Bunt gemischt - Die Elf der Hinrunde

Bunt gemischt - Die Elf der Hinrunde

Salto-Jubler, 30-Millionen-Euro-Schnäppchen, "Kilometerfresser", "Zweikampfmonster" - all das - und mehr - findet sich in der Elf der Hinrunde von sportschau.de.

Ralf Fährmann jubelt im Spiel gegen Dortmund

Tor - Ralf Fährmann (Schalke 04)
Ralf Fährmann bekommt bei Schalke 04 ziemlich viel aufs Tor und hält einen Großteil dieser Schüsse auch. Der ein oder andere Torhüter parierte zwar in der Hinrunde noch einige wenige Torschüsse mehr, aber der Anteil an Glanzparaden und die Art und Weise in der der 27-Jährige seine Defensivreihe zusammenhält, ist beeindruckend. Sein Meisterstück lieferte der gebürtige Chemnitzer allerdings im, für einen echten Schalker, Spiel des Jahres, nämlich dem Revierderby, ab. Bei der 2:3-Niederlage stemmte sich Fährmann fast allein dem Dortmunder Angriffswirbel entgegen und hätte damit fast sogar Erfolg gehabt. Auch bei der Siegesserie der Schalker zum Saisonstart war er die Lebensversicherung.

Tor - Ralf Fährmann (Schalke 04)
Ralf Fährmann bekommt bei Schalke 04 ziemlich viel aufs Tor und hält einen Großteil dieser Schüsse auch. Der ein oder andere Torhüter parierte zwar in der Hinrunde noch einige wenige Torschüsse mehr, aber der Anteil an Glanzparaden und die Art und Weise in der der 27-Jährige seine Defensivreihe zusammenhält, ist beeindruckend. Sein Meisterstück lieferte der gebürtige Chemnitzer allerdings im, für einen echten Schalker, Spiel des Jahres, nämlich dem Revierderby, ab. Bei der 2:3-Niederlage stemmte sich Fährmann fast allein dem Dortmunder Angriffswirbel entgegen und hätte damit fast sogar Erfolg gehabt. Auch bei der Siegesserie der Schalker zum Saisonstart war er die Lebensversicherung.

Abwehr - Andreas Christensen (Borussia Mönchengladbach)
Eine Passquote von fast 90 Prozent, über 66 Prozent gewonnene Zweikämpfe und dabei nur fünf Fouls begangen - eine Bilanz wie sie nur die wenigsten gestandenen Weltklasse-Bundesligaspieler aufweisen. Einer von denen, die diese Bilanz erreicht haben, ist aber in dieser Hinrunde Andreas Christensen von Borussia Mönchengladbach - und der ist gerade mal 19 Jahre alt. Die Leihgabe vom FC Chelsea spielt noch bis 2017 für die Borussia und ist gerade dabei, allerbeste Werbung für eine Weiterbeschäftigung darüber hinaus zu betreiben. Trotz der vielen Gegentore der Borussia bisher: Der Däne ist die Defensiventdeckung der Hinrunde.

Abwehr - Aytac Sulu (SV Darmstadt 98)
Hand auf's Herz: Wer kannte Aytac Sulu vor der Saison? Okay. Aber wer kannte ihn vor der letzten Saison schon? Der Innenverteidiger ist im Schlussdrittel seiner Karriere auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Der 30-Jährige ist das Gesicht der Tugenden, die der Aufsteiger verkörpert: Disziplin, Kampfkraft, Kompromisslosigkeit und Effizienz. Sulu ist mit vier Treffern der torgefährlichste Innenverteidiger der Bundesliga (und das bei "nur" elf abgefeuerten Torschüssen) und gehört mit über 63 Prozent gewonnener Zweikämpfe auch zu den defensivstärksten Spielern. Sollte Sulu den vorher als Abstiegskandidaten Nummer eins gehandelten Liganeuling als Kapitän zum Klassenerhalt führen, dürfte man ihm bei den Lilien wohl ein Denkmal bauen.

Abwehr - Jerome Boateng (Bayern München)
Egal ob in Stammtischdiskussionen, beim Public Viewing oder in TV-Expertenrunden - wenn momentan über den besten Innenverteidiger der Welt diskutiert wird, ist der Name Jerome Boateng quasi gesetzt. Teamkollege Javi Martinez legte sich da sogar zuletzt fest: "Boateng ist der beste Innenverteidiger der Welt. Er verteidigt sicher, sein Umgang mit dem Ball is spektakulär und es ist sehr einfach, an seiner Seite zu spielen." Da wollen wir von sportschau.de nicht widersprechen und berufen den Weltmeister, der eine überragende Pass- und Zweikampfquote mit nur drei Gelben Karten aufweist und auch noch drei Treffer vorbereiten konnte, in die Elf der Hinrunde.

Mittelfeld - Douglas Costa (Bayern München)
"Wenn Robben und Ribery lange ausfallen, haben die Bayern Probleme." Diesen Satz hörte man in der Vergangenheit häufig, doch seit dem 14. August ist diese Prognose beinahe in völlige Vergessenheit geraten. Der Grund? Douglas Costa. Der Brasilianer, den die Bayern von Schachtjor Donezk verpflichteten, drehte nämlich zum Auftakt der Bundesligasaison gegen den Hamburger SV auf dem Flügel der Münchener in einer Art und Weise auf, die selbst die Gegner verzückte. In seinen zwölf Saisoneinsätzen brachte er es auf 14 Scorerpunkte und etliche verknotete Beine bei den Gegenspielern. Angesichts von "nur" 30 Millionen Euro Ablösesumme hat der Brasilianer inzwischen schon den scherzhaften Spitznamen "Costa fast gar nix."

Mittelfeld - Daniel Didavi (VfB Stuttgart)
Der VfB Stuttgart steht in der Bundesliga nur hauchdünn vor der Abstiegszone - nämlich nur deshalb, weil der VfB bei gleicher Tordifferenz mehr Tore geschossen hat, als Werder Bremen. Der Hauptgrund dafür spielt im offensiven Mittelfeld des VfB und heißt Daniel Didavi. An elf der 22 erzielten Treffer war der 25-Jährige beteiligt und war in einer unkonstanten Stuttgarter Mannschaft über die gesamte Hinrunde die einzige positive Konstante und damit die Lebensversicherung der Schwaben. Überhaupt ist der Begriff "Aktivposten" wie eigens für Didavi kreiert: In 89 der 248 Stuttgarter Torschüsse war er direkt involviert - keine drei Torschüsse vergehen also, ohne, dass der ehemalige Nürnberger seine Füße im Spiel hat.

Mittelfeld - Vladimir Darida (Hertha BSC)
Hertha BSC steht auf einem Champions-League-Rang und ist eine der größten Positiv-Überraschungen der Hinrunde. Einen Löwenanteil daran hat der Tscheche Vladimir Darida. Der Neuzugang vom SC Freiburg ist mit nahezu lächerlich großem Abstand der laufstärkste Akteur der Liga: 218 Kilometer lief der zentrale Mittelfeldspieler im Diensten der Berliner. Pascal Groß, Nummer zwei der Rangliste, hat "nur" 199 km abgespult. Dabei sprangen ganz nebenbei auch noch fünf Scorerpunkte für Darida raus - der Lohn: Ein Platz in der Elf der Hinrunde.

Mittelfeld - Henrich Mchitarjan (Borussia Dortmund)
Thomas Tuchel hat bei Borussia Dortmund offensichtlich einiges richtig gemacht: Platz zwei, die Rückkehr zum großen Bayern-Herausforderer, das Überwintern in der Europa League und eine neue, spannende Spielidee. Seine möglicherweise faszinierendste Errungenschaft ist jedoch der Aufschwung, zu dem er Henrich Mchitarjan verholfen hat: Elf Assists, sechs Treffer selbst erzielt, dazu Spiel- und Lauffreude und ein enormes Selbstbewusstsein. Der zweifelnde, manchmal zögerliche und glücklose Armenier der Vorsaison scheint in ebendieser verblieben zu sein. An seiner Stelle steht nun der "neue" Mchitarjan, der dem BVB-Angriffsspiel die besondere Note verleiht.

Angriff - Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund)
Wer 18 Tore in 17 Spielen schießt und dazu noch die Muße findet, viermal für seine Kollegen aufzulegen und seine Tore dann auch noch mit spektakulären Salti oder auch mal mit einer Batman-Maske feiert, der gehört in die Elf der Hinrunde. Pierre-Emerick Aubameyang ist all das gelungen und auch wenn es unrealistisch erscheint: Die 40-Tore Marke von Gerd Müller aus der Saison 1971/21 ist für den Gabuner nicht völlig außerhalb der Reichweite.

Angriff - Robert Lewandowski (FC Bayern München)
Alle neun Minuten ein Tor. Diese Quote konnte Robert Lewandowski nach der Partie gegen den VfL Wolfsburg, nicht ganz überraschend, nicht ganz halten. Doch wer angesichts der Vorstellung, die der Pole gegen den amtierenden Vizemeister Ende September ablieferte, noch an dessen Qualitäten zweifelt, der hält auch Pierre-Emerick Aubameyang für eine lahme Ente. Fünf teilweise extrem spektakuläre Treffer in 45 Minuten und das damit verbundene Brechen einer Handvoll Rekorde hätten allein wohl schon für eine Nominierung an dieser Stelle gereicht, doch auch in den anderen Bundesligabegegnungen blieb Lewandowski treffsicher und bringt es auf insgesamt 15 Treffer.

Angriff - Chicharito (Bayer Leverkusen)
Javier "Chicharito" Hernandez ist in der Hinrunde an beinahe der Hälfte aller Ligatreffer von Bayer Leverkusen beteiligt gewesen und hat Bayer-Ikone Stefan Kießling zumindest vorübergehend zu Stürmer Nummer zwei gemacht. Der Mexikaner, Neuzugang von Manchester United, hat elf Tore erzielt und zwei vorbereitet und auch in den anderen Wettbewerben seine Treffsicherheit unter Beweis gestellt. In der Fanszene seines Ex-Clubs muss sich dessen Trainer Louis van Gaal den Verkauf des Stürmers momentan regelmäßig vorwerfen lassen - die Bundesliga weiß warum.

Trainer - Ralph Hasenhüttl (FC Ingolstadt)
Stellvertretend für seine Mannschaft ist Ralph Hasenhüttl vom FC Ingolstadt der Trainer der Saison. Der FCI hat keinen wirklich herausragenden Akteur in seinen Reihen und hat auch erst elf Tore erzielt. Dafür aber 20 Punkte auf dem Konto und nur 18 Gegentore hinnehmen müssen. Der Grund dafür liegt in der leidenschaftlichen Defensivarbeit und der taktischen Disziplin, die die Mannschaft Woche für Woche an den Tag legt. Bayern-Trainer Pep Guardiola hat die Herangehensweise des FCI sogar so sehr beeindruckt, dass er den Aufsteiger als "besten Gegner" der Saison bezeichnete. Einen Löwenanteil dieses Lobes darf Ralph Hasenhüttl für sich beanspruchen.

Die Elf der Hinrunde im Überblick

Stand: 21.12.2015, 08:29 Uhr

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