Dortmunder Fußball-Frusttag
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Borussia Dortmund - Hamburger SV 1:4 (1:2)
Dortmunder Fußball-Frusttag
Jürgen Klopp war restlos bedient. Das unrasierte grimmige Gesicht unter der schwarz-gelben Baseball-Kappe sprach Bände. "Ich habe nach dem Schlusspfiff gemerkt, das Leben geht weiter und endet nicht mit so einem Dreck", haderte der Trainer des deutschen Meisters Borussia Dortmund, sprach von einem "gebrauchten Tag", gratulierte nach der 1:4 (1:2)-Heimpleite brav dem "starken Hamburger SV" und versuchte, seinen Optimismus wiederzugewinnen.
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"Denn den habe ich zurzeit nicht in mir. Aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass das morgen anders ist", ergänzte der BVB-Coach nach der dritten Heimniederlage der Saison, der ersten in der Rückrunde und höchsten seit dem 12. September 2009 (1:5 gegen Bayern München). Vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Mittwochabend (13.02.2013) bei Schachtjor Donezk traf die Niederlage die Westfalen wie ein Keulenschlag.
Die Körpersprache der BVB-Verlierer ließ keine Fragen offen. Mit hängenden Köpfen schlichen sie nach einer turbulenten Begegnung in die Kabine, während die treuesten Fans demonstrativ versuchten, sie mit Gesängen aufzubauen, denn es lief wirklich nicht viel für die Borussen. Dazu Klopp: "Leider gehören solche Tage zum Leben eines Fußballers dazu."
Fink stellte den HSV perfekt ein
Die Westfalen kamen überhaupt nicht ins Spiel, weil der gebürtige Dortmunder Thorsten Fink seine Mannschaft exzellent eingestellt hatte. Dennoch erzielte Robert Lewandowski seinen 14. Saisontreffer (17.), bevor Artjoms Rudnevs (18.) zum Ausgleich und Heung-Min Son (26.) mit einem Sonntagsschuss den BVB-Nerv empfindlich traf. Fünf Minuten später sah zu allem Überfluss Lewandowski nach einer unglücklichen Aktion gegen Per Skjelbred die Rote Karte.
"Das hat schon gegen die Moral gedonnert. Danach wurde es wild, alles wurde hektisch und als ungerecht empfunden. Aber das ist menschlich", resümierte Klopp. Dass sich seine Mannschaft trotz Unterzahl vehement gegen den Rückschlag wehrte, wollte der 45-Jährige als positiven Aspekt mitnehmen. Das 1:3 durch Rudnevs (62.) und 1:4 von Son (89.) machten schließlich den Dortmunder Frusttag perfekt.
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Borussia Dortmund - Hamburger SV 1:4
Bittere Heimniederlage und Rot gegen Torjäger Robert Lewandowski: Borussia Dortmund wurde vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Schachtjor Donezk kalt erwischt.
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Der Blick auf Donezk tröstet
Beim BVB wolle man sich mit dem Blick auf Donezk auch nicht damit trösten, dass man in dieser Saison vor einem Champions-League-Auftritt immer größere Probleme gezeigt habe. "Wir sollten am Mittwoch besser sein, und ich denke, das wird gelingen", so Klopp.
HSV-Coach Fink musste den unverhofften Triumph erst einmal sacken lassen. "Die Fans feiern das wie eine Meisterschaft", meinte Rafael van der Vaart, "wir waren heute die bessere Mannschaft. Unser einziger Fehler war das Gegentor." Am Ende konnte auch das Rot wegen einer Notbremse gegen Jeffrey Burma (59.) die Freude über den zweiten Sieg über den Meister nach dem 3:2 im Hinspiel nicht trüben.
Auch Bruma mit Rot
"Das ist kaum zu glauben, weil der BVB normalerweise zu Hause eine Macht ist. Das sollte uns Auftrieb geben", äußerte Dennis Aogo und sah sich in der taktischen Marschroute von Coach Fink bestätigt. "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen nach vorn spielen. Das ist ein Teil meiner Philosophie", meinte der einstige Jugendspieler der Borussia.
Gerechnet habe damit niemand nach der 0:2-Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen Frankfurt, so genoss Fink den Moment und vermied jegliche ausschweifende Analyse nach dem dritten Auswärtssieg. Linksverteidiger Marcell Jansen hofft auf eine Initialzündung beim HSV: "Der Sieg war so wichtig für uns." Die Fans träumen indes schon wieder von einem Europapokal-Platz.
sid | Stand: 09.02.2013, 20:26