Stindls Handtor - Ein Fall für Regelexperten

FC Ingolstadt - Borussia Mönchengladbach 0:2

Stindls Handtor - Ein Fall für Regelexperten

Die Partie zwischen dem FC Ingolstadt und Borussia Mönchengladbach hatte lange Zeit nicht viel zu bieten - bis der Ball von Lars Stindls Arm ins Ingolstädter Tor prallte. Am Ende gewann Gladbach glücklich mit 2:0 (0:0) und lieferte Diskussionsstoff für Regelexperten.

Lars Stindl trifft per Unterarm zur Führung

Lars Stindl trifft per Unterarm zur Führung

Es lief die 61. Spielminute, als Ingolstadts Marvin Matip einen Gladbacher Eckball mit den Kopf verlängerte. Der Ball prallte am zweiten Pfosten an Stindls Brust, dann an dessen Arm - und schließlich ins Tor. Schiedsrichter Christian Dingert gab den Treffer und die Gladbacher brachten die Führung über die Zeit. Der eingewechselte Hahn erhöhte kurz vor Schluss noch auf 2:0 (90.+1).

Stindl verzichtet auf Torjubel

Torjubel bei den Spielern von Borussia Mönchengladbach

Torjubel bei den Spielern von Borussia Mönchengladbach

Stindl verzichtete nach seinem Treffer auf einen Jubel, ging stattdessen mit skeptischem Blick zurück zur Mittellinie. "Es war eine schwierige Situation", sagte er nach Schlusspfiff bei "Sky", "auf jeden Fall keine Absicht." Dass er den Ball mit dem Arm ins Tor befördert hat, ist unstrittig. "Wenn der Schiedsrichter mich gefragt hätte, hätte ich es zugegeben", sagte Stindl. Kniffliger ist die Frage, ob das Handspiel regelwidrig war. Stindls Arm bewegte sich zwar Richtung Ball, aber für bewusste Aktion war die Reaktionszeit zu kurz. Stindls Arm befand sich allerdings auf Schulterhöhe, vergrößerte damit die Körperfläche - was für einen Regelverstoß spricht. So argumentierten auch die Ingolstädter. "Was hat die Hand da oben zu suchen? Das ist ein ganz klares Handspiel", sagte Manager Thomas Linke.

Die Schiedsrichter-Blogger "Collinas Erben" brachten auf Twitter ein weiteres Detail in die Diskussion ein. Sie verwiesen auf eine "Anweisung des DFB: Prallt der Ball von anderem Körperteil an die Hand, liegt keine Absicht und damit keine Strafbarkeit vor." Demnach sei in einer Situation wie bei Stindls Tor auch "von untergeordneter Bedeutung", ob eine unnatürliche Armhaltung vorliege.

Ingolstadt mit den besseren Chancen

Unabhängig von den Regelfragen war die Gladbacher Führung für Ingolstadt bitter, denn der FCI war bis dahin die bessere Mannschaft. Ingolstadt besaß die besseren Chancen, scheiterte aber auch am starken Gladbacher Torhüter Yann Sommer.

Die Borussia hatte drei Tage nach der berauschenden Europapokalnacht von Florenz Probleme, in den Bundesligaalltag zurückzufinden. Ungewohnte technische Fehler beendeten vielversprechende Angriffe, sodass die Gäste kaum nennenswerte Torchancen hatten. Angreifer Josip Drmic konnte seine Chance in der Startelf nicht für Eigenwerbung nutzen. Letztmals hatte der Schweizer vor knapp einem Jahr in der Bundesliga beginnen dürfen, damals noch für den Hamburger SV.

Hahn schließt schöne Kombination ab

Die beste Gladbacher Szene war das 2:0 in der Nachspielzeit: Nach einem zu kurz geratenen Befreiungsschlag von Ingolstadts Torhüter Martin Hansen kombinierten die Gäste über Christoph Kramer und die eingewechselten Raffael, Mahmoud Dahoud und André Hahn. Letzterer beendete den Spielzug mit einem flachen Schuss ins linke Eck.

Gladbach jetzt gegen Hamburg und Schalke

Nach dem fünften Erfolg in den letzten sieben Pflichtspielen kann sich Mönchengladbach nach oben orientieren. Am kommenden Samstag um 18.30 Uhr geht es im Duell mit Schalke 04 um den Anschluss an die Europapokalplätze. Bereits am Mittwoch um 18.30 Uhr tritt die Borussia im Achtelfinale des DFB-Pokals beim Hamburger SV an. Der FC Ingolstadt bleibt mit 18 Punkten Tabellenvorletzter, hat nun vier Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Am Samstag um 15.30 Uhr tritt der FCI bei 1899 Hoffenheim an.

Fußball · Bundesliga · 22. Spieltag 2016/2017

Sonntag, 26.02.2017 | 15.30 Uhr

Wappen FC Ingolstadt 04

FC Ingolstadt 04

Hansen – Matip, Tisserand (72. Kittel), Bregerie – Hadergjonaj, Cohen, Morales, Suttner – Groß (78. Hinterseer), A. Jung (46. Roger) – Lezcano

0
Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt – C. Kramer, Strobl (61. Dahoud) – Jon. Hofmann, Johnson – Stindl (87. Raffael), Drmic (80. Hahn)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Stindl (61.)
  • 0:2 Hahn (90.+1)

Strafen:

  • gelbe Karte A. Jung (1 )
  • gelbe Karte Tisserand (6 )

Zuschauer:

  • 15200

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Stand: Sonntag, 26.02.2017, 17:23 Uhr

Wappen FC Ingolstadt 04

FC Ingolstadt 04

Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Tore 0 2
Schüsse aufs Tor 3 4
Ecken 6 4
Abseits 2 4
gewonnene Zweikämpfe 85 96
verlorene Zweikämpfe 96 85
gewonnene Zweikämpfe 46,96 % 53,04 %
Fouls 10 14
Ballkontakte 653 605
Ballbesitz 51,91 % 48,09 %
Laufdistanz 118,58 km 120,39 km
Sprints 230 202
Fehlpässe 102 104
Passquote 76,17 % 73,93 %
Flanken 21 6
Alter im Durchschnitt 27,1 Jahre 26,5 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 26.02.2017, 19:30

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. Dortmund920
2.Bayern München920
3.RB Leipzig919
4.1899 Hoffenheim916
5.FC Schalke 04916
 ...  
16.Hamburger SV97
17.Werder Bremen95
18.1. FC Köln92
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