Bremen gewinnt das Nordderby

René Adler

Torwart Adler verhindert Debakel im Nordderby

Bremen gewinnt das Nordderby

Zwei neue Spieler, vier Umstellungen und eine verbesserte Abwehrarbeit haben die erneute HSV-Pleite nicht verhindert.

Ohne den großen Hoffnungsträger Rafael van der Vaart, der erst in zwei Wochen in die Fußball-Bundesliga zurückkehren kann, verlor der Hamburger SV das 97. Nord-Duell beim hanseatischen Rivalen Werder Bremen verdient mit 0:2 (0:0). Nach der zweiten Niederlage im zweiten Saisonspiel wird der Erwartungsdruck für van der Vaart beim krisengeschüttelten HSV immer größer.

"Er kann die Last nicht allein tragen", warnte HSV-Trainer Thorsten Fink. "Wir haben nach einer ordentlichen ersten Halbzeit das Spiel durch individuelle Fehler verloren. Im eigenen Strafraum muss man den Ball auch mal wegschlagen", analysierte Fink eine Begegnung, in der die Offensiv-Qualitäten seiner Mannschaft allenfalls in der Schlussphase aufblitzten.

Werder Bremen - Hamburger SV 2:0

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Sylvie und Rafael van der Vaart

Die erste traurige Nachricht gibt es für die Fans des Hamburger SV schon vor dem Anpfiff: Hoffnungsträger Rafael van der Vaart ist zwar im Stadion, aber noch nicht spielberechtigt. Er verfolgt die Partie seiner Kollegen auf der Tribüne neben seiner schönen Frau Sylvie.

Die erste traurige Nachricht gibt es für die Fans des Hamburger SV schon vor dem Anpfiff: Hoffnungsträger Rafael van der Vaart ist zwar im Stadion, aber noch nicht spielberechtigt. Er verfolgt die Partie seiner Kollegen auf der Tribüne neben seiner schönen Frau Sylvie.

Die Partie beginnt zweikampfintensiv so wie hier im Duell zwischen Petr Jiracek (rechts) und Zlatkjo Junuzovic. Meist behalten die Bremer die Oberhand.

Kurz vor der Halbzeit hat Aaron Hunt die große Chance, sein Team vom Elfmeterpunkt aus in Führung zu bringen. Doch er schießt schwach und scheitert an HSV-Keeper René Adler.

Die Hamburger sind immer wieder mal gefährlich, bringen den Ball aber nicht an Sebastian Mielitz vorbei. Hier scheitert Artur Rudnevs am starken Stellungsspiel des Bremer Torhüters.

In der 52. Minute sieht René Adler erneut Klärungsbedarf mit Schiedsrichter Knut Kircher. Der pfeift bereits den zweiten Elfmeter für die Bremer.

Tatsächlich tritt Aaron Hunt nach seinem verschossenen Elfmeter erneut an - und versenkt diesmal eiskalt. Die Glückwünsche von Eljero Elia (links) sind berechtigt, allein schon für den Mut des Kollegen.

Thorsten Fink beordert sein Team weiter nach vorne, doch ein Tor gelingt der engagierten, aber letztlich harmlosen Offensivbesetzung nicht.

Wie Chancen effektiv verwertet werden, zeigen die Bremer in der 67. Minute. Bayern-Leihgabe Nils Petersen nutzt einen Ballverlust der Hamburger nach schönem Zuspiel von Hunt zum 2:0.

Die Fans der Werderaner dürfen nach langer Durststrecke endlich mal wieder feiern. Saisonübergreifend mussten sie elf Pflichtspiele lang auf einen Erfolg warten.

Hunt beweist Mut

Zu diesem Zeitpunkt hatte Werder den ersten Saisonsieg durch Tore von Aaron Hunt (52./Foulelfmeter) und Nils Petersen (67.) bereits unter Dach und Fach gebracht. "Glückwunsch an die Mannschaft. Wir haben mit einer guten Leistung drei Punkte geholt", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion avancierte der frühere Nationalkeeper Rene Adler im HSV-Tor mit mehreren Glanzparaden zum besten Spieler auf dem Platz. Er parierte den ersten Bremer Strafstoß von Hunt (42.), war aber bei der zweiten Auflage des Duells vom Elfmeterpunkt gegen den selbstbewussten Mittelfeldspieler chancenlos. "Normalerweise kriegt man selten einen zweiten Elfer. Aaron hat da Verantwortung übernommen", sagte Werder-Clubchef Klaus Allofs. "Da kann man schon von einer Schlüsselszene sprechen."

Fink redet die Neuen stark

Ähnlich sah es Fink. "Wenn wir das 0:0 zehn Minuten länger gehalten hätten, wäre Werder vielleicht etwas nervös geworden", sagte der HSV-Trainer. Er hatte nach der frustrierenden Heimpleite gegen Nürnberg gleich auf vier Positionen rotiert. Die Neuzugänge Petr Jiracek und Milan Badelj bildeten die Doppel-Sechs, zudem standen Ivo Ilicevic und Stürmer Artjoms Rudnevs in der Startelf. "Die Neuen haben gezeigt, dass sie eine Verstärkung sind", sagte Fink, der Badelj trotzdem zur Halbzeit auswechselte.

Thomas Schaaf (li.) und Thorsten Fink (re.) Play-Icon

Die Pressekonferenz nach dem Nordderby | 05:50 min | 01.09.2012 | Sportschau | Das Erste

Schwächen beim Konterspiel

"Bei uns war Leben drin. Leider haben wir unsere Konter nicht gut zu Ende gebracht", erklärte HSV-Mittelfeldspieler Marcel Jansen. Die Initiative in der temporeichen und stets umkämpften Partie übernahmen aber von Beginn an die offensiv ausgerichteten Bremer. Mittelstürmer Petersen hatte bereits nach vier Minuten mit einem Kopfball an die Unterkante der Latte Pech. "Die erste Halbzeit macht mir dennoch Hoffnung. Durch die neuen Spieler haben wir Qualität gewonnen", sagte HSV-Kapitän Heiko Westermann.

Der kampfstarke Tscheche Jiracek verletzte sich bei einer Abwehraktion in höchster Not gegen den einschussbereiten Marko Arnautovic bereits nach 14 Minuten. Dennoch hielt der bisherige Wolfsburger durch. "Er hat trotz einer starken Fußprellung auf die Zähne gebissen", lobte Fink den Mittelfeldakteur. Zumindest der Einsatz hat also gestimmt, damit müssen sich die Hamburger in diesen Tagen schon Mut machen.

Heiko Westermann Play-Icon

Stimmen zum Spiel Bremen - Hamburg | 00:33 min | 01.09.2012 | Sportschau | Das Erste

dpa | Stand: 01.09.2012, 17:25