Bundesliga - die Kellerkinder im Abstiegscheck

Hamburgs Trainer Markus Gisdol

Start der Rückrunde

Bundesliga - die Kellerkinder im Abstiegscheck

Sieben Klubs sind in der Fußball-Bundesliga vom Abstieg bedroht. sportschau.de macht vor dem Start der Rückrunde den Abstiegscheck - und wagt einen Ausblick.

1. FC Köln, Platz 18, 6 Punkte, 10:32 Tore

Lukas Podolski hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Er glaubt fest daran, dass sein Heimatklub 1. FC Köln doch noch den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga vermeidet. "Ja, ich glaube an das Wunder", sagt der Stürmer. Mit nur sechs Punkten aus 17 Spielen ist der FC abgeschlagen Tabellen-Letzter. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt schon neun Punkte, aufs rettende Ufer fehlen elf Zähler.

Hoffnung macht, dass Trainer Stefan Ruthenbeck unter anderem wieder auf Jonas Hector, Claudio Pizarro, Sehrou Guirassy und Simon Zoller zählen kann. Mit Simon Terodde kam in der Winterpause ein Stürmer vom Ligakonkurrenten VfB Stuttgart. Er soll die schwache Offensive beleben.

Fakt ist, dass wohl nur eine Siegesserie den FC noch retten kann. "Wenn man in den ersten Spielen punktet, ist man wieder dran", sagt auch Podolski. Zum Rückrundenauftakt ist allerdings Borussia Mönchengladbach zu Gast. Die "Fohlen" spielen ausgesprochen gerne beim FC, in 43 Bundesligaspielen feierten sie dort 23 Siege. Eine Woche später reist Köln zum Kellerduell zum Hamburger SV und damit zum Vorletzten. Sollten diese beiden Partien verloren gehen, kann Köln wohl endgültig planen für die zweite Liga.

sportschau.de tippt: Auch wenn es Punkte zum Rückrundenstart geben sollte - der FC steigt am Ende dennoch ab.

Hamburger SV, Platz 17, 15 Punkte, 15:25 Tore

Ansonsten ist es spannend im Abstiegskampf. Der Hamburger SV hat mit 15 Punkten als Vorletzter gerade mal zwei Zähler Rückstand zum rettenden Ufer. Für den "Bundesliga-Dino" spricht die Erfahrung im Abstiegskampf, der in den vergangenen Jahren an der Elbe zum Dauerzustand geworden ist. Entscheidend für den Start ist das erste Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 19. Spieltag.

"Wir fühlen uns gerüstet. Wir wissen, dass wir harte Wochen und Monate vor uns haben", sagt Sportchef Jens Todt. Das glaubt auch Trainer Markus Gisdol. "Auch wenn es eine brutal schwere Rückrunde wird: Wir können mit dieser Mannschaft durchaus bestehen", sagt er.

Klubboss Heribert Bruchhagen rechnet kurz vor dem Start der Rückrunde nicht mit Wintertransfers. Gisdol muss also mit dem vorhandenen Personal auskommen und setzt dabei große Hoffnungen in seinen Youngster Jann-Fiete Arp. "Es ist utopisch, dass ich den HSV alleine rette", sagt der 18-Jährige.  

Für Aufregung sorgte in der Vorbereitung Mittelfeldspieler Walace. Der Brasilianer verlängerte eigenmächtig seinen Heimaturlaub und kam erst mit dreitägiger Verspätung im Trainingslager in Spanien an.

Sportschau.de tippt: Der HSV muss bis zum Schluss zittern um den Klassenerhalt, mehr als der Relegationsplatz ist nicht drin.

Werder Bremen, Platz 16, 15 Punkte, 13:20 Tore

Auf dem steht Werder Bremen, punktgleich mit dem HSV. Die Grün-Weißen kehrten hoch zufrieden aus dem Trainingslager in Spanien zurück, wo sie unter anderem Twente Enschede klar mit 4:0 besiegten. Schon zum Ende der Hinrunde hatte das Team unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt ansteigende Form bewiesen und im Dezember in vier Spielen sieben Punkte geholt.  "Zufriedenheit ist tödlich", gibt Kohfeldt die Marschrichtung für die Rückrunde vor.

Trotz einiger Verletzungsprobleme gab es keinen Wintertransfer. Dabei herrscht im Sturm Bedarf. Nach der schweren Verletzung von Fin Bartels ist Werder noch abhängiger von Max Kruse. Die Offensive steht und fällt mit dem launischen 29-Jährigen. "Wenn sich Qualität anbietet, die uns dauerhaft weiterhilft, werden wir es machen. Wenn nicht, dann habe ich hohes Vertrauen, mit dieser Mannschaft die Klasse zu halten", sagt Kohfeldt.

Sportschau.de tippt: Werder bleibt bis Ende der Saison im Tabellenkeller, wird sich am Ende aber retten.

1. FSV Mainz 05, Platz 15, 17 Punkte, 19:28 Tore

Mainz 05 steht mit 17 Punkten "über dem Strich". Nigel de Jong soll dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Mit der Verpflichtung des niederländischen Routiniers landete Mainz einen Transfercoup. Der einstige Hamburger ist zwar schon 33 Jahre alt, kann aber Gold wert sein im Abstiegskampf.

"Trainer Sandro Schwarz und ich haben uns aus vollster Überzeugung für ihn entschieden. Er wird dem Verein viel geben", sagt Sportvorstand Rouven Schröder über den Mann, der bei Topklubs wie Ajax Amsterdam, Manchester City und dem AC Mailand spielte. Im Sturm soll Rückkehrer Anthony Ujah für mehr Gefahr sorgen.

Sportschau.de tippt: Es wird eng bleiben für die Mainzer, doch die Transfers zahlen sich aus: Klassenerhalt.

VfB Stuttgart, Platz 14, 17 Punkte, 13:21 Tore

Das hofft auch der VfB Stuttgart. Richten soll es Mario Gomez. Der Stürmer ist Stuttgarts neuer Hoffnungsträger und kehrt vom VfL Wolfsburg nach Schwaben zurück. Bei nur 13 Treffern war das Toreschießen bisher das große Manko des VfB.

Zum Problem könnten die großen Hoffnungen werden, die der Klub in Gomez setzt. Der erzielte für den VfL Wolfsburg in der Hinrunde nur ein Tor. "Mario wird seine Tore schießen, davon sind wir überzeugt", sagt Sportvorstand Michael Reschke nichtsdestotrotz.

Auch Gomez' Erfahrung im Abstiegskampf ist gefragt. Der Nationalspieler hielt in der vergangenen Saison mit Wolfsburg erst in der Relegation gegen Braunschweig die Klasse. Für viele andere im Team ist das alles Neuland, auch Trainer Hannes Wolf kennt sich da nicht aus, und als Aufsteiger hat es der VfB ohnehin schwerer.

Sportschau.de tippt: Das junge Stuttgarter Team wird dem Druck am Ende nicht standhalten, da kann dann auch Gomez nicht helfen. Stuttgart steigt als 17. ab.

SC Freiburg, Platz 13, 19 Punkte, 17:31 Tore

Vor der Winterpause hat der SC Freiburg gezeigt, was in ihm steckt. Fünf Spiele in Serie blieben die Breisgauer ohne Niederlage. Unvergessen bleibt der Sieg in Köln, wo Freiburg aus einem 0:3 ein 4:3 machte.

Abhängig ist der SC von Nils Petersen, dem schon acht Tore gelangen. Durch die Verpflichtung von Lucas Höler hat Trainer Christian Streich nun aber mehr Möglichkeiten im Angriff. Fakt ist aber auch, dass Freiburg in jedem Spiel ans Maximum gehen muss, um zu punkten. Ausfälle von Leistungsträgern sind kaum zu kompensieren.

Sportschau.de tippt: Abstiegskampf bis zum Schluss. Freiburg und der Hamburger SV machen am Ende den Relegationsplatz unter sich aus.

VfL Wolfsburg, Platz 12, 19 Punkte, 21:21 Tore

Dass  Stürmer  Mario Gomez zum VfB Stuttgart gewechselt ist, scheint Trainer Martin Schmidt nicht sonderlich geschockt zu haben. "Wir sind jetzt schwieriger auszurechnen, weil unser Spiel ein anderes wird", sagt der Coach. Dennoch sei der Weggang ein "sportlicher Verlust", Schmidt muss sich zudem einen neuen Kapitän suchen. Wolfsburg holte im Gegenzug für Gomez den an den VfB ausgeliehenen Flügelspieler Josip Brekalo vorzeitig zurück. Divock Origi soll die Rolle des zentralen Stürmers übernehmen.

Für einen Abstieg erscheint der Wolfsburger Kader zu stark. Der Tabellenstand der "Wölfe" leidet zudem unter zehn Unentschieden, die das Team schon eingefahren hat. Aussetzer wie die 0:1-Pleite in Köln zum Hinrunden-Abschluss sollte es aber keine mehr geben. "Wir müssen die PS auch auf die Strecke bringen", sagt der gelernte Mechaniker Schmidt.

Sportschau.de tippt: Wolfsburg wird mit dem Abstieg nicht allzuviel zu tun haben.

Thema in: Sportschau, das Erste, 13.01.18, ab 18 Uhr

vdv / sid / dpa | Stand: 09.01.2018, 11:59

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