Standortbestimmung beim 1. FC Köln

Seit vier Spielen wartet der 1. FC Köln auf einen Sieg

Derby gegen Leverkusen

Standortbestimmung beim 1. FC Köln

Von Marco Schyns

Der 1. FC Köln haderte zuletzt vor allem mit den Schiedsrichtern. Doch im Derby gegen Leverkusen muss das Team von Trainer Peter Stöger zunächst auf sich selbst schauen - und die Torflaute beenden.

Seit 366 Minuten wartet der 1. FC Köln auf einen Torerfolg. Nach dem 3:0-Sieg auf Schalke Anfang Oktober folgten vier Pflichtspiele ohne Sieg – und ohne Treffer. Ausgerechnet jetzt geht es zum rheinischen Derby nach Leverkusen. "Es ist ein besonderes Spiel. Das bekommt man auch aus dem Umfeld mit", weiß Linksverteidiger Jonas Hector. In der Vorsaison erlebten die Kölner dort ein 1:5-Debakel. Der Nationalspieler glaubt aber, dass die Champions-League-Partie der Leverkusener in Rom ein Vorteil für sein Team sein könnte: "Wenn du dich auf zwei Spiele in der Woche vorbereiten musst, ist es etwas anders. Wir kennen das aus der englischen Woche."

Doch der 1. FC Köln tut gut daran, zunächst auf sich selbst zu schauen. Noch steht man mit 15 Punkten aus elf Spielen auf Rang neun, doch nach starkem Saisonstart - dem besten seit 19 Jahren - ging die Tendenz zuletzt steil nach unten. Während die 0:4-Niederlage in München vor zwei Wochen noch eher erwartbar war, kamen die Punktverluste daheim gegen die Kellerkinder Hannover (0:1) und Hoffenheim (0:0) doch überraschend. Hinzu kam noch die 0:1-Pleite in der 2. Runde des DFB-Pokals bei Werder Bremen vergangene Woche.

Der FC und die Schiedsrichter

Zuletzt ein häufiges Bild: FC-Trainer Peter Stöger in Diskussion mit einem Schiedsrichter

Zuletzt ein häufiges Bild: FC-Trainer Peter Stöger in Diskussion mit einem Schiedsrichter

Während man an der Weser klar unterlegen war, konnte man die Verantwortlichen für die Misere in den letzten Heimspielen schnell finden: Die Schiedsrichter. In der Tat eine Thematik, die in dieser Saison kaum einen Verein so sehr betrifft wie den FC. Während man beim 2:1-Sieg am 3. Spieltag gegen Hamburg noch von einem fragwürdigen Elfmeterpfiff profitierte, wendete sich das Blatt zuletzt gegen die Kölner.

Beim 0:1 gegen Hannover erzielte der 96er Leon Andreasen das Skandaltor des Jahres, als er den Ball nach einer Ecke eindeutig mit dem Arm ins Tor buchsierte. Schiedsrichter Bastian Dankert gestand den Fehler hinterher ein: "Auf diesem Niveau darf so ein eklatanter Fehler nicht passieren.“

Zwei Wochen später war wieder ein Handspiel Thema in Köln. Diesmal hatte Schiedsrichter Günter Perl dem FC nach einem Handspiel von Tobias Strobl im Strafraum einen Elfmeter verweigert. "Mehr Hand geht nicht. Aus 50 Metern habe ich es gesehen“, sagte FC-Trainer Peter Stöger anschließend. Der Österreicher wusste, dass sein Team das Spiel aufgrund der zahlreichen Torchancen trotzdem hätte gewinnen müssen, konnte seine Wut über die Schiedsrichter aber nicht verbergen: "Vielleicht werden wir bald auch etwas mehr Hand spielen.“

Keine Panik am Geißbockheim

FC-Stürmer Anthony Modeste (r.) wartet seit vier Spielen auf einen Treffer

FC-Stürmer Anthony Modeste (r.) wartet seit vier Spielen auf einen Treffer

Positiv aus Sich des 1. FC Köln: Gegen Hoffenheim stimmten Einstellung und Leistung. Einzig am Torabschluss fehlte es, auch beim sonst so treffsicheren Anthony Modeste. Der französische Neuzugang erzielte bereits sechs Treffer in dieser Saison, den letzten Anfang Oktober auf Schalke. Seit Beginn seiner Torflaute, läuft es auch beim FC nicht mehr rund. Sollte es nun in der BayArena die nächste Pleite geben, müsste der Blick doch eher in Richtung Tabellenkeller gehen.

Panik kommt deswegen aber keineswegs auf am Geißbockheim. "Das ist eine Phase, wo wir einfach ein bisschen die Ruhe bewahren müssen", sagte Stöger am Mittwoch dem "Kölner Stadt-Anzeiger", der mit seinem Team vor einem machbaren Restprogramm bis zur Winterpause steht.

Nach Leverkusen heißen die Gegner Mainz, Darmstadt, Augsburg und Bremen, bevor zum Abschluss der Hinrunde Borussia Dortmund nach Köln kommt. Spätestens dann wird man genauer wissen, in welche Richtung der Tabelle der Blick in dieser Saison geht.

Stand: 06.11.2015, 09:00

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. 1. FC Köln 0 0
1. 1. FSV Mainz 05 0 0
1. 1899 Hoffenheim 0 0
1. Bayer Leverkusen 0 0
1. Bayern München 0 0
  ...    
1. SV Darmstadt 98 0 0
1. VfL Wolfsburg 0 0
1. Werder Bremen 0 0
Darstellung: