Dortmund schießt sich aus der Krise

Dortmunds Marco Reus jubelt

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 5:0

Dortmund schießt sich aus der Krise

Marco Reus hat mit einem Doppelpack den Knoten gelöst und Borussia Dortmund zurück zum Erfolg geführt. Nach zwei Spielen des deutschen Meisters ohne Dreier legte ausgerechnet der ehemalige Gladbacher Borusse mit seinen Saisontoren Nummer drei und vier (35. und 70.) den Grundstein zum 5:0 (2:0)-Erfolg gegen seinen ehemaligen Klub.

Neben Reus trafen Neven Subotic (40.), Ilkay Gündogan (79.) und Jakub Blaszczykowski (85.) vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion. Der BVB rückte mit nunmehr elf Punkten auf Platz drei vor und reist mit neuem Selbstbewusstsein zum zweiten Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch (03.10.2012) beim englischen Titelträger Manchester City.

Vor allem die verbesserte Defensive dürfte den Schwarz-Gelben Mut für die Reise nach England machen. Anders als in den vorangegangenen beiden Spielen mit jeweils drei Gegentreffern verteidigte die Abwehr des Revierclubs zum zweiten Mal in dieser Saison die Null. Bei Mönchengladbach gab es dagegen keinen Lichtblick, die niederrheinische Borussia wartet nun schon seit nunmehr fünf Spielen auf einen Sieg.

Dortmund schießt Mönchengladbach ab

Borussia Dortmund hat Borussia Mönchengladbach am 6. Spieltag mit einer 5:0-Packung nach Hause geschickt. Mann des Spiels war der Ex-Gladabcher Marco Reus.

Dortmunds Jakub Blaszczykowski (nicht im Bild) überwindet Gladbachs Ersatzkeeper Christofer Heimeroth.

Der Schlusspunkt: Dortmunds Jakub Blaszczykowski (nicht im Bild) überwindet Gladbachs Ersatzkeeper Christofer Heimeroth zum 5:0-Endstand für den BVB.

Der Schlusspunkt: Dortmunds Jakub Blaszczykowski (nicht im Bild) überwindet Gladbachs Ersatzkeeper Christofer Heimeroth zum 5:0-Endstand für den BVB.

Das zweite Tor von Marco Reus (nicht im Bild): Mit einem Traumschuss aus spitzem Winkel düpiert der Ex-Gladbacher seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Marc-Andre ter Stegen.

Auch in dieser Situation hat ter Stegen keine Chance: Neven Subotic kommt knapp fünf Meter vor dem Gladbacher Tor zum Kopfball ...

ter Stegen macht sich ganz lang, doch den zweiten Gegentreffer kann er nicht verhindern.

Nach seinem Treffer zum 1:0 jubelt der Ex-Gladbacher Reus nicht. Seine Dortmunder Mannschaftskollegen Mario Götze und Julian Schieber feiern trotzdem.

Kurz zuvor hat Schieber nach Vorlage von Götze die Chance zum Führungstreffer, doch der Gladbacher Roel Brouwers kann in letzter Sekunde klären.

Kampf der Kapitäne: BVB-Spielführer Sebastian Kehl im Duell mit dem Gladbacher Mannschaftskapitän Filip Daems.

Favre: Einige haben gespielt wie Senioren

"Nach dem 1:0 kam unser Selbstvertrauen zurück. Das war heute ein Schritt nach vorne", sagte Reus, der "aus Respekt" vor seinen ehemaligen Teamkollegen nach beiden Treffern auf Torjubel verzichtete. Gladbachs Trainer Lucien Favre sprach von einer "Klatsche" und war restlos bedient: "Wir haben nicht schlecht angefangen, danach haben wir vergessen zu verteidigen. Einige Spieler haben gedacht, zu verteidigen wäre keine Pflicht", kritisierte der Schweizer. "Wir haben dumme Tore bekommen, einige haben teilweise gespielt wie Senioren."

Nur in den ersten Minuten gelang es den ohne den verletzten Luuk de Jong und den gesperrten Martin Stranzl angetretenen Gästen auf Augenhöhe mitzuspielen. Die Abtastphase war nur von kurzer Dauer, bescherte den Gladbachern ab er zumindest einer Zufallschance in der dritten Minute, als nach einem Fehlpass von Blaszczykowski der Ball bei Mike Hanke landete. Doch der Gladbacher-Stürmer scheiterte an BVB-Keeper Roman Weidenfeller, der aus seinem Tor geeilt war.

Der BVB mit Startschwierigkeiten

Langsam, aber sicher übernahmen die Dortmunder danach das Regiment auf dem Rasen und hatten Pech, als Subotic (12.) mit einem Kopfball nur die Latte traf. Gladbach formierte eine starke Defensive und versuchte, vorwiegend mit langen Bällen auf die Sturmspitze Igor de Camargo, der den verletzten de Jong vertrat, zum Erfolg zu kommen.

Angriffe der Gäste blieben zunächst ebenso selten wie Großchancen des BVB. Das Westduell entwickelte sich zum Geduldsspiel. Julian Schieber, den Dortmunds Trainer Jürgen Klopp überraschend für den formschwachen Robert Lewandowski in der Startformation aufgeboten hatte, verpasste schließlich aus drei Metern nach Vorarbeit des Ex-Gladbachers Reus das 1:0 (27.).

Reus' Führungstreffer löst Dortmunder Anspannung

Erst in der letzten Viertelstunde des ersten Durchgang verstärkten die Westfalen den Druck, und Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stegen stand mehrfach im Blickpunkt. Unter anderem, als er einen Heber von Schieber glänzend parierte. Doch kurz darauf hatte er gegen Reus keine Chance. Der Nationalspieler schaltete bei einem Fehler des Gladbachers Patrick Herrmann im Mittelfeld am schnellsten und schob nach einem Sprint über den halben Platz am Gladbacher Keeper vorbei zur Dortmunder Führung ein.

Der Treffer löste tatsächlich die Anspannung beim BVB, der anschließend den Druck weiter erhöhte. In der 39. Minute verhinderte ter Stegen bei einem Schuss von Mario Götze noch ein weiteres Gegentor. Doch bei einem Kopfball von Neven Subotic wenige Sekunden später nach Flanke von Jakub Blaszczykowski der starke Keeper erneut chancenlos.

Reus sorgt mit Kunstschuss für Vorentscheidung

Nach Wiederanpfiff dominierte Dortmund das Spiel weiter. Gladbach gelang kaum noch etwas. Einen weiteren Höhepunkt setzte erneut Hauptdarsteller Reus. Mit einem sehenswerten Kunstschuss von der rechten Seite erhöhte er auf 3:0 und machte damit bereits beseitigte 20 Minuten vor Spielende alles klar. Bei seiner Auswechslung in der 75. Minute wurde er vom Publikum mit Ovationen verabschiedet.

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Dortmund - Mönchengladbach: Die Schlussphase | 02:22 min | 29.09.2012 | WDR 2 Liga Live

Gündogan und Blaszczykowski taten mit ihren Treffern noch etwas für die Dortmunder Torbilanz, die Partie war da aber längst entschieden. "Wir haben uns in das Spiel hineingearbeitet, und alle haben gezeigt, dass sie zu viel Aufwand bereit sind", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp und versuchte dem Gegner Mut zu machen: "Insgesamt war der Sieg zu hoch, der Qualitätsunterschied war nicht so groß. Für uns war nur wichtig, dass wir gewonnen haben."

sid/dpa