Gladbach im Aufwind

Mike Hanke (r.) und Oscar Wendt jubeln.

Greuther Fürth - Borussia Mönchengladbach 2:4

Gladbach im Aufwind

Borussia Mönchengladbach ist in der Fußball-Bundesliga auf dem Weg Richtung Europapokal-Plätze. Bei der SpVgg Greuther Fürth gelang dem Team vom Niederrhein ein Auswärtserfolg.

Bei den Franken, die ab der 12. Minute nach einem Platzverweis für Thomas Kleine in Unterzahl spielten, gelang den Gästen am elften Spieltag mit einem 4:2 (1:2) der zweite Auswärtssieg nacheinander. Es war gleichzeitig der 600. Bundesliga-Erfolg der Fohlen. Die Borussen mussten dabei zweimal einem Rückstand hinterherlaufen, drehten das Spiel aber nach der Pause innerhalb weniger Minuten zu ihren Gunsten.

"Das war ein wichtiger Auswärtssieg, die Mannschaft hat Moral bewiesen", lobte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und fand: "Das war der Schritt, den wir gebraucht haben." Fürths Stephan Fürstner haderte dagegen: "Wir haben alles gegeben, aber wieder nichts erreicht. Wir kassieren einfach viel zu schnell die Gegentore."

Mike Büskens guckt etwas grimmig beim Interview nach dem Spiel Play-Icon

Stimmen nach dem Spiel Fürth - Mönchengladbach (2:4) | 14:18 min | 11.11.2012 | Bundesliga am Sonntag | WDR

Der starke Patrick Herrmann erzielte den vorentscheidenden Treffer (57.), ehe Thorben Marx per Handelfmeter in der Nachspielzeit alles klar machte (90.+2). Der Tabellenvorletzte Fürth wartet dagegen weiter auf den ersten Bundesliga-Heimsieg der 109-jährigen Vereinsgeschichte.

Kleine sieht nach Notbremse Rot

Fürth war in einer hektischen Anfangsphase vor 18.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion zunächst in Führung gegangen: Bernd Nehrig verwandelte einen Foulelfmeter (10.). Kurz darauf wurde der ehemalige Gladbacher Kleine nach einer Notbremse von Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) mit der Roten Karte vom Platz gestellt.

Den Gladbachern gelang nur wenig später der Ausgleich durch Oscar Wendt (22.), der zuvor den Fürther Strafstoß verursacht hatte. Edgar Prib nutzte bei einem Konter die Schlafmützigkeit der Gladbacher (44.), die dann kurz nach Pause durch Martin Stranzl (51.) aber erneut zum Ausgleich kamen. Milorad Pekovic sah in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.

Fürth beginnt forsch

Fürth hatte zunächst viel Betrieb gemacht, bereits in der 4. Minute verfehlte Prib nach einer schönen Hereingabe von Heinrich Schmidtgal nur knapp das Tor der etwas unsortierten Gladbacher. Es waren keine zehn Minuten gespielt, da brachte Wendt im äußersten rechten Strafraumeck unmittelbar an der Torauslinie Gerald Asamoah zu Fall. Nach kurzem Zögern zeigte Schiedsrichter Gagelmann auf den Elfmeterpunkt: Nehrig verwandelte sicher.

Nur wenige Augenblicke später war Gagelmann erneut gefordert, diesmal handelte er schnell - und wieder lag er richtig. Nach dem Foul von Kleine an Patrick Herrmann kurz vor dem Strafraum musste der Abwehr-Routinier vom Platz. Fürths Trainer Mike Büskens brachte umgehend Lasse Sobiech für Zoltan Stieber. Auch die Gladbacher reagierten schnell, verstärken bei nasskaltem Wetter sofort ihre Angriffsbemühungen und kamen bald zum Ausgleich: Wendt köpfte nach Flanke von Herrmann ein.

Gladbach bestimmt das Spielgeschehen

Nach dem 1:1 beruhigte sich das Spielgeschehen. Gladbach bestimmte wie nicht anders zu erwarten das Spielgeschehen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre spielte geduldig nach vorne, kombinierte gefällig - kam aber kaum zu zwingenden Aktionen gegen leidenschaftlich verteidigende Fürther. Die Franken wiederum kamen nur gelegentlich in die Nähe des Gladbacher Strafraums. Dann aber nutzte bei einem Konter Prib die gute Vorarbeit von Gerald Asamoah und die kollektive Unaufmerksamkeit der Borussen-Abwehr zum 2:1.

Greuther Fürth - Borussia Mönchengladbach 2:4

Borussia Mönchengladbach dreht trotz zweimaligem Rückstand die Partie bei Greuther Fürth und gewinnt mit 4:2.

Bernd Nehrig (l.) verwandelt zum 1:0.

Bernd Nehrig (l.) verwandelt einen Elfmeter für Fürth zur 1:0-Führung.

Bernd Nehrig (l.) verwandelt einen Elfmeter für Fürth zur 1:0-Führung.

Bitter für Greuther Fürth. Innenverteidiger Thomas Kleine (r.) hält Gladbachs Patrick Herrmann mit einer Notbremse auf und sieht dafür die Rote Karte.

Gladbachs Oscar Wendt, der hier gemeinam mit Harvard Nordtveit (oben) jubelt, erzielt den zwischenzeitlichen Ausgleich per Kopf.

Trotz Unterzahl macht Fürth mutig weiter. Edgar Prib erzielt die erneute Führung zum 2:1.

Es ist ein hart umkämpftes Spiel, wie der Zweikampf zwischen Alvaro Dominguez und Gerald Asamoah (vorn) zeigt.

Patrick Herrmann, Harvard Nordtveit und Thorben Marx (v.l. n.r.) bejubeln den Gladbacher Sieg. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre trifft noch dreimal und macht den Sieg in Fürth perfekt.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Gladbacher dann allerdings wesentlich energischer und zielstrebiger ans Werk. Erst köpfte Stranzl nach einem Eckball von Havard Nordveidt ein - kurz darauf kombinierten Juan Arango und Mike Hanke gefällig durchs Mittelfeld, Hanke legte auf für Lukas Rupp, dessen Flanke köpfte Herrmann im Fallen zum 3:2 ein. Der eingewechselte Peniel Mlapa hätte in der 85. Minute für Gladbach erhöhen können, scheiterte aber freistehend am Fürther Schlussmann Max Grün. Auf der Gegenseite verzog der ebenfalls neu in die Partie gekommene Tobias Mikkelsen (90.). Torben Marx erzielte dann noch in der Nachspielzeit per Elfmeter nach Handspiel von Pekovic das 4:2.

Stand: 11.11.2012, 19:28