Nach Matmours Rot begeistert die Fortuna

Jubel bei Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 4:0

Nach Matmours Rot begeistert die Fortuna

Fortuna Düsseldorf hat eine perfekte englische Woche mit einem Dreier im Aufsteiger-Duell gekrönt.

Gegen Eintracht Frankfurt feierten die Rheinländer mit dem 4:0 (2:0) den zweiten Heimsieg innerhalb von acht Tagen, nachdem sie am Dienstag (27.11.12) zudem mit dem 1:1 beim Meister Borussia Dortmund einen wichtigen Auswärtszähler eingefahren hatten. Gegen harmlose und nach der Gelb-Roten Karte gegen Karim Matmour (34. Minute) dezimierte Frankfurter trafen Stefan Reisinger (38.), Oliver Fink (42.), Nando Rafael (58.) und Axel Bellinghausen (85.) für die Fortuna.

"Vieles hat gepasst"

Während Düsseldorf nach dem höchsten Saisonsieg mit 18 Punkten auf Platz 13 kletterte, geht den furios in die Saison gestarteten Hessen nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen die Luft aus. Stefan Reisinger freute sich: "Heute hat vieles von der ersten Minute an gepasst. Momentan machen wir sehr, sehr viel richtig. Die Leidenschaft, die Konzentration - alles passt. Wir lassen auch wenig Chancen zu."

Für die Fortuna war es zudem der höchste Bundesliga-Sieg seit 22 Jahren (7:0 gegen den FC St. Pauli am 12. Mai 1990). So sehr die Eintracht-Spieler auf dem Platz enttäuschten, so negativ fielen die Anhänger der Hessen auf. Vor dem Spiel waren rund 70 von ihnen von der Polizei vorübergehend festgenommen worden. Sie hatten in der Düsseldorfer Altstadt versucht, eine Polizeiabsperrung zu überwinden und sich Zugang zur U-Bahn zu verschaffen. Dabei attackierten sie die Beamten.

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 4:0

Bilder zum Spiel Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt

Düsseldorfs Axel Bellinghausen (r) und Frankfurts Takashi Inui (l) im Zweikampf um den Ball.

Düsseldorfs Axel Bellinghausen (rechts) im Zweikampf mit Frankfurts Takeshi Inui.

Düsseldorfs Axel Bellinghausen (rechts) im Zweikampf mit Frankfurts Takeshi Inui.

Bellinghausen behauptet den Ball gegen Vadim Demidov.

Frankfurts Karim Matmour sieht wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Kurz vor der Pause trifft Oliver Fink zum 2:0 für Fortuna Düsseldorf.

Frankfurts Keeper Kevin Trapp beschwert sich über das Abwehrverhalten seiner Mitspieler.

Nando Rafael erhöht in der 58. Minute zum 3:0.

Düsseldorfs Leon Balogun und Frankfurts Takashi Inui im Zweikampf um den Ball.

Fortuna Düsseldorf bejubelt den 4:0-Sieg über Eintracht Frankfurt.

"Wir fressen Tore"

"Wenn bei uns welche fehlen, haben wir es immer schwer. Wir müssen immer 100 Prozent geben, das haben wir heute nicht geschafft", sagte Alexander Meier. "Vier Torschüsse und vier Tore, das ist extrem bitter für mich. Wir fressen Tore, das ist Wahnsinn", klagte Eintracht-Torwart Kevin Trapp.

Schiedsrichter Michael Weiner aus Giesen musste die Partie kurzzeitig unterbrechen. Pünktlich mit Ablauf des zwölf Minuten und zwölf Sekunden langen Stimmungsboykotts zündeten Fans an drei Stellen im Frankfurter Block Bengalos und Feuerwerkskörper.

Zwei Karten in sieben Minuten

In einer lange Zeit schwachen Bundesliga-Partie, die wegen Verkehrsproblemem mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen worden war, leitete ausgerechnet der Frankfurter Matmour den Düsseldorfer Sieg ein. Der Stürmer, der bereits am vergangenen Wochenende beim 1:1 bei Schalke 04 Gelb-Rot gesehen hatte, leistete sich innerhalb von sieben Minuten zwei dumme Fouls, sah erneut die Ampelkarte und flog als erster Spieler der Bundesliga-Geschichte zweimal innerhalb von sieben Tagen vom Platz.

Darüber regte sich Sportdirektor Bruno Hübner auf: "Total lächerlich. Er hat insgesamt nur zwei Fouls gemacht, ganz normale Fouls." Die bis dato harmlosen Gastgeber, die durch Adam Bodzek (19.) und Andreas Lambertz (21.) erste zarte Chancen hatten, nutzten die Überzahl im Handumdrehen aus. Reisinger, der bereits beim 2:0 gegen den Hamburger SV und in Dortmund getroffen hatte, tankte sich durch die ersatzgeschwächte Frankfurter Defensive und schoss zur Führung ein.

Fink stellt die Weichen

Noch vor der Pause stellte Fink die Weichen auf Sieg. Nach einer unglücklichen Kopfball-Abwehr des erst 17 Jahre alten Marc-Oliver Kempf traf der in die Fortuna-Startelf zurückgekehrte Mittelfeldspieler sehenswert mit einem Schlenzer aus 20 Metern. Frankfurt versuchte nach der Pause, in Unterzahl das Spiel zu machen und kam durch einen Kopfball von Stefan Aigner (54.) zu einer ersten guten Möglichkeit. Das nächste Tor fiel allerdings erneut auf der anderen Seite. Rafael schoss zum 3:0 ein.

sid/dpa | Stand: 30.11.2012, 22:33