Dortmund quält sich zum Sieg

Pierre-Emerick Aubameyang

Dortmund quält sich zum Sieg

Hartes Stück Arbeit für Borussia Dortmund. Aufsteiger Ingolstadt macht dem BVB lange das Leben schwer. Dann richtet es Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang und löst Diskussionen um den Videobeweis aus.

Alles Flehen der Ingolstädter half nichts. Händeringend standen sie vor Schiedsrichter Guido Winkmann und dessen Assistenten Arno Blos. Auf der Videowand im Stadion war deutlich zu sehen gewesen, dass Pierre-Emerick Aubameyang im Abseits gestanden hatte vor seinem Kopfball zum 1:0. Aber Winkmann blieb dennoch keine Wahl. Er hatte den Treffer gegeben, weil sein Assistent Arno Blos nicht die Fahne gehoben hatte.

Dortmunder Verständnis

"Ich habe mitbekommen, dass es Diskussionen gab. Aber es ist so, dass es eine Tatsachenentscheidung war", sagte Winkmann später. Und selbst wenn er auf die Leinwand geschaut hätte. "Den Treffer hätte ich nicht mehr zurückgenommen." Er hätte es auch nicht gedurft. Denn einen Videobeweis sehen die Regeln nicht vor. Auch nicht, wenn die Stadionregie die strittige Szene zufällig einspielt.

Selbst die Dortmunder hatten später Verständnis für die Empörung der Gäste. "Ich kann das absolut nachvollziehen", sagte BVB-Kapitän Mats Hummels. Der Dortmunder Abwehrchef bekräftigte, er sei ein Befürworter des Videobeweises. Gleiches gilt für seinen Trainer Thomas Tuchel. Auch wenn der BVB diesmal davon profitierte, dass diese technische Hilfe untersagt ist.

Zähes Spiel

Aubameyangs Treffer in der 77. Minute bereitete den Boden für einen glücklichen Dortmunder 2:0-Sieg. Der BVB hatte sich bis dahin äußerst schwergetan gegen den in der Defensive äußerst kompakten Aufsteiger. Erst nach der Führung hatten die Dortmunder etwas mehr Raum, was Aubameyang kurz vor Schluss noch einen zweiten Treffer ermöglichte (86.).

Für den auf vier Positionen umgestellten BVB war das Spiel zäh. Gündogan wurde als Taktgeber vermisst, Reus als Panzerknacker gegen ein engmaschiges 4-5-1 der Gäste. Die Notlösung Adrian Ramos war nicht annähernd ein gleichwertiger Ersatz auf der rechten Angriffsseite, der Kolumbianer spielte wieder mal unglücklich. Zudem fehlte eindeutig Kreativität auf der Sechserposition mit Julian Weigl und Matthias Ginter. Auch von Shinji Kagawa kamen vor 81.359 Zuschauern kaum gute Pässe.

Hummels Eigentor aberkannt

Wenn der FCI konterte, wurde es dagegen gefährlich für die Dortmunder: Torhüter Roman Bürki musste in der 15. Minute gegen Dario Lezcano alles zeigen, um ein 0:1 zu verhindern. Eine Viertelstunde später war Bürki vom spielfreudigen Lezcano bereits überlupft, als Lukasz Piszcezk in höchster Not klärte. Die Ingolstädter haderten da das erste Mal mit Winkmann, weil Hummels Lezcano am Arm gehalten hatte, ein Elfmeterpfiff aber ausblieb.

Zur Halbzeit wechselte der BVB die Seiten, aber nicht seine Spielweise. BVB-Trainer Thomas Tuchel brachte daher Moritz Leitner und Gonzalo Castro, die aber auch nicht wesentlich mehr Spielwitz einbrachten. Ingolstadt erwartete die Gastgeber mit der zweitbesten Defensive der Liga nun noch tiefer in der eigenen Hälfte, schlug die Bälle serienweise aus dem Strafraum, ohne hektisch zu werden. Die wenigen kleineren Fehler bügelten die Mitspieler aus.

Pech hatte Ingolstadt, als ein kurioses 25-Meter-Eigentor des BVB-Kapitäns Mats Hummels (67.) von Winkmann nicht anerkannt wurde, weil Hummels bedrängt worden war. Wieder fühlte sich der FCI benachteiligt. "Ich stelle mir die Situation bei dem Eigentor von Hummels umgekehrt vor. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Tor dann auch zurückgenommen worden wäre", sagte Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl. In der kommenden Woche beim Auswärtsspiel bei Hertha BSC hofft der BVB auf mehr Platz in der gegnerischen Hälfte. Ingolstadt empfängt den FC Augsburg zum Abstiegsduell.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 19. Spieltag 2015/2016

Samstag, 30.01.2016 | 15.30 Uhr

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Weigl (54. Leitner), Ginter – Ramos (68. Pulisic), Kagawa (55. Castro), Mchitarjan – Aubameyang

2
Wappen FC Ingolstadt 04

FC Ingolstadt 04

Özcan – da Costa, Matip, Hübner, Bauer – Christiansen, Roger, Morales – Hartmann (71. Lex), Lezcano (88. Cohen), Leckie (84. Bregerie) –

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Aubameyang (77.)
  • 2:0 Aubameyang (86.)

Strafen:

  • gelbe Karte Bauer (1 )
  • gelbe Karte Weigl (3 )
  • gelbe Karte Sokratis (3 )
  • gelbe Karte Piszczek (2 )
  • gelbe Karte Morales (7 )
  • gelbe Karte Mchitarjan (3 )

Zuschauer:

  • 81359

Schiedsrichter:

  • Guido Winkmann (Kerken)

red/sid/dpa | Stand: 30.01.2016, 17:32

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