Das Ende von Stuttgarts Kopflosigkeit

Trainer Jürgen Kramny hat den VfB zurück in die Spur gebracht.

VfB Stuttgart - Hertha BSC 2:0

Das Ende von Stuttgarts Kopflosigkeit

Von Chaled Nahar

Der VfB Stuttgart ist bislang alleiniger Spitzenreiter der Rückrundentabelle. Mit einfachen Maßnahmen hat Trainer Jürgen Kramny der Mannschaft die bisher vermisste Stabilität gegeben - und das könnte nun zur großen Aufholjagd führen.

Christian Gentner wusste, was die Stunde geschlagen hat. "Ich hoffe, dass keiner anfängt zu spinnen", sagte der Kapitän des VfB Stuttgart nach dem 2:0-Sieg über Hertha BSC. Zu spät, möchte man meinen - zumindest, wenn man einem anderen VfB-Spieler zuhört. "Alles ist möglich", entfuhr es Filip Kostic euphorisch auf die Frage nach Stuttgarts Chancen in Sachen Europapokal. "Wenn wir so weiterspielen und weiterpunkten, dann ist das natürlich möglich."

Das 2:0 gegen Berlin war der fünfte Sieg in Folge für den VfB, seit sieben Partien ist die Mannschaft ungeschlagen und berauscht sich an ihren Spielen, seit Jürgen Kramny Cheftrainer ist. Dieses Team hat nicht mehr viel mit den teils gruseligen Leistungen aus der Hinrunde zu tun. Was hat Kramny mit dieser Mannschaft gemacht?

Hinten stabil, vorne ruhig

Dass Kramny dem kopflos wirkenden Hochgeschwindigkeitsfußball von Zorniger ein Ende setzte, ist der Hauptgrund für den Aufschwung. Der Trainer sortierte aber auch die Mannschaft neu. Sein 4-1-4-1 gibt der Mannschaft die Stabilität, die unter Zornigers 4-4-2 oft fehlte. Der VfB kassiert seitdem kaum noch Tore nach Kontern oder bei Standardsituationen. Die Mannschaft hat ihre Balance gefunden.

Energieleistung: Serey Dié wird von seinen Mitspielern gefeiert.

Energieleistung: Serey Dié wird von seinen Mitspielern gefeiert.

Die neue Stabilität hinten sorgt vorne für die nötige Ruhe: War unter Zorniger die Chancenverwertung vordergründig das große Problem, ist diese Schwäche im Stuttgarter Spiel nicht mehr zu erkennen. Viele Spieler blühten in den letzten Wochen auf, Daniel Didavi wurde noch mehr zum Schlüsselspieler als ohnehin. Als der gegen Hertha aber gesperrt fehlte, zeigten sich die anderen Spieler davon unbeeindruckt. Unter Anführung des starken Serey Dié entschied die Mannschaft das Spiel für den VfB. "Wir haben das über Mentalität, über Wille, über Einsatz erzwungen", sagte Kramny.

Alle Zahlen haben sich verbessert

Ein paar Zahlen zeigen, wie sehr sich die Leistungen in den acht Spielen unter Jürgen Kramny im Vergleich zu den 13 Partien unter Alexander Zorniger verbessert haben: 2,0 Tore pro Spiel erzielt der VfB nun im Schnitt, vorher waren es 1,3. Die Quote der Gegentore sank zugleich von 2,4 auf 0,9.

Und das hat Auswirkungen auf die Tabelle: Kramny übernahm die Mannschaft als Tabellen-15. mit zehn Punkten, inzwischen ist die Mannschaft Zehnter und hat 27 Punkte - der Abstiegskampf liegt beinahe schon hinter der Mannschaft.

Sechs Punkte bis Platz sechs

Tatsächlich ist der VfB nun nicht nur für Filip Kostic eher ein Anwärter für die Plätze in der Europa League als für die in der Abstiegszone. Platz sechs ist nur noch sechs Punkte weit entfernt, der Vorsprung auf den Relegationsplatz, der im November Kramnys Ausgangsposition gewesen war, ist nun sieben Punkte groß.

Wo das enden soll, wurde Kramny gefragt. Dessen Antwort zeigt das neue Selbstbewusstsein: "Das muss ja nicht enden, das kann auch weitergehen." Zum Beispiel bei Schalke 04 am kommenden Spieltag.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 21. Spieltag 2015/2016

Samstag, 13.02.2016 | 15.30 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Tyton – Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua – Die (86. Klein) – Rupp, Maxim (79. Harnik), Gentner, Kostic – Werner (72. Krawez)

2
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Pekarik, Langkamp, Brooks, Plattenhardt – Haraguchi, Skjelbred, Lustenberger (61. Schieber), Cigerci (72. van den Bergh) – Darida – Ibisevic

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Die (51.)
  • 2:0 Kostic (84.)

Strafen:

  • gelbe Karte Insua (4 )
  • gelbe Karte Skjelbred (6 )
  • gelbe Karte Brooks (2 )
  • gelbe Karte Haraguchi (4 )
  • gelbe Karte Maxim (1 )
  • gelbe Karte Großkreutz (3 )

Zuschauer:

  • 45465

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Stand: 15.02.2016, 08:30

Mehr Vereinsinfos

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 34 88
2. Bor. Dortmund 34 78
3. Bayer Leverkusen 34 60
4. Bor. M'gladbach 34 55
5. FC Schalke 04 34 52
  ...    
16. Eintr. Frankfurt 34 36
17. VfB Stuttgart 34 33
18. Hannover 96 34 25
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