Platzsturm und Böllerwürfe in Braunschweig

Platzsturm nach dem Relegations-Rückspiel zwischen Braunschweig und Wolfsburg

Einige Braunschweiger Fans randalieren im Relegations-Rückspiel

Platzsturm und Böllerwürfe in Braunschweig

Eintracht Braunschweig hat nicht nur den Aufstieg verpasst, sondern muss auch das Fehlverhalten einiger seiner Fans aufarbeiten. Vom Relegations-Rückspiel bleiben Böllerwürfe und ein aggressiver Platzsturm haften, der DFB ermittelt.

Nachdem die 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg und damit das Verpassen des Aufstiegs feststanden, stürmten am Montagabend (29.05.2017) Braunschweiger Fans das Spielfeld. Die Polizei musste eingreifen, um die VfL-Anhänger zu schützen. Die Wolfsburger Spieler mussten in der Kabine feiern, erst später kamen sie noch einmal kurz durch einen Hinterausgang, um mit den eigenen Fans den verhinderten Absturz in die 2. Bundesliga zu genießen.

"Wir sind erschrocken und so schnell es ging weggelaufen", berichtete VfL-Trainer Andries Jonker. Auf dem Spielfeld mussten Polizisten den VfL-Fanblock vor den Eintracht-Anhängern schützen, Böller flogen, eine Rakete landete in der Polizistengruppe.

Ordner verletzt, DFB ermittelt

Ein Ordner liegt nach einem Böllerwurf verletzt am Boden

Ein Ordner liegt nach einem Böllerwurf verletzt am Boden

Schon während der Begegnung der beiden Clubs war ein Ordner von Feuerwerk getroffen worden. Unmittelbar vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit zündeten Anhänger im Fanblock der Eintracht Pyrotechnik und Böller. Der Mitarbeiter des Ordnungspersonals fiel zu Boden, wurde von Sanitätern behandelt und aus dem Innenraum geführt. Am späten Abend twitterte Braunschweig, dass der Ordner "nach kurzer Behandlungspause wieder dienstfähig" gewesen sei.

Der Kontrollausschuss des DFB wird Ermittlungen aufnehmen, das bestätigte der Verband am Dienstag. In den kommenden Tagen sollen unter anderem die vorliegenden Fernsehbilder ausgewertet werden.

Kritik von Braunschweigs Präsident

Als "unglaubliche Sauerei" bezeichnete Braunschweigs Präsident Sebastian Ebel das Verhalten einer Minderheit von Zuschauern. "Das ist sowas von bescheuert." Der Böllerwurf auf den Ordner habe im Spiel "zu einem Bruch geführt". Wenige Minuten nach dem Vorfall hatte der Portugiese Vieirinha in der 49. Minuten das entscheidende Tor erzielt. Nach einem Abpraller landete der Ball beim Außenspieler, der ihn aus 15 Metern mit voller Wucht ins Tor drosch.

"Da mischt sich etwas unter, was nicht unbedingt auf den Platz gehört", sagte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht. Er lobte aber auch das Auftreten seines Teams und des vernünftigen Teils der Fans. "Ganz Deutschland hat gesehen, was für ein fantastischer Verein wir sind."

Fan-Ausschreitungen in Braunschweig

Sportschau | 30.05.2017 | 01:46 Min.

red/sid/dpa | Stand: 30.05.2017, 12:17

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