Sahin lässt den BVB jubeln
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Borussia Dortmund - SC Freiburg 5:1
Sahin lässt den BVB jubeln
Freiburg ist eine gute halbe Stunde lang die bessere Mannschaft, dann bringt Sahin den BVB auf die Siegerstraße. Dortmund stillt anschließend seinen Torehunger.
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Zwei Tore, ein Assist - Nuri Sahin hat bei Borussia Dortmund ein glanzvolles Comeback gezeigt. Nach dem kuriosen 5:1 (3:1) über den SC Freiburg wurde der Rückkehrer von den Fans auf der Südtribüne minutenlang mit Sprechchören gefeiert. Im erst zweiten Spiel in der Dortmunder Startformation seit seinem Wechsel in der Winterpause vom FC Liverpool spielte der türkische Nationalspieler groß auf. Schmunzelnd stellte sich Sahin dem anschließenden Medienmarathon: "Ich musste heute Leistung bringen. Schließlich war mein Sohn heute zum ersten Mal im Stadion."
Nicht nur sein erst eineinhalb Jahre alter Sprössling hatte allen Grund zur Freude. "Das ist eine sehr, sehr schöne Geschichte. Nuri war verunsichert, als er zu uns zurück kam. Aber wenn du mit der Hand aus dem Gips kommst, kannst du auch nicht gleich Ouvertüren spielen, so Sahins Coach Jürgen Klopp. Erstmals seit langer Zeit spielte Sahin wieder auf dem Niveau, mit dem er die Borussia 2011 zur Meisterschaft geführt hatte. Das 2:1 (44.) und 4:1 (72.) erzielte er selbst, zum ersten der beiden Treffer von Robert Lewandowski (41. Minute/45.+1) leistete er die Vorarbeit. Das fünfte Tor der Dortmunder steuerte Leonardo Bittencourt (74.) bei.
Freiburg beginnt stark
Für die Freiburger, die seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg warten, war die Schlappe besonders ärgerlich. Denn nach der verdienten Führung durch Jonathan Schmid (28.) sah es nach einer Überraschung aus. Doch der kollektive Blackout mit drei Gegentreffern kurz vor der Pause brachte die bis dahin starken Breisgauer vollends aus dem Takt.
Aufgrund der Ausfälle von Sven Bender und Sebastian Kehl war Sahin zum zweiten Mal in dieser Saison in die BVB-Startelf gerückt. Doch nicht die Dortmunder, sondern die Freiburger erspielten sich zunächst die besseren Möglichkeiten. Max Kruse (6.) und Johannes Flum (10.) verpassten binnen weniger Minuten die Chance zur frühen Führung. Dagegen fand der BVB schwer ins Spiel: Nur bei einem von Freiburgs Torhüter Oliver Baumann parierten Schuss von Mario Götze (14.) aus 16 Metern war Torgefahr erkennbar. Die zurückhaltende Gangart des BVB animierte Freiburg zu weiteren Kontern. Das machte sich bezahlt: Nach schöner Vorarbeit durch Kruse war Schmid zur Stelle und drückte den Ball zur verdienten Führung der Gäste über die Linie.
Dem BVB reichen sechs starke Minuten
Eine furiose Schlussphase der ersten Halbzeit stellte den Spielverlauf jedoch auf den Kopf. Ausgerechnet BVB-Rückkehrer Sahin leitete die Wende ein. Seinen Freistoß beförderte Lewandowski per Kopf ins Tor. Für den Polen war es der achte Treffer im achten Bundesligaspiel nacheinander. Damit überbot er den von Timo Konietzka in den 60er-Jahren aufgestellten Vereinsrekord. Nur drei Minuten später traf Sahin von der Strafraumgrenze selbst. Der 19. Saisontreffer von Lewandowski wenige Sekunden vor der Pause brachte den BVB auf kuriose Art und Weise mit 3:1 in Führung. "Drei Tore in fünf Minuten - Wahnsinn", kommentierte BVB-Coach Klopp nach dem Spiel.
Diese ungewöhnliche Wende nahm Christian Streich alle Freude an der bis dahin starken Vorstellung seiner Mannschaft. "Das war große Naivität. Wir haben geglaubt, dass wir Dortmund ausspielen können", klagte der konsternierte Freiburger Coach. Weniger aufregend ging es nach Wiederanpfiff zu. Im Gegensatz zur ersten Hälfte kontrollierte nun die Borussia das Geschehen. Allerdings verpassten Marco Reus (47.) und Mario Götze (68.) gute Möglichkeiten die Führung auszubauen. Mit seinem zweiten Treffer rundete Sahin seine Glanzvorstellung ab. Der kurz zuvor eingewechselte Bittencourt setzte nach Zuspiel von Lewandowski den Schlusspunkt.
Streich sieht seine Arbeit gefährdet und macht Vorwürfe
Nicht nur der negative sportliche Trend stimmte Streich nachdenklich. "Wir hatten den Vorteil, dass wir am Rande von Deutschland auch fußballerisch nicht so ganz wahrgenommen wurden. Aber mittlerweile sind auch wir durchleuchtet", befand der Coach, der sein Unbehagen gewohnt direkt zum Ausdruck brachte: "Meine Spieler werden angeboten wie auf Viehmarkt. Ihre Ausstiegsklauseln kann man in der Zeitung lesen - das ist furchtbar. Zu guter Letzt flüchtete sich der Fußball-Lehrer in Sarkasmus: "Wenn wir noch ein paar Mal fünf Tore kriegen, wird sich die Lage beruhigen und wir können wieder in Ruhe arbeiten."
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