff zu Beginn

Schon kurz nach Spielbeginn stand Brych vor einer ersten kniffligen Entscheidung, beließ es allerdings nach einem Zweikampf im Strafraum zwischen Per Nilsson (Nürnberg) und Zoltan Stieber (Fürth) aber bei einem Eckball für die Gastgeber. Bei Fürth standen die zuletzt gesperrten Thomas Kleine und Milorad Pekovic wieder in der Anfangsformation. Club-Trainer Dieter Hecking hatte den ebenfalls wieder einsatzbereiten Hanno Balitsch (Gelbsperre) zugunsten von Feulner auf die Bank gesetzt. Nach dem Platzverweis für Feulner kam Balitsch dann für Alexander Esswein, um die Defensive zu stärken.

Asamoah vergibt beste Chance des Spiels

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der um Ruhe bemühte Club aber nur bei Standardsituationen stattgefunden. Die lange Zeit überlegenen und zudem engagierter wirkenden Fürther waren allerdings meist zu hektisch und zu übereifrig bei ihren Angriffen – und zunehmend auch ideenlos. Gute Chancen blieben deshalb trotz der Überlegenheit eine Seltenheit. Asamoah hatte noch die beste des ganzen Spiels. Nach einem haarsträubenden Fehler von Club-Abwehrspieler Javier Pinola zögerte er aber allein vor Torhüter Raphael Schäfer zu lange mit dem Abschluss (35.). "Wenn ich das Ding mache, bin ich der Held", so Asamoah nach dem Spiel. Auch er trauert den vergebenen Chancen seines Teams nach: "Uns fehlt die Erfahrung, das entscheidende Ding zu machen."

Dieter Hecking auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Fürth Play-Icon

Pressekonferenz mit Dieter Hecking und Mike Büskens | 05:19 min | 24.11.2012 | Sportschau | Das Erste

sid | Stand: 24.11.2012, 17:27