Frankfurt enttäuscht gegen Nürnberg

Bamba Anderson (v.li.), Markus Feulner und Sebastian Rode kämpfen um den Ball.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg 0:0

Frankfurt enttäuscht gegen Nürnberg

Nach dem 0:0 zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg taten sich beide Clubs schwer mit einem Urteil. Auf den ersten Blick war das Ergebnis zu wenig für den Tabellenvierten. Tatsächlich aber hätte die Eintracht ohne ihren starken Torwart verloren.

Bamba Anderson wusste genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Kaum war das enttäuschende 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg amtlich, nahm der Verteidiger von Eintracht Frankfurt seinen Torwart Kevin Trapp in den Arm. Der 22-Jährige sorgte dafür, dass der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga dieses Spiel nicht noch verlor. Allein in der ersten Halbzeit machte er drei Großchancen des an diesem Tag besseren "Clubs" zunichte.

"Es ist meine Aufgabe, der Mannschaft zu helfen", sagte Trapp bescheiden. Ansonsten wollte er das Ergebnis genauso wie sein Trainer Armin Veh nicht als Rückschlag auf dem Weg ins internationale Geschäft bewertet wissen. "Wichtig ist, dass wir nicht verloren haben", ergänzte der Torwart. Auch Veh betonte: "Ich bin mit dem Punkt zufrieden. Es tut uns gut, dass wir in einem Spiel, in dem wir nicht gut waren, nicht frisch waren und taktisch aus dem Spiel genommen wurden, noch einen Punkt geholt haben."

Martin Bader Play-Icon

Stimmen zum Spiel Frankfurt - Nürnberg (0:0) | 02:41 min | 09.02.2013 | Sportschau | Das Erste

Nürnberg vergibt beste Chancen

Die Nürnberger spielten vor 45.400 Zuschauern genauso, wie Veh es vorher befürchtet hatte. Sie verengten geschickt die Räume auf dem Feld und nahmen dank einer enormen Laufleistung auch die Frankfurter Schaltzentrale mit Pirmin Schwegler und Sebastian Rode aus dem Spiel. Einziges Manko des FCN war die schwache Chancenverwertung: Mike Frantz (22.) und Tomas Pekhart (25.) scheiterten jeweils völlig frei stehend vor dem starken Trapp. In der 34. Minute war der U21-Nationaltorwart gleich nochmal gegen Pekhart zur Stelle.

Und als Trapp kurz vor Schluss bei einem Schuss von Muhammed Ildiz (87.) mal eine kleine Schwäche zeigte, bügelte er sie beim Nachschuss von Sebastian Polter umgehend wieder aus.

"Wir sind ein bisschen hin- und hergerissen", sagte Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger deshalb auch. "Unter dem Strich war für uns mehr drin, weil wir vor allem in der ersten Halbzeit einige Chancen liegen gelassen haben. Aber der Punkt hilft uns auch weiter. Es war ein wichtiger Punkt und ein guter Auftritt."

Michael Wiesinger spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei Eintracht Frankfurt Play-Icon

Michael Wiesinger und Armin Veh vor der Presse | 07:27 min | 09.02.2013 | Sportschau | Das Erste

Frankfurt enttäuscht in der Offensive

Bei der Eintracht konnte davon keine Rede sein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Heimspielen der Saison fehlte den Frankfurtern diesmal jeglicher Schwung. Die beste Chance vergab Torjäger Alexander Meier bezeichnenderweise mit einem Freistoß (30.).

Eine gute Nachricht gab es aus Frankfurter Sicht dennoch: Eintracht-Verteidiger Carlos Zambrano konnte trotz einer erst wenige Stunden vor Anpfiff beendeten Länderspiel-Odyssee doch noch von Beginn an mitspielen. Der 23-Jährige landete erst am Morgen nach einem Nachtflug aus Südamerika wieder in Frankfurt und wurde direkt vom Flughafen zur Mannschaft gebracht. Zambrano war nach einem Länderspiel mit Peru zusammen mit Claudio Pizarro (Bayern München) und Jefferson Farfan (Schalke 04) in Venezuela festgehalten worden, weil die drei Fußballer nach Meinung der Sicherheitsbeamten zu spät für ihren Weiterflug in Caracas angekommen waren. "Natürlich habe ich nicht viel geschlafen", sagte er. "Aber ich habe heute mein Bestes gegeben. Wenigstens haben wir nicht verloren."

Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg 0:0

Bilder vom Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg am 21. Bundesliga-Spieltag.

Nürnberger Fans

Nürnberger Fans verlassen kurz vor Spielbeginn für die ersten 30 Minuten den Block. Grund für die Proteste sollen die massiven Sicherheitskontrollen der Ordnungskräfte sein.

Nürnberger Fans verlassen kurz vor Spielbeginn für die ersten 30 Minuten den Block. Grund für die Proteste sollen die massiven Sicherheitskontrollen der Ordnungskräfte sein.

Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer rettet vor dem Frankfurter Takashi Inui.

Zweikampf zwischen Srdjan Lakic (li.) und Timm Klose.

Per Nilsson (r.) bearbeitet seinen Gegenspieler Stefan Aigner mit dem Arm.

Raphael Schäfer fängt einen Ball vor Srdjan Lakic.

Javier Pinola schießt auf das Frankfurter Tor.

Nürnberger Fans fühlen sich schickaniert und randalieren

Vor und während der Begegnung ist es zu Ausschreitungen zwischen einzelnen Fangruppen und der Polizei gekommen. Im Stadion sei es demnach zu Rangeleien unter den Anhängern beider Vereine gekommen, dabei hätte es auch auf Seiten der Beamte Verletzte gegeben, so die Polizei. 19 Beamte und zwei Ordner hätten leichte Verletzungen erlitten, teilte die Polizei mit. Die Partie war im Vorfeld als "Problemspiel" eingestuft worden. Die Anzahl der Einsatz- und Ordnungskräfte sowie die Kontrollen an den Stadionzugängen waren massiv erhöht worden. Die Nürnberger Fans wurden zum Teil einzeln durchsucht, damit weder Pyrotechnik noch die für dieses Spiel verbotenen Fahnen und Banner ins Stadion gelangen konnten. Der Club-Anhang reagierte mit einem Stimmungsboykott und füllte in den ersten 30 Minuten nur die Hälfte des Gästeblocks.

dpa | Stand: 09.02.2013, 20:24